Donnerstag, 27. April 2017 09:18

14. Sitzung des Integrationsbeirats mit Islamexpertin Seyran Ateş

Schwerpunkt: Stärkung von Frauen mit Migrationshintergrund

Am 26. April 2017 fand die 14. Sitzung des Integrationsbeirats mit Integrationsminister Sebastian Kurz unter dem Vorsitz des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) statt. Vorgestellt wurden u.a. kommende Gesetzesinitiativen im Integrationsbereich, das Integrationsgesetz und das Arbeitsmarktintegrationsgesetz.

Integrationsminister Sebastian Kurz: "Die hohe Zahl der Flüchtlinge in Österreich stellt uns vor enorme Herausforderungen – von ihrer sprachlichen Qualifikation, über den beruflichen Einstieg bis hin zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Was es braucht, um diese Herausforderungen bewältigen zu können, ist jedenfalls Realismus und die Zusammenarbeit aller im Bereich zuständiger Vertreter/innen. Das neue Integrationsgesetz stellt die Grundlage einer guten Integrationsarbeit dar." Im Integrationsgesetz werden auch das Gremium des Integrationsbeirats und seine Arbeit verankert und so weiter institutionalisiert.

Schwerpunkt: Stärkung von Frauen mit Migrationshintergrund

Ein Schwerpunkt der Beiratssitzung wurde dem Thema der Integration von Frauen mit Migrationshintergrund gewidmet. Die deutsche Frauenrechtlerin und Islamexpertin Seyran Ateş plädierte in diesem Zusammenhang für die Förderung eines liberalen Islams und stellte ihre Pläne zur Eröffnung einer neuen, liberalen Moschee in Berlin vor, die von Frauen und Männern gleichberechtigt benützt werden könne und ein Modell für Europa sei. Sie warnte davor, Flüchtlinge dem Einfluss radikaler Moscheevereine zu überlassen: „Es ist bekannt, dass es hier problematische Strömungen gibt, deshalb ist es umso wichtiger, sich für einen liberalen Islam einzusetzen“. Außerdem sprach sie für eine Diskussion zum Thema Kopftuch aus: "Das Kopftuch ist keine Säule des Islams. Wer Frauen sagt, dass sie ein Kopftuch tragen müssen, handelt unislamisch."

Über den Integrationsbeirat

Der Integrationsbeirat wurde 2010 gegründet und tagt seither zweimal im Jahr. Mit dem neuen Integrationsgesetz wird der Integrationsbeirat nun auch gesetzlich verankert. Das Gremium setzt sich aus Vertreter/innen verschiedener Ministerien, der Länder, des Städte- und Gemeindebundes der Sozialpartner sowie Vertreter/innen humanitärer oder kirchlicher Einrichtungen aus dem Integrationsbereich zusammen. Den Vorsitz führt Franz Wolf, Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Der Integrationsbeirat dient zur kompetenzübergreifenden Vernetzung und Abstimmung sowie zum Wissenstransfer aller bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Integration involvierten Akteure.

Die deutsche Islamexpertin Seyran Ateş war zu Gast bei der 14. Sitzung des Integrationsbeirats mit Integrationsminister Sebastian Kurz. Foto: BMEIA/Dragan Tatic