Freitag, 24. März 2017 11:08

Podiumsdiskussion über Identität und Zusammenhalt

Wien. Am 23. März fand im Metro Kinokulturhaus die Auftaktveranstaltung zur neuen ÖIF-Gesprächsreihe "Gesellschaft im Wandel: Was hält uns zusammen?" mit Philosoph und Schriftsteller Rüdiger Safranski statt.

Vor mehr als 160 Gästen sprach Rüdiger Safranski mit Moderator Rainer Nowak, Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse" (Kooperationspartnerin des ÖIF für diese Gesprächsreihe), über die Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen und Zuwander/innen, die Bedeutung von Grenzen für das Funktionieren des Sozialstaats und die Frage, wie wichtig Vertrauen für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft ist.

Gemeinsame Sprache und Integration in den Arbeitsmarkt

Rüdiger Safranski plädierte im Gespräch für einen nüchternen Blickwinkel: "Es geht in erster Linie um elementare Dinge: dass Flüchtlinge unsere Sprache lernen und sich in die Wirtschaft integrieren." Besonders wichtig ist laut Safranksi auch das „Vertrauenskapital“ in einer Gesellschaft: Es sei unerlässlich, dass Menschen, die zusammenleben "ein Mindestmaß an Vertrauen einander haben können". Vertrauen sei die Basis eines gelungenen Zusammenlebens. Wenn diese fehlt, "ist das eine große Gefahr unserer Zeit", warnte Safranski. In diesem Zusammenhang betonte er, dass eine gelungen Integration auch mit der Zahl an zu Integrierenden zusammenhänge: "Wir müssen uns die Frage stellen, wie viel Fremdes eine Gesellschaft bewältigen kann, bevor sie sich selbst entfremdet und das Vertrauenskapital verloren geht."

Neue Veranstaltungsreihe: "Gesellschaft im Wandel: Was hält uns zusammen?"

Mit der neuen Gesprächsreihe stellt der ÖIF gemeinsam mit der "Presse" Fragen des Zusammenlebens sowie der Identität, Kultur und Religion in den Fokus und lädt dazu internationale Expert/innen nach Wien ein. Franz Wolf, Geschäftsführer des ÖIF, betonte: "Die zunehmende Polarisierung innerhalb unserer Gesellschaft und die Befürchtungen der gesellschaftlichen Spaltung, sind vielbesprochene Themen unserer Zeit. Mit der jetzt gestarteten Veranstaltungsreihe wollen wir im Gegensatz dazu der Frage nachgehen, was unsere Gesellschaft in der Zukunft zusammenhält und Denkansätze für ein gelungenes Zusammenleben thematisieren."

Die nächste Veranstaltung der Reihe findet am 7. Juni 2017 mit Historiker und Gewaltforscher Jörg Baberowski statt. Er wird darüber sprechen, welche Konsequenzen Gewalt und Angst auf unser Zusammenleben haben können.

"Presse"-Chefredakteur Rainer Nowak, Rüdiger Safranski und ÖIF-Geschäftsführer Franz Wolf (v.l.n.r.) auf dem Podium im Metrokino.