Neue ÖIF-Länderinformation über Kopten in Ägypten
ÖIF – Publikationsreihe informiert regelmäßig über die Situation von Minderheiten in verschiedenen Ländern
Die neue Ausgabe der Reihe „ÖIF-Länderinfo“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) widmet sich der religiösen Minderheit der Kopten in Ägypten. Die von Mag. Sabina Catar (Staatendokumentation des Bundesasylamtes) verfasste Länderinformation untersucht die Lage der Kopten vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Kopten und muslimischen Bevölkerungsteilen. „Mit der Reihe ÖIF-Länderinfo wollen wir ebenso wie mit unseren ÖIF-Dossiers und dem Magazin „Integration im Fokus“ fundierte Hintergrundinformation zu migrations- und integrationspolitischen Themen geben und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen“, so ÖIF-Geschäftsführer Dr. Alexander Janda.
Älteste Bevölkerungsgruppe Ägyptens
Die Kopten sehen sich als die älteste Bevölkerungsgruppe Ägyptens. Ihre Kirche gehört zu den ältesten der Welt. Die Kopten stellen ca. sieben bis zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung, welche zum größten Teil aus sunnitischen Muslimen besteht. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Anwar Sadat unterhält der ägyptische Präsident Hosni Mubarak gute Beziehungen zur Koptischen Kirche.
Trotzdem kommt es auf lokaler Ebene immer wieder zu interreligiösen Unruhen zwischen Muslimen und Kopten. Der Regierung wird vorgeworfen, die Existenz interreligiöser Spannungen zu leugnen. Nur selten werden von der Regierung Gerichtsverfahren angestrebt. Stattdessen setzt die Regierung Mubarak vor allem auf „Versöhnungssitzungen“, die jedoch aufgrund des dort ausgeübten Drucks auf die Beteiligten und aufgrund der damit verbundenen Straffreiheit für Täter als unzureichend angesehen werden.
Weiterhin angespannte Lage
Bisher waren die gewalttätigen Zwischenfälle lokal und zeitlich begrenzt. Es gibt Berichte über Diskriminierungen von Kopten in Bezug auf kirchliche Bautätigkeiten, mangelnde politische Partizipation und Arbeitsmöglichkeiten im öffentlichen Sektor. Der Egyptian Human Rights Council sowie koptische Aktivisten legten bereits Forderungen für die Verbesserung des interreligiösen Zusammenlebens vor. Trotzdem scheint keine Verbesserung der Lage der Kopten in Sicht.
Die neue Ausgabe der ÖIF-Länderinfo stehen hier zum kostenlosen Download bereit.
Rückfragehinweis:
Mag. Ursula Schallaböck
Tel: 01/710 12 03 – 134
ursula.schallaboeck(at)integrationsfonds.at

