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12.03.2010

Unterstützung am Tiroler Arbeitsmarkt für Personen mit Migrationshintergrund

„Mentoring für MigrantInnen“ ist ein Programm, mit dem die Kooperationspartner WK Tirol, AMS und ÖIF Menschen mit Migrationshintergrund helfen, am Tiroler Arbeitsmarkt nachhaltig Fuß zu fassen.

„Tiroler Wirtschaft lebt Vielfalt − gemeinsam stärker“ lautet der Titel der Kontaktoffensive, welche die Wirtschaftskammer Tirol für Personen mit Migrationshintergrund in der Tiroler Wirtschaft ins Leben gerufen hat. Als Teil dieser Offensive wird nun in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) das Programm „Mentoring für MigrantInnen“ gestartet.

„Menschen mit Migrationshintergrund haben auf ihrem Weg in den Tiroler Arbeitsmarkt besondere Herausforderungen zu meistern − sei es als Jungunternehmer, sei es als unselbstständig Beschäftigte“, erklärt Anton Eberl, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Innsbruck-Stadt. „Ihr beruflicher Erfolg ist jedoch ein Schlüsselfaktor für eine gelungene Integration in die Gesellschaft.“

Wirtschaftliche Chancen von Migration

Hinter dem Projekt „Mentoring für MigrantInnen“, das noch in vier weiteren Bundesländern stattfindet (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark), stehen der Gedanke und das Ziel, qualifizierte Fachkräfte am Tiroler Arbeitsmarkt unterzubringen. Neben fachlichen Kompetenzen sind heutzutage auch Fremdsprachenkenntnisse und das Wissen um andere Kulturen von zunehmender Bedeutung. Außerdem prognostizieren demografische Erhebungen, dass es in Österreich bis zum Jahr 2025 ohne Zuwanderung um ein Viertel weniger Menschen zwischen 20 und 24 Jahren gäbe. „Gemäß dem Human Developement Report 2009 der Vereinten Nationen führt Migration zu steigender Beschäftigung, ohne dass es zu einer Verdrängung am heimischen Arbeitsmarkt kommt“, erklärt Eberl und fügt hinzu: „Mehr noch: Qualifizierte Migranten bringen für die Wirtschaft einen großen Nutzen, da sie unter anderem einen wichtigen Einfluss auf die Innovationskraft haben. Es ist daher wichtig, jetzt die Weichen für ein neues umfassendes Migrations- und Integrationsmodell zu stellen. Hier setzt die Wirtschaftskammer Tirol mit dem ‚Mentoring für MigrantInnen‘ an.“

 

Das Projekt richtet sich an Personen mit Migrationshintergrund, die so genannten „Mentees“, die als Mindestqualifikation einen Lehrabschluss oder eine höhere Ausbildung sowie ausreichende Deutschkenntnisse aufweisen und Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt haben. Als Mentoren fungieren erfahrene Personen aus der Wirtschaft mit ausreichend beruflicher Praxis und sozialer Kompetenz. „Die Mentoren begleiten die Mentees über einen Zeitraum von rund sechs Monaten, damit diese am Tiroler Arbeitsmarkt nachhaltig Fuß fassen“, erklärt Eberl das Konzept. „Dabei unterstützen sie die Mentees unter anderem dabei, ihre konkreten beruflichen Möglichkeiten am Tiroler Arbeitsmarkt besser einschätzen zu können, ihre beruflichen Netzwerke auszubauen oder ihr eigenes Unternehmen zu gründen.“ Der Zeitaufwand für die Mentoren beträgt rund fünf bis sechs Stunden pro Monat, eingangs findet zudem ein Mentoren-Training statt.

Mentoren und Mentees profitieren gegenseitig

Auch das AMS steht stark hinter dem Projekt. „Österreich zählt weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Zuwanderungsanteil“, erklärt Anton Kern, Landesgeschäftsführer des AMS Tirol. Während die Beschäftigung in Österreich zwischen Dezember 2000 und Dezember 2007 um insgesamt 9,7 Prozent gestiegen ist, hat die Zahl der Arbeitnehmer ohne österreichische Staatsbürgerschaft im selben Zeitraum um 40,3 Prozent zugenommen.“ Menschen mit Migrationshintergrund seien jedoch weit überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. „Es ist mittlerweile unstrittig, dass Migration von gezielten Integrationsmaßnahmen begleitet werden muss, um den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft zu gewährleisten und die wirtschaftlichen Chancen von Migration nutzen zu können“, so Kern.

Das Projekt geht über die „Hilfe zur Selbsthilfe“ hinaus, wie Alexander Janda, Geschäftsführer des ÖIF, betont: „Ein übergeordnetes Ziel des Projektes ist, aufzuzeigen, dass ein Migrationshintergrund eine wertvolle Ressource darstellt und verstärkt genutzt werden kann. Es freut mich, dass wir ‚Mentoring für MigrantInnen‘ gemeinsam mit der Wirtschaftskammer und dem AMS auch in Tirol anbieten können. Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Erfolgsprojekt läuft somit österreichweit in fünf Bundesländern“, so Janda.

Betont wird von den Kooperationspartnern vor allem die win-win-Situation, denn für die Mentoren bedeutet das Programm nicht nur wertvolle soziale Erfahrungen, sondern die Arbeitskraft motivierter und qualifizierter Personen mit einschlägigen Fähigkeiten und Kenntnissen. „Betonen möchte ich auch, dass es sich hier nicht um ein soziales Hilfsprogramm handelt, sondern um ein Projekt, bei dem alle Beteiligten profitieren“, so Janda. In Wien konnten bei jedem der insgesamt vier Durchgänge rund 60 Paare (Mentor-Mentee) zusammengestellt werden, in Tirol liegt das Ziel bei rund 15 Partnerschaften. Die Trainings für Mentoren und Mentees finden am 20. bzw. 22. April statt, die Eröffnungsveranstaltung ist am 28. April.

Bewerbungen als Mentee werden bis 20. März 2010 vom Integrationszentrum Tirol (Mag. Nikolaus Meze, Tel. 0512/ 56 71-10, E-Mail tirol@integrationsfonds.at) angenommen.

Bewerbungen als Mentor werden bis 31. März 2010 von der Wirtschaftskammer Tirol (Mag. Patrick Friedrich, Tel.05 90 90 5-1437, E-Mail patrick.friedrich@wktirol.at) angenommen.

Alle weiteren Infos finden sich auf www.integrationsfonds.at und www.wko.at/mentoring.  

 

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