Was bringt die Rot-Weiß-Rot-Karte?
VON RAINER MÜNZ
Vor 40 Jahren warben wir in Jugoslawien und der Türkei Arbeitskräfte an. Etliche von ihnen holten später ihre Familien nach. Vor 20 Jahren war Österreich Ziel großer Fluchtbewegungen aus Bosnien und dem Kosovo.
Seit mehr als 10 Jahren kommt die Mehrzahl der Zuwanderer aus Deutschland und den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Dank Niederlassungsfreiheit in der EU müssen sie nicht fragen, ob sie nach Österreich kommen dürfen. Die einen suchen und finden Jobs, die anderen kostenlose Studienplätze.
Die freie Zuwanderung von EU-Bürgern füllt nicht alle „Lücken“. Mit der Rot-Weiß-Rot-Karte verfügt Österreich über die Möglichkeit, Hochqualifizierte und Personen mit dringend benötigten Qualifikationen anzusprechen. Zunächst geht es dabei nur um einige 1000 Personen pro Jahr. Durch zunehmende Angleichung der Lebensverhältnisse in Europa wird die Zuwanderung aus der EU abnehmen und die Anwerbung mittels Rot-Weiß-Rot-Karte quantitativ an Bedeutung gewinnen.
Weltweit herrscht Wettbewerb um attraktive und gut qualifizierte Migranten. Es liegt an uns, ob wir in diesem Wettbewerb erfolgreich sind. Angesichts einer alternden und schrumpfenden einheimischen Erwerbsbevölkerung werden wir Zuwanderer jedenfalls benötigen.

