Abschlussveranstaltung "MigrantInnen und Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich"
Am 21. Jänner 2012 fand im Grazer Rathaus die Abschlussveranstaltung des einjährigen Projekts "MigrantInnen und Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich" statt. Das Projekt wurde vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) gemeinsam mit dem Grazer MigrantInnenbeirat organisiert. Zwischen Dezember 2010 und Jänner 2012 fanden Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden in bosnischen, kurdischen, afghanischen und islamischen Vereinen statt.
Betroffene informieren und Multiplikator/innen ausbilden
In Weiterbildungsworkshops erhielten Interessierte zusätzliche Informationen zur Thematik und wurden von Mitarbeiter/innen des Gewaltschutzzentrums und Frauenhauses Graz im Umgang mit Opfern und Tätern häuslicher Gewalt geschult. „Die Teilnehmer/innen unserer Workshops können innerhalb ihrer Community zu Multiplikator/innen der Informationen und zu wichtigen Anlaufstellen für betroffene Frauen werden“, betont Veronika Thanner, Leiterin des Integrationszentrums Steiermark.
"Durch die Projektumsetzung haben wir die Zielgruppe und die Öffentlichkeit über das Thema „Gewalt an Frauen“ sensibilisiert, Beratungsangebote der Einrichtungen der Zielgruppe näher gebracht und MultiplikatorInnen ausgebildet. Das ist ein nachhaltiger Impuls für die zukünftige Arbeit", erklärt Kheder Shadman, Geschäftsführer des MigrantInnenbeirats Graz.
Abschlussveranstaltung: Fachtagung zu häuslicher Gewalt
Bei der abschließenden Fachtagung am 21. Jänner 2012 erzählten die Multiplikator/innen von persönlichen Gewalt-Erlebnissen, im Projekt Gelerntem und der Weiterarbeit in ihren Vereinen. Es zeigte sich, dass durch das Projekt ein großer Denkanstoß geleistet wurde. Denn die Multiplikator/innen sprachen auch die Probleme struktureller Gewalt.
Expert/innen des Gewaltschutzzentrums und des Frauenhauses Graz referierten über die Herausforderungen in der Betreuung von schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen.
„Das Besondere an dem Projekt war, dass wir den umgekehrten Weg nehmen konnten und aktiv mit unserem Informationsangebot auf Migrant/innen zu gegangen sind. Wir konnten auch wichtige Kontakte zu Kulturvereinen aufnehmen“, erklärt Barbara Jauk vom Gewaltschutzzentrum Steiermark.
Gemeindepolitiker/innen diskutierten abschließend über mögliche Lösungsansätze gegen Gewalt im häuslichen Bereich.



