Gemeinsam mehr erreichen
Bundesländer und Gemeinden sind Schlüssel-Player für erfolgreiche Integration. Denn ihr Handlungsraum ist dort, wo Integration erfolgt: Mitten im Leben der Menschen.
VON ALEXANDER JANDA
Die Debatte um die notwendige Verwaltungsreform in Österreich zeigt: Österreichs Bundesländer – die meisten davon sind älter als die Republik – sind wichtige Machtfaktoren im Land. Gegen die Länder geht nichts. Das mögen Verwaltungsreformer beklagen, auf der anderen Seite ist die Stärke der Bundesländer auch eine große Chance. Dies gilt jedenfalls für den Integrationsbereich. Hier lässt sich für Integration nicht nur viel bewegen, hier muss sich auch viel bewegen. Denn Integrationspolitik ist dort besonders wichtig, wo Integration in der Realität erfolgt – mitten im Leben der Menschen, in Ländern und Gemeinden.
Fokus nicht nur auf den Bund
Österreichische Bundesländer haben diese Herausforderungen und die damit verbundene Verantwortung auch erkannt. Früher als der Bund haben sie mit Integrationsarbeit begonnen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entwicklung von Integrationsleitbildern. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die von den Ländern unterstützt werden. Mit der Einrichtung von Integrationsbeauftragten oder –referenten haben Bundesländer auch für die Institutionalisierung und Verankerung des Themas Integration in Verwaltung und Politik gesorgt. In den Bundesländern wurde viel Know-how gesammelt, was den Umgang mit spezifischen Migrantenpopulationen betrifft. Vor diesem Hintergrund ist klar, dass bei der integrationspolitischen Debatte der Fokus nicht bloß auf den Bund zu richten ist. Integration lässt sich nicht zentral verordnen, sie muss regional und lokal gestaltet werden. Deshalb sind Österreichs Bundesländer ganz entscheidende Partner für erfolgreiche Integration. Von ihren Leistungen, Initiativen und Projekten hängt es ab, wie gut Integration vor Ort erfolgen kann.
Gemeinsame Strategie aller Player
Entscheidend ist es, die Bemühungen auf Ebene der Gemeinden und Länder zu fokussieren und dadurch zu verstärken. Die Vernetzung mit anderen Initiativen, aber auch die gezielte Schwerpunktsetzung sind wichtige Strategien, um den integrationspolitischen Bemühungen zusätzliche Schubkraft zu verleihen. Der unter tatkräftiger Beteiligung der Bundesländer entstandene Nationale Aktionsplan für Integration liefert erstmals für Österreich ein fundiertes, strategisches Rahmenwerk für die Ziele, Maßnahmen und Indikatoren für erfolgreiche Integration. Das geschieht in allen entscheidenden Handlungsfeldern – von der Sprache über den Arbeitsmarkt bis hin zu Wohnen und der regionalen Dimension von Integration, die im Aktionsplan besonders betont wird. Dieses gemeinsam entwickelte Rahmenwerk gemeinsam umzusetzen ist nun die große Herausforderung. Die Umsetzungsarbeit ermöglicht es, die Kräfte zu bündeln, voneinander zu lernen und damit in ganz Österreich mehr für Integration zu erreichen. Fest steht: Ohne Bundesländer und Gemeinden gibt es keine gelungene Integration in Österreich. Je gezielter und fundierter sie sich mit dieser Herausforderung beschäftigen, desto nachhaltiger können Herausforderungen und Probleme gelöst werden.

