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17.05.2010

Ein Jahr nach Sikh-Blutbad: Studie informiert über Hintergründe und Situation im Punjab

Vor einem Jahr wurde in Wien indischer Prediger bei Blutbad getötet – Publikation des ÖIF und der Staatendokumentation des Bundesasylamts vermittelt Hintergrundwissen über religiöse und ethnische Konflikte 

Vor einem Jahr, am 24. Mai 2009, wurde während einer Predigt in einem Ravi Dass-Gebetshaus in Rudolfsheim-Fünfhaus der in seiner Heimat bekannte indische Prediger Sant Rama Anand (Nand) getötet. Der ebenfalls aus Indien angereiste Führer der Glaubensströmung Sant Niranjan Dass wurde durch zwei Schüsse lebensgefährlich verletzt. Zehn weitere Anwesende erlitten zum Teil ebenfalls schwere Verletzungen.

Konfliktpotenzial richtig einschätzen

„Fundierte Information über religiöse und ethnische Konflikte wird immer wichtiger, um das Konfliktpotenzial richtig einschätzen zu können, das unter Migrantinnen und Migranten herrscht“, so ÖIF-Geschäftsführer Dr. Alexander Janda. Die ÖIF - Länder-Info „Minderheiten in Indien: Die Sikhs im Punjab“ informiert über Entwicklung und Konflikte des Sikhismus, der eine vergleichsweise junge, monotheistische Weltreligion ist und durch Guru Nanak im 15. Jahrhundert in Nordindien begründet wurde. Zwtl: Große Sikh-Gemeinde in ÖsterreichÖsterreich verfügt über eine große Gemeinde von Sikhs. Nach der letzten Volkszählung leben knapp 2800 Sikhs in Österreich. Etwa die Hälfte von ihnen hat einen österreichischen Pass. Die große indisch-österreichische Community ist auf ethnische Konflikte in den 1980er Jahren zurückzuführen, deretwegen viele Sikhs aus der Punjab-Region flohen. Der Anschlag vom Mai 2009 im Tempel „Tor zum Guru“ in Wien war allerdings ein Konflikt innerhalb der Sikhs.

Radikal-orthodoxe Attentäter

Auslöser des Anschlags in Wien war der Besuch der Gurus Sant Rama Nand und Sant Niranjan in einem Ravidasi-Tempel im fünfzehnten Wiener Gemeindebezirk. Das Attentat wird radikal-orthodoxen Sikhs zugeordnet, da diese den Ravidasis vorwerfen, Rituale des Sikhismus zu „stehlen“, noch dazu in abgewandelter, „unwürdiger“ Form. So ist es im Sikhismus nicht erlaubt, sich selbst Guru zu nennen. Diese Bezeichnung steht nur den zehn historischen Gurus zu. Wer sich als Sikh dennoch als Guru bezeichnet oder ansprechen lässt, handelt – nach orthodoxen Ansichten – respektlos gegenüber seiner Religion.Der Anschlag in Wien hatte auch Auswirkungen auf den Punjab, wo es in der Folge zu blutigen Unruhen kam. Diese forderten zwei Menschenleben und mehrere Dutzend Verletzte. Polizeistationen, ein Eisenbahnzug, das Lager einer Zuckerfabrik, Dutzende Fahrzeuge und öffentliche Gebäude wurden verwüstet, Autobahnen und Eisenbahnstrecken blockiert. Die Unruhen konnten nur durch den Einsatz des Militärs unter Kontrolle gebracht werden.

Die ÖIF-Länderinfo „Minderheiten in Indien: Die Sikhs im Punjab“ steht hier kostenlos als Download zur Verfügung:

Die ÖIF – Länderinfos sind bereits zu folgenden Themen erschienen und gratis nachzulesen.

  • Minderheiten in Afghanistan: Die Hazara
  • Minderheiten im Kosovo: Die Kosovo-Serben
  • Minderheiten in China: Das Beispiel der Uiguren
  • Soziale Infrastruktur in Tschetschenien

Rückfragehinweis:
Mag. Julian Unger
Österreichischer Integrationsfonds
Team KommunikationTel: 01/ 710 12 03 – 136
julian.unger@integrationsfonds.at

 

 

Weitere Publikation finden Sie im Bereich Publikationen

Herausgeber: Deloitte

Financial Leadership in Österreich, 4. Auflage

Als Fonds der Republik Österreich und Non-Profit-Organisation legt der ÖIF großen Wert auf verantwortungsvollen Umgang mit finanziellen Ressourcen. In der 4. Auflage der Publikation "Financial Leadership in Österreich" (herausgegeben von Deloitte) Geschäftsführer Alexander Janda spricht über seine Rolle als CFO eines Non-Profit Unternehmens mit 150 Mitarbeiter/innen.

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