So wichtig ist Migration für den Wirtschaftsstandort
Sie gelten als das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft: Viele der Industriebetriebe, die für den heimischen Exporterfolg verantwortlich sind, haben in Oberösterreich ihren Sitz. Welche Rolle spielen Migrantinnen und Migranten für sie? Integration im Fokus hat sich umgehört.
"Vorteile von Migration nützen"

Pöttinger Landtechnik
„Als Familienbetrieb empfinden wir eine besondere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern“, heißt es im Leitbild von Pöttinger Landtechnik. Tatsächlich ist im Unternehmen, das von Futtererntemaschinen bis Rundballenpressen eine Vielzahl an Landtechnik anbietet, seit seiner Gründung 1871 bereits die vierte Generation am Ruder. 84 Prozent der Produktion gehen als Exporte ins Ausland – Firmensitz ist aber nach wie vor in Grieskirchen in Oberösterreich. Rund 6 Prozent der dort beschäftigten Mitarbeiter/innen haben Migrationshintergrund. Sie arbeiten zu zwei Drittel in der Produktion, etwa als Schweißer, Monteure oder Lackierer, ein Drittel ist in der Verwaltung beschäftigt. Für Klaus Pöttinger, auch Präsident der oberösterreichischen Industriellenvereinigung, sind Integration und Migration „kein Thema, quasi selbstverständlich“. „Als international tätiges Unternehmen nützen wir gerne die Vorteile, die Migration mit sich bringt, speziell die Fremdsprachenkenntnisse unserer Mitarbeiter.“
"Deutsch lernen ist erster Schritt"

Banner Batterien
BMW, Audi, VW, Skoda – die Liste der Kunden von Banner Batterien ist lang und prominent. Im oberösterreichischen Unternehmen, das 90 Prozent seiner Produktion in über 50 Länder exportiert, hat rund ein Viertel der Belegschaft Migrationshintergrund. Sie arbeiten überwiegend in der Produktion und Logistik, vereinzelt aber auch in der Produkttechnik und im kaufmännischen Bereich. Andreas Bawart, der dem Familienbetrieb bereits in dritter Generation als kaufmännischer Geschäftsführer vorsteht, hat ein differenziertes Verständnis von Integration. Die tägliche Zusammenarbeit von Mitarbeiter/innen mit und ohne
Migrationshintergrund fördere eine Offenheit, „die sowohl die jeweiligen Personen als auch die Firma als Ganzes bereichert“, erklärt er im Gespräch. „Wir erwarten aber auch, dass unsere Mitarbeiter Willen zur Integration zeigen. Deutsch zu lernen ist dafür ein wesentlicher erster Schritt.“
"Vielfalt sorgt für kreative Ideen"

Miba AG
In neun Staaten von Brasilien bis Singapur ist die Miba aktiv – doch gesteuert wird der Zulieferer der Fahrzeug- und Motorenindustrie von Laakirchen aus. Von den 1.600 Mitarbeiter/innen in Österreich haben rund 9 Prozent eine ausländische Staatsbürgerschaft, 16 unterschiedliche Nationalitäten sind vertreten. Dementsprechend kosmopolitisch ist auch das Selbstverständnis des Unternehmens: „Die Vielfalt unserer Mannschaft sorgt für kreative Ideen und Innovationskraft“, sagt Personalchef Bernhard Reisner. Der Großteil der Migrant/innen ist als Arbeiter/innen tätig, etwa im Werkzeugbau oder der Maschinenbedienung. Nicht-Österreicher/ innen finden sich aber auch im Forschungsbereich oder der Produktionsplanung und -steuerung. Reisner: „Uns geht es darum, Technologieführer zu bleiben. Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Integration bedeutet für uns also, gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten und gemeinsame Werte zu teilen.“
"Integration bedeutet keine Unterschiede machen"

Salinen Austria AG
Rund 3.350 Tonnen Salz produzieren die Salinen Austria – am Tag. Ihre Produkte sind – in Form von Speisesalz – in jedem Haushalt zu finden, werden aber auch anderswo eingesetzt: in der chemischen und der Pharmaindustrie, für Tiernahrung oder im Winter auf Österreichs Straßen. Der Migrant/innenanteil bei den Salinen ist verhältnismäßig gering: Er beträgt knapp 2 Prozent. Sie arbeiten sowohl in der Produktion als auch in Technik und Forschung. Vorstandsvorsitzender Stefan Maix bringt sein Integrationsverständnis prägnant auf den Punkt: „Integration bedeutet, keine Unterschiede zu machen.“




