Länderinformation Irak
Im Dezember haben die letzten US-Soldaten den Irak verlassen. Wie ist es heute um die Lebensbedingungen im Zweistromland bestellt, die im vergangenen Jahrzehnt Hunderttausende Iraker/innen in die Emigration getrieben haben? Dieser Frage geht die aktuelle ÖIF-Länderinformation n°14 nach, die Katharina Baumschlager und Sabina Catar von der Staatendokumentation des Bundesasylamts verfasst haben.
13.000 Asylanträge in Österreich
Knapp 13.000 Asylanträge haben irakische Staatsbürger/innen seit 2000 in Österreich gestellt. Ein Großteil kam im unmittelbaren Vorfeld der US-geführten Invasion 2003. Insgesamt leben heute 2.282 irakische Staatsbürger/innen in Österreich. Fast jede/r Vierte von ihnen ist arbeitslos. Insgesamt wurden geschätzte drei Millionen Iraker/innen seit 2003 als Folge von Krieg und Bürgerkrieg inner- und außerhalb des Lands vertrieben.
Sicherheitslage gefährdet wirtschaftliche Erholung
Die irakische Gesellschaft leidet bis heute unter den Folgen von Gewalt, jahrzehntelanger Diktatur der Baath-Partei und internationalen Wirtschaftssanktionen. Die ÖIF-Länderinfo beleuchtet die Lebensumstände im heutigen Irak überblicksmäßig:Wirtschaftlich erholt sich das Land langsam, doch aufgrund der Sicherheitslage bleiben Auslandsinvestitionen häufig aus und die Erdölindustrie hinter ihren Möglichkeiten zurück. 60 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten sind im öffentlichen Bereich tätig. Privatwirtschaftliche Aktivität gibt es vor allem im informellen Sektor. Ein Viertel der Iraker/innen lebt unter der Armutsgrenze, knapp 1 Million ist von Hunger bedroht.
Medizinische Versorgung bleibt mangelhaft
Im Gesundheitssektor gibt es pro 1.000 Einwohner zehnmal weniger Ärzte als in Österreich. Kinder- und Müttersterblichkeit bleiben hoch. Nur jeder vierte Haushalt ist ans Kanalsystem angeschlossen. In einigen Gebieten hat gut die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser. Ähnlich mangelhaft die Energieversorgung: Das ölreiche Land produziert nur rund die Hälfte des benötigten Stroms.
ÖIF-Fazit: „Irak kommt nicht zur Ruhe“
„Im Irak existieren nach wie vor viele Konfliktlinien, ob zwischen Schiiten und Sunniten oder Zentralregierung und Kurden. 2010 lagen Iraker/innen an zehnter Stelle bei den Asylanträgen nach Herkunftsland“, resümiert ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda.
Die ÖIF-Länderinfo n°14 über den Irak steht ab sofort hier kostenlos zum Download zur Verfügung.







