Donnerstag, 16. März 2017 10:33

Diskussion zur Integration geflüchteter Frauen

Salzburg. Am 15. März fand in Salzburg die vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) gemeinsam mit dem Land und der Stadt Salzburg veranstaltete Podiumsdiskussion statt.

Am 15. März fand in Salzburg die vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) gemeinsam mit dem Land Salzburg und der Stadt Salzburg veranstaltete Podiumsdiskussion „Neue Freiheiten, alte Zwänge? Herausforderungen bei der Integration von geflüchteten Frauen in Österreich“ statt. Mit den rund 100 Besucherinnen und Besuchern diskutierten die Schweizer Islam-Expertin und Menschenrechts-Preisträgerin Saïda Keller-Messahli, Angelina Berndorfer (Frauenbeauftragte des AMS Salzburg), Hayat Moosa (Dolmetscherin für Arabisch und Kurdisch) und Sirikit Reuchlin (Ehrenamtliche in der Flüchtlingsintegration) über die Herausforderungen bei der der Integration geflüchteter Frauen. Einleitende Worte kamen von Landesrätin Martina Berthold, Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Hagenauer und ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf. Im Zentrum der Diskussion standen mitgebrachte Rollenbilder, Wertekonflikte und die Erwartungshaltungen von Umfeld und Familie.

Frauen stärken und Freiheiten nutzen

Saïda Keller-Messahli, die 2016 den schweizerischen Menschenrechtspreis erhalten hat, betonte im Rahmen der Podiumsdiskussion die für geflüchtete Frauen große Herausforderung, die neuen Möglichkeiten in der österreichischen Gesellschaft aktiv wahrzunehmen: "Es ist für viele Frauen leichter, sich in patriarchalen Strukturen einzurichten und geschützt zu wähnen, als sich der Freiheit zu stellen und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Diese Unterwerfung generiert auf die Dauer aber nur Regression und Frustration. Es braucht Mut sich der neuen Freiheit zu stellen, da diese oft mit Einsamkeit verbunden ist, aber es zahlt sich aus. Denn Freiheit nährt und stärkt unser Selbstwertgefühl."

Werte- und Orientierungskurse, Integrationsworkshops für Frauen sowie Broschüre zum Schwerpunkt Frauen

Mit einer neuen Informationsbroschüre zum Schwerpunkt Frauen liefert der ÖIF außerdem aktuelle Zahlen zu den Bereichen Zuwanderung, Sprache und Bildung, Arbeit und Beruf sowie Familie und Gesundheit und stellt die Herausforderungen der Integration von Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund in Österreich dar. So wanderten zwischen 2010 und 2015 174.000 Frauen nach Österreich zu (Nettozuwanderung). 40% von ihnen kamen aus Drittstaaten nach Österreich. Unter den Drittstaatsangehörigen stellen Frauen aus den Flüchtlings-Herkunftsländern Syrien (10.400 Frauen) und Afghanistan (8.400 Frauen) die größten Gruppen dar. Die Broschüre als Download finden Sie HIER.

Neuer Standort für Integrationszentrum Salzburg

An seinem Standort in Salzburg bietet der ÖIF für Zuwanderinnen und Zuwanderer sowie Flüchtlinge Beratung für ihre ersten Schritte in Österreich an, informiert über Deutschkursmaßnahmen sowie mögliche finanzielle Förderungen für Deutschkurse und hält Werte- und Orientierungskurse ab. Seit Ende Februar befindet sich das Integrationszentrum Salzburg an einem neuen Standort in zentraler Lage in Salzburg Stadt, im Stadtwerk Lehen.

Integrationszentrum Salzburg
Inge-Morath-Platz 18, 5020 Salzburg
+43 662/876874
salzburg(at)integrationsfonds.at

Öffnungszeiten:
MO-MI 8:30 bis 16:30 Uhr
DO 8:30 bis 18:30 Uhr
FR 8:30 bis 13:00 Uhr

v.l.n.r. Nalan Gündüz (ÖIF), Saïda Keller-Messahli, Franz Wolf (ÖIF), Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Hagenauer, Sirikit Reuchlin, Landesrätin Martina Berthold, Angelina Berndorfer, Julia Graffer (ÖIF), Hayat Moosa © Mona Moiré de Mirande