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ÖIF-DOSSIER n°2

Migranten/innenbilder von Sozialarbeiter/innen

Eine kritische Analyse von Wahrnehmungs- und Darstellungsmustern bezüglich Menschen mit Migrationshintergrund unter Sozialarbeitern/innen  

Elisabeth Maria Ebner

Elisabeth Maria Ebner arbeitet seit September 2008 als Sozialarbeiterin am Amt für Jugend und Familien, Referat Soziale Arbeit mit Familien, in Wien. Sie studierte Sozialarbeit und Sozialmanagement an der Fachhochschule Joanneum in Graz. ÖIF-Dossier no2 ist die Zusammenfassung ihrer Diplomarbeit (Diplomarbeitsstipendium des Österreichischen Integrationsfonds 2008).  

April 2009

Einleitung

Ziel von Sozialarbeit ist wohl immer die Verbesserung einer belastenden Lebenssituation oder zumindest die Vermeidung einer Verschlechterung. Doch gute Absichten bedeuten noch nicht automatisch gute Ergebnisse. Im Gegenteil, die besten Absichten verleiten eher zu unreflektiertem Handeln, da man sich seiner Sache ganz sicher ist. Auch in der Sozialarbeit mit Migranten/innen sind die Absichten der Sozialarbeiter/innen in der Regel dem Berufsethos entsprechend gut. Doch setzt man sich intensiver mit der Thematik Migration auseinander, so stößt man auf widersprüchliche Interessen, schwierige Rahmenbedingungen und viele Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Qualitativ hochwertige Sozialarbeit hängt nicht nur von den besten Absichten, sondern unter anderem auch davon ab, wie der/die Klienten/in von den Sozialarbeiter/innen wahrgenommen, eingeordnet und verstanden wird. Man möchte meinen, es kann sich dabei nur um positive Bilder handeln, denn es handelt sich ja auch um Menschen, die Gutes bewirken wollen. Aber die Realität ist viel komplexer als angenommen. So bezeichnen Migrationsforscher wie Franz Hamburger Migranten/innenbilder von Sozialarbeiter/innen als defizitorientiert und negativ. Er fordert Sozialarbeiter/innen dazu auf, ihre Einstellungen bezüglich Migranten/innen und Migration kritisch zu betrachten und sie nicht als selbstverständlich hinzunehmen, damit mit den besten Absichten auch die besten Ergebnisse erzielt werden können. Einseitig negative Migranten/innenbilder wirken sich negativ auf die Sozialarbeit mit Migranten/innen und das Migranten/innenbild in der Öffentlichkeit aus und sollten deshalb von Sozialarbeiter/innen nicht produziert und weiterverbreitet werden. Da die Bildung von Stereotypen ein natürlicher psychischer Prozess ist, kann er auch von Sozialarbeiter/innen nicht vermieden werden. Allerdings ist ein reflexiver und professioneller Umgang mit ihnen notwendig.  

Diese Forschungsarbeit fordert zu einem reflexiven Umgang mit selbstverständlichen Einstellungen in der Sozialarbeit auf und macht auf Aspekte aufmerksam, die in der Sozialarbeit von großer Bedeutung sind. Gerade in der Arbeit mit Migranten/innen, die oft Diskriminierung oder Rassismus ausgesetzt sind (sei er nun alltäglich oder strukturell), ist es wichtig sicherzustellen, dass nicht eigene versteckte Vorurteile und Stereotype die professionelle Sozialarbeit verzerren und erschweren. Die kritische Aufarbeitung dieser Thematik ist daher von großer Relevanz.  

Die in den folgenden Seiten zusammen gefassten Forschungsergebnisse stammen einerseits aus einer umfangreichen Literaturrecherche und andererseits aus einem zweitstufigen empirischen Forschungsverfahren. In der ersten Forschungsstufe erfolgte eine qualitative Inhaltsanalyse von 28 Artikeln aus der Zeitschrift „SIÖ- Sozialarbeit in Österreich“, die zum Thema Migration und Migranten/innen seit 1990 verfasst wurden. Anschließend wurden aufbauend auf diese ersten Ergebnisse problemzentrierte Experten/inneninterviews mit fünf Sozialarbeitern/innen aus Graz durchgeführt. Mit Hilfe einer weiteren qualitativen Inhaltsanalyse wurde die Frage welche Migranten/innenbilder Sozialarbeiter/innen in einem Einwanderungsland wie Österreich haben, bearbeitet.

1. Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich

Die Statistik Austria erfasst in der Gruppe „Menschen mit Migrationshintergrund“ alle Personen, die entweder im Ausland geboren wurden oder in Österreich leben, aber nicht österreichische Staatsbürger/innen sind. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund an der österreichischen Gesamtbevölkerung betrug, nach dieser Definition, Anfang 2007 16%. Das sind ca. 1,353 Millionen Menschen. (vgl. Sandrisser, S.170) Wenn man den erweiterten Migrationshintergrund beachtet (2. oder 3. Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft), dann steigt der Anteil der Migranten/innen an der österreichischen Bevölkerung im Jahr 2007 auf 19 % (vgl. Simonitsch, S.27). Zur besseren Lesbarkeit werden in diesem Artikel der Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ dem Begriff „Migraten/innen“ gleichgesetzt.  

Menschen mit Migrationshintergrund befinden sich in Österreich gegenwärtig in verschiedensten Lebenslagen und haben ungleich ausgeprägte Zugänge zu den gesellschaftlichen Ressourcen. Diese Zugänge sind einerseits von den gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig und andererseits auch von den Teilhabechancen der Migranten/innen. In vielen Fällen ist der Zugang, z. B. zu Arbeit, gesetzlich verankert, aber die Chancen, gegenüber Menschen ohne Migrationshintergrund, einen gut bezahlten, sicheren Arbeitsplatz zu bekommen, sind nicht gleich groß.  

Migration hat für die Migranten/innen selbst und auch für die jeweilige Aufnahmegesellschaft sowohl positive, als auch negative Folgen. Es ist wichtig, beide Aspekte wahrzunehmen und zu beachten. Zu den negativen Seiten der Migration gibt es ausreichend Fachliteratur und wissenschaftliche Abhandlungen. Eher selten beschäftigt man sich hingegen mit ihren positiven Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.

1.1. Migranten/innen und Migration als Bereicherung für die österreichische Gesellschaft

Migranten/innen wurden bis in die 90er Jahre nicht als soziale, politische und kulturelle Akteure/innen wahrgenommen und folglich waren ihre Ressourcen und Potenzial in diesen Bereichen weder für die Gesellschaft, noch für die politischen Entscheidungsträger von Interesse. Aus diesem Grund besteht in Österreich auch ein Mangel an Literatur und Studien zu diesem Thema. Erkannt und erforscht wurden lange Zeit nur ökonomische Potenziale von Migranten/innen. (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.4f.)  

Migranten/innen bereichern die österreichische Wirtschaft in vielerlei Hinsicht. Wenn man sie z. B. auch als Konsumenten/innen und nicht nur als Arbeitskräfte wahrnimmt, erkennt man, dass sie durch Nachfrage an Gütern und Dienstleistungen zum Wirtschaftswachstum beitragen. Inwiefern sie das Pro-Kopf-Einkommen steigern, ist leider noch nicht erforscht (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.22). Durch die Vervielfältigung verschiedenster Lebensweisen und den damit verbundenen Import von Gütern aus den Herkunftsländern, tragen Migranten/innen wesentlich zur Erhöhung der Lebensqualität in Österreich bei (z.B. durch die Vervielfältigung der kulinarischen Landschaft oder des Lebensmittelangebotes). Die Wiederbelebung von traditionellen handwerklichen Fertigkeiten ist eine zusätzliche positive Auswirkung von Migration in Österreich (vgl. ebd., S.23).  

Da es aufgrund der Migranten/innen zu keinen Arbeitskraftengpässen und in weiterer Folge auch zu keiner Produktionskostensteigerungen kommt, verbessern sie durch ihre Beschäftigung in der Exportwirtschaft auch die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität dieses Wirtschaftssektors, welcher einem besonders hohem Wettbewerb unterliegt (vgl. ebd., S.25-28). Die vermehrte wirtschaftliche Selbstständigkeit oder die Einwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte (z. B. in unternehmensorientierten Diensten, wie insbesondere Banken- und Versicherungswesen, Informations- und Kommunikationstechnologie, Energie- und Wasserversorgung oder Forschung) sind weitere aktuelle Entwicklungen unter Migranten/innen in Österreich, die sich positiv auf die Wirtschaft auswirken (vgl. ebd., S.28f.).

Migranten/innen machen vor allem die Privatwirtschaft kulturell vielfältig, da sich der öffentliche Sektor nur im Gesundheits- und Pflegebereich (teilweise auch der Bildungs- und Sozialbereich) für Migranten/innen geöffnet hat (vgl. ebd., S.36). Aber Migration bringt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kulturelle, politische und soziale Bereicherungen. In den letzen Jahren interessiert sich die Forschung zunehmend auch für diese Aspekte (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.4f.).

1.2. Kulturdifferenz als soziales und politisches Potenzial

Wenn Immigration in einem positiven Kontext genannt wird, geschieht dies oft in Zusammenhang mit Kultur und Folklore. Dies kann jedoch gefährlich werden, denn es beschränkt ImmigrantInnen auf eine determinierte ethnische Gruppe, [sic] mit spezifischenGeschmäckern und Traditionen, was oft nicht mit der Realität übereinstimmt. (Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.63)

Trotzdem kann man, wenn man sich nicht ausschließlich darauf beschränkt, Kulturdifferenz als positiven Effekt von Migration erkennen. Die Wahrnehmung der Migranten/innen als kulturelle Bereicherung und Teil unserer Gesellschaft funktioniert noch nicht optimal, da Migranten/innen in vielen Bereichen unserer Gesellschaft unterrepräsentiert sind. Es gibt jedoch einige erwähnenswerte Ausnahmen.  

In letzter Zeit werden Menschen mit Migrationshintergrund z. B. in der Politik und in den österreichischen Parteien, vor allem bei den „Grünen“, aktiv. So repräsentieren sie einerseits den Migranten/innenanteil der österreichischen Bevölkerung und können andererseits auch die politische Teilhabe von Migranten/innen in Österreich verbessern (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.36). Auch in gesetzlich eingerichteten Interessenvertretungen, wie z. B. der Arbeiterkammer, funktioniert die Partizipation von Migranten/innen, da alle Arbeitnehmer/innen zu einer Teilnahme verpflichtet sind (vgl. ebd., S.47). Als kleiner Ersatz für das fehlende Wahlrecht von Migranten/innen (außer Österreicher/innen mit Migrationshintergrund) wurde in manchen Städten eine Alternative auf kommunaler Ebene geschaffen. Der Mirganten/innenbeirat wird von Migranten/innen gewählt und hat eine beratende Funktion im Gemeinderat (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004, S.49).

Weitere Bereiche in der österreichischen Gesellschaft, wo Migration als Bereicherung aufgefasst und auch so gelebt wird, sind die bildende Kunst, Film, Theater, Radio, Musik, Mode, Internet und Fernsehen. Migranten/innen werden dort immer stärker selbst aktiv und beeinflussen damit die österreichische Gesellschaft (vgl. ebd., S.40-45).  

Ein wichtiges soziales Potenzial der österreichischen Gesellschaft stellen Migranten/innenselbstorganisationen und Vereine dar, die Menschen mit Migrationshintergrund in vielerlei Hinsicht unterstützen, da sie multisektoral und multifunktional sind. Religiöse und soziale Begegnungsstätten, gemeinsame Aktivitäten, Deutschkurse, Kinderbetreuung oder andere Unterstützungsleistungen sind nur einige Leistungen von den etwa 1000 Migranten/innenselbstorganisationen in Österreich. (vgl. Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk, 2004 S.51f.) Sie sind nicht nur für Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch für alle anderen Österreicher/innen eine wichtige Ressource, da ihre Angebote sich nicht nur auf Migranten/innen beschränken.  

Menschen mit Migrationshintergrund sind aber auch in vielerlei Hinsicht mit Problemen konfrontiert, was ihre gesetzliche Stellung und vor allem ihre Chancengleichheit in Bezug auf Beschäftigung, Ausbildung, Wohnverhältnisse oder politische Partizipation betrifft. Die Gleichberechtigung in allen wesentlichen Lebensbereichen hängt allerdings auch davon ab, inwiefern die österreichische Gesellschaft den Migranten/innen die Fähigkeit und die Absicht, sich zu integrieren und produktiv zu beteiligen, zutraut. Deshalb ist es von großer Bedeutung, auch die Bereiche der österreichischen Gesellschaft zu sehen, in denen Integration bereits stattfindet oder Menschen mit Migrationshintergrund eine Bereicherung darstellen. Die Konzentration auf Potenziale und Ressourcen von Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich verbessert ihr Bild in der Öffentlichkeit und in weiterer Folge wiederum ihre Teilhabechancen. Die Art und Weise wie Migranten/innen wahrgenommen bzw. dargestellt werden, also welche Bilder von ihnen produziert und reproduziert werden ist folglich von großer Bedeutung. Die individuellen und gesamtgesellschaftlichen Wahrnehmungs- und Darstellungsmuster von Menschen mit Migrationshintergrund werden in dieser Arbeit unter dem Begriff Migranten/innenbilder zusammengefasst.

2. Migranten/innenbilder

Für die Erklärung und Definition des Begriffes Migranten/innenbilder, welcher in der Fachliteratur nicht verwendet wird, ist es notwendig auf den Begriff Menschenbilder zurück zu greifen. Eine Definition kann mit seiner Hilfe hergeleitet werden. Menschenbilder bestehen aus Vorstellungen über sich selbst (Selbstkonzepte), Annahmen über bestimmte Personen (z.B. Familienmitglieder oder wichtige Bezugspersonen), Ideen darüber, wie andere Menschen (bestimmte Gruppen, Gemeinschaften, Kulturen) sind oder sich verhalten, Konzepte vom Menschen an sich und aus dem Weltbild (vgl. Fahrenberg, 2004, S.286). Vorstellungen über andere Menschen werden auch als Fremdbild bezeichnet. Das Fremdbild kann sich auf die Allgemeinheit (alle Menschen), auf eine bestimmte Menschengruppe oder bestimmte Menschen beziehen.  

Das Migranten/innenbild kann also als Teil des Menschenbildes beschrieben werden, da es sich um Einstellungen gegenüber einer bestimmten Menschengruppe handelt. Es gehört zu dem Fremdbild und bestimmt, wie wir Migranten/innen wahrnehmen, ihre Handlungen interpretieren, sie darstellen oder mit ihnen umgehen. Migranten/innenbilder können verschiedenste Formen annehmen, sie können offen, optimistisch oder geschlossen sein. Genauso können sie ein Schema aus negativen Vorurteilen und Stereotypen darstellen, in das Migranten/innen hineingepresst werden. Kein Migranten/innenbild ist richtig oder falsch. Jedoch beschreibt es die Realität am ehesten, wenn der/die Träger/in des Bildes bereit ist, seine Einstellungen und Annahmen zu diskutieren und eventuell neuen Informationen anzupassen.  

Auch in der Sozialarbeit werden Migranten/innenbilder übernommen, produziert oder reproduziert. Jede/r Sozialarbeiter/in hat persönliche Bilder von Menschen mit Migrationshintergrund und auch die professionelle Sozialarbeitsfachöffentlichkeit greift Einstellungen auf, formt sie um und/oder gibt sie an die Öffentlichkeit und die Klienten/innen weiter.

3. Migranten/innenbilder in der Sozialarbeit

Sozialarbeit mit Migranten/innen beschäftigt sich verstärkt mit der Vermeidung von Armut (als mehrdimensionaler Begriff: im Sinne von wirtschaftlicher, kultureller, sozialer etc. Armut). Migration macht zwar in vielen Fällen arm, es kann aber deshalb nicht prinzipiell von einer Verschlechterung der Lebensverhältnisse für Migranten/innen ausgegangen werden.

Die Orientierung an der Vermeidung von Armut […] lässt nun sehr leicht ein einseitiges Bild des Migranten entstehen. Er erscheint in diesem Diskurs sehr schnell als „armes Opfer der Verhältnisse“. Dies mag im Einzelfall einmal zutreffen, ist aber systematisch falsch. Der Migrant  ist auch aktiver Akteur und verfolgt wie alle Individuen seine Interessen. Durch Migration gibt es nicht nur Verluste, sondern auch Gewinne. (Hamburger, 2001, S.1221)

Gelingt es Migranten/innen sich auf allen Ebenen zu integrieren, kann man von einer relativen Verbesserung ihrer Lebensumstände ausgehen. Aus diesem Grund ist es falsch, von den armen Migranten/innen zu sprechen und Menschen mit Migrationshintergrund aus dieser Perspektive wahrzunehmen (vgl. Hamburger, 2001, S.1221).  

Auch Migranten/innen der zweiten oder dritten Generation werden oft als übermäßig stark belastet und mit ihrer eigenen Identität überfordert dargestellt und behandelt. Man fixiert sich sowohl im öffentlichen Diskurs, als auch in der Sozialarbeit auf die belastende Wirkung des Migrationshintergrundes und konzentriert sich zu wenig auf die zusätzlichen Kompetenzen, die aus der Migrationserfahrung oder der Sozialisation in zwei Kulturen resultieren. (vgl. Hamburger, 2001, S.1221) Im politischen und gesellschaftlichen Diskurs werden Migranten/innen als hilflos, ohnmächtig oder als Gefahr für den sozialen Frieden und unsere Kultur dargestellt. Daran angeknüpft entsteht auch das Bild der Migranten/innen in der Sozialarbeit. Die verstärkte Ressourcenorientierung der Sozialarbeiter/innen stellt eine mögliche Lösung für die Problematik des defizitären Migranten/innenbildes in der Sozialarbeit dar (vgl. Sprung, 2005, S.21).

4. Auswirkungen von Klienten/innenbildern in der Sozialarbeit

Sozialarbeit beeinflusst die Öffentlichkeit in vielerlei Hinsicht und wirkt somit wesentlich am „öffentlichen Bild der KlientInnen und der Erklärungen für deren Probleme mit“ (Hamburger, 2002b, S.773). Ihre Öffentlichkeitswirksamkeit erreicht sie entweder aktiv und geplant durch Öffentlichkeitsarbeit, oder passiv und beiläufig, da sie von den Medien und der Öffentlichkeit beobachtet wird (vgl. ebd., S.760ff.). In erster Linie beeinflussen Theorie und Praxis der Sozialarbeit die Medien, welche wiederum eine meinungsbildende Wirkung auf die Fachöffentlichkeit der Sozialarbeit, aber auch die allgemeine Öffentlichkeit haben (vgl. ebd., S.761). Auch das soziale Umfeld der Klienten/innen nimmt dessen Darstellung in der Öffentlichkeit, ausgehend von der Sozialarbeit selbst, wahr (vgl. ebd., S.773). Da die öffentliche Meinung, die politische Meinungsbildung und die politische Entscheidungsfindung eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen (vgl. ebd., S.769), hat das Bild, das Sozialarbeit von ihren Klienten/innen produziert, auch Auswirkungen auf deren rechtliche und soziale Situation. Weil eine „verstärkte Berichterstattung mit Dramatisierung Sozialer [sic] Probleme […][und mit einer] verstärkten Stigmatisierung von Klienten/innen verbunden [ist][…]“ (Hamburger, 2002b, S.764), müsste die Sozialarbeit besonders vorsichtig und reflektiert mit der Darstellung ihres Klientels in der Öffentlichkeit umgehen. Leider vergisst sie infolge von öffentlichen Selbstinszenierungen zur Sicherung von Spendengeldern, zur Erreichung gesetzlicher Existenzberechtigung oder finanzieller Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln immer wieder auf die stigmatisierende Wirkung von Defizitdarstellungen ihrer Klienten/innen. (vgl. ebd., S.767)  

Aber Sozialarbeit beeinflusst mit ihren Bildern und Darstellungen nicht nur die eigene Fachöffentlichkeit, die allgemeine Öffentlichkeit, die Medien und die Politik sondern auch die Klienten/innen selbst. Sozialarbeiter/innen übernehmen in der Öffentlichkeit eine Experten/innenrolle (vgl. Hamburger, 2002b, S.760). Nach der Theorie der persuasiven Kommunikation haben Experten/innen eine besonders starke Wirkung auf die Einstellung von Menschen (vgl. Aronson, 2004, S.238f.). Zusätzlich tendieren Menschen, denen es emotional schlecht geht und die ein niedriges Selbstvertrauen haben (vgl. ebd., S.85) eher dazu, Einstellungen unreflektiert zu übernehmen (vgl. ebd., S.265). Nach der Theorie der relativen Deprivation ist außerdem die Bereitschaft Vorurteile zu entwickeln umso höher, „ je schlechter […] jemand, gemessen an seinen subjektiven Erwartungen, im sozialen Vergleich abschneidet […].“ (Auernheimer, 2003, S.85)  

All diese Faktoren können in der helfenden Beziehung zwischen Klienten/innen und Sozialarbeiter/innen zutreffen. Deshalb sollten Sozialarbeiter/innen immer sensibel mit der Offenlegung ihrer Einstellungen gegenüber Klienten/innen umgehen. Das heißt, sie sollten sowohl darauf achten, wie sie Klienten/innen in der Öffentlichkeit darstellen, als auch darauf, welche Bilder sie im Laufe eines Hilfeprozesses (re-)produzieren, da eine weitere indirekte Auswirkung die selbsterfüllende Prophezeiung sein kann (vgl. ebd., S.526). Gerade wenn es um Einstellungen gegenüber der Klienten/innengruppe, der der/die  jeweilige Klient/in angehört, geht, müssen deshalb Sozialarbeiter/innen in Anlehnung an diese Theorie ihre Einstellungen und den Umgang mit ihnen besonders gut reflektieren.  

Um die Qualität von professioneller Sozialer Arbeit in einer Einwanderungsgesellschaft mit ihren vielfältigen Aufgabenfeldern verbessern zu können, muss sie sich selbst einer kritischen Reflexion unterziehen und auch soziale Dienste müssen bereit sein, ihre starre Organisationsform aufzulockern und an den demographischen Wandel anzupassen.  

Abkehr von paternalistischen Handlungskonzepten, politisches Engagement, verstärkte Kooperation mit und Unterstützung von Migranten/innenselbstorganisationen, Hinwendung zu ressourcenorientierten Ansätzen und ein emanzipatorisches Menschenbild sind Forderungen, die an die Sozialarbeit mit Migranten/innen im aktuellen Forschungsdiskurs gestellt werden. (vgl. Sprung, 2005, S.27f.)  

„Die Qualität der praktischen Sozialen Arbeit […] [mit Migranten/innen] hängt […] vor allem von den Qualifikationen und Einstellungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen [ab].“ (Hamburger, 2002, S.429) Professionelles sozialarbeiterisches Handeln setzt sich aus drei wesentlichen Kompetenzen zusammen: Wissen (reflektiertes, wissenschaftlich begründetes Fachwissen), Können (Wissen über und Anwendenkönnen von sozialarbeiterischen Methoden und Verfahren) und Haltungen (vgl. Kreft, 2005b, S.404-406). Unter Haltungen ist einerseits eine sozialpolitische Grundeinstellung (z.B. Wertschätzen von und Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit) von Sozialarbeiter/innen gemeint und andererseits ihre persönlichen Berufseinstellungen (vgl. Kreft, 2005b, S.407). Zu einer professionellen Haltung gehören reflexive Kompetenzen und die Bereitschaft sich mit den eigenen Werten und Einstellungen und dem beruflichen Wertewissen so weit auseinander zu setzen, dass es möglich ist, daraus eine reflektierte berufliche Haltung zu entwickeln (vgl. Spiegel, 2005, S.588).  

Das Migranten/innenbild in der Sozialarbeit wird von Migrationsforschern/innen als defizitär beschrieben. Ein reflexiver Umgang mit selbstverständlichen Einstellungen ist in der Sozialarbeitspraxis von großer Bedeutung, um zu verhindern, dass Sozialarbeiter/innen bewusst oder unbewusst diskriminierende Haltungen gegenüber Migranten/innen einnehmen. Durch einen Perspektivenwechsel der Sozialarbeit in einer Einwanderungsgesellschaft hin zur Ressourcenorientierung und zur Er- und Anerkennung der Stärken der Migranten/innen kann erreicht werden, dass sowohl das Selbst-, als auch das Fremdbild von Menschen mit Migrationshintergrund verbessert wird. Eine breite Anerkennung und Wertschätzung der Fähigkeiten und Leistungen von Menschen mit Migrationshintergrund könnte zu einer wesentlichen Verbesserung ihrer Lebenssituation in Österreich führen.  

Das in der Literatur beschriebene, defizitäre Migranten/innenbild wurde in dieser Forschungsarbeit, mit Hilfe von empirischen Methoden analysiert. Da diese Problematik in der Fachliteratur nur theoretisch und wenig ausdifferenziert dargestellt ist, wird die praktische Erscheinungsform von Migranten/innenbilder in der Sozialarbeit untersucht. Durch eine genauere Betrachtung der Art und Weise, wie Migranten/innen in der Sozialarbeit gesehen werden und welche Meinungen und Einstellungen gegenüber ihren Fähigkeiten und Stärken bestehen, können eventuell in weiterer Folge Ansatzpunkte zu einer Veränderung der bisher dargestellten Problematik erforscht werden.

5. Ergebnisdarstellung der ersten Forschungsstufe

Der empirische Teil der Forschungsarbeit teilt sich in ein zweistufiges Verfahren, welches ausschließlich qualitative Forschungsmethoden beinhaltet. Ein zweistufiger Forschungsplan soll die Validität des Forschungsvorhabens im Sinne der Triangulation garantieren (vgl. Lamnek, 2005, S.158). Da es sich bei dem Forschungsgegenstand um sehr persönliche Details handelt, muss erstens angenommen werden, dass die Bereitschaft der Sozialarbeiter/innen über ihr Innerstes zu sprechen und zweitens, gerade in Bezug auf innere Einstellungen, das Bewusstsein darüber fehlen könnte. Deswegen wurden als Forschungsmaterial alle Artikel der Zeitschrift „SIÖ-Sozialarbeit in Österreich“ (Zeitschrift für Soziale Arbeit, Bildung und Politik), die seit 1990 erschienen sind und hauptsächlich von Menschen mit Migrationshintergrund handeln, ausgewählt. Analysiert wurden 28 Artikel aus 17 Bänden der Zeitschrift [Bd. 25- 42 bzw. A 1/90- A 4/07 außer A 1/96 (Bd.31) und 4/96 (Bd.31)]. Weil das Forschungsmaterial einen nonreaktiven Charakter hat und daher die Gültigkeit der Ergebnisse nicht von der Ehrlichkeit und dem Bewusstsein über innere Vorgänge der Sozialarbeiter/innen abhängt, dient es als hilfreiche Vorerhebungsmethode für die zweite Stufe der Empirie. Ziel dieser ersten Stufe ist es, die Migranten/innenbilder in der österreichischen Sozialarbeit zu erfassen.  

Nach der Formulierung einer Fragestellung (Welche Migranten/innenbilder bestehen in der österreichischen Sozialarbeit?) und dem Bestimmen des Ausgangsmaterials (die 28 Artikel) erfolgt schließlich das Interpretationsverfahren in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse. Die Ergebnisse dieser Inhaltsanalyse ermöglichten eine bessere Grundlage für die Erstellung der Interviewleitfäden, welche für die zweite Stufe der Empirie notwendig waren  

Bei der Analyse der Artikel wurden drei Hauptkategorien gebildet: 1. defizitäre oder pessimistische, 2. zweideutige oder offene und 3. ressourcenorientierte oder optimistische Migranten/innenbilder. Nach diesen sich aus den Artikeln ergebenden Kategorien wurden betreffende Textstellen markiert und analysiert. Aus den drei Hauptkategorien resultieren zusätzliche Unterkategorien, die zueinander und zu den drei Hauptkategorien in einem logischen Verhältnis stehen.

Ob eine Aussage einem positiven, negativen oder neutralen Migranten/innenbild zugeordnet wurde, erfolgte nach theoretischen Überlegungen, dessen Grundlage die theoretische Bearbeitung des Forschungsgegenstandes bildete. Die damit einhergehende Wertung ist somit bewusst und beabsichtigt.

5.1. Defizitäre oder pessimistische Migranten/innenbilder

Defizitären oder pessimistischen Migranten/innenbilder betonen die Abhängigkeit und Schwächen von Migranten/innen und messen negativen Einschätzungen mehr Bedeutung zu als positiven (vgl. Rippe, 1999, S.9).

Der/die benachteiligte Migrant/in

Das Bild des/der unterprivilegierten Migranten/in wird in den meisten Artikeln in irgendeiner Form gezeichnet. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der allgemeinen Darstellung von Menschen mit Migrationshintergrund in der Zeitschrift „SIÖ- Sozialarbeit in Österreich“.

Zusätzlich zu der auf Migration gerichteten Rechtsmaterie gab und gibt es eine Vielfalt an diskriminierenden Gesetzen und Verordnungen in der übrigen Rechtmaterie […] sei es im Bereich des Wohnens, im Bereich der sozialen Rechte, bei Bildungsangelegenheiten und bei der Arbeitssuche oder im Gewerberecht, bei der Professionalisierung und in der politischen Teilhabe. (A15)

Benachteiligungen werden vor allem am Arbeitsmarkt, im Bildungssektor, in der sozialstaatlichen Absicherung und in der allgemeinen rechtlichen Situation thematisiert. Außerdem werden Migranten/innen als Menschen, die der übrigen Bevölkerung in der sozialen Mobilität, in der finanziellen Situation und am Wohnungsmarkt nachgestellt sind, illustriert. Offensichtlich hat das Erörtern von Benachteiligungen bei der Beschreibung der Lebenswelt und -umstände von Migranten/innen Priorität. Nur ein Autor erwähnt in seinem Artikel, dass sich die Situation der Flüchtlinge in Österreich in den letzen Jahren verbessert hat (nach Änderung der Unterbringungsregelung während des Asylverfahrens) (vgl. A5). Die defizitorientierten Veranschaulichungen nehmen aber, im Gegensatz zur Beschreibung von Lebensbereichen, in denen eine Gleichstellung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erfolgt ist, einen größeren Teil der Artikel ein.

Der/die Migrant/in mit dem Kulturdefizit

Auffallend ist die Vorstellung von dem/der Migranten/in, der/die nicht unseren kulturellen Normen entspricht: „SchülerInnen, die der kulturell-sprachlichen Norm nicht entsprechen“ (A15). Vor allem bei der 2. und 3. Generation von Migranten/innen wird ein kulturelles Defizit festgestellt. Man schreibt von „SchülerInnen […], die in kultureller […] Hinsicht Einiges nachzuholen haben“ (A15) und von „Kulturen, die keinen Platz in der Gesellschaft haben“. (A14) Ein erwähnenswerter Aspekt ist auch die Reproduktion der Vorstellung, dass Migranten/innen in zwei verschiedenen Welten leben, da sie zu Hause ihre Herkunftskultur erhalten und sich in der Öffentlichkeit an die österreichische Kultur anpassen (vgl. A23).  

Aufgrund dieser Aussagen bekommt Kulturdifferenz ein negatives Image. Sie wird eher als Defizit verstanden und nicht als Ressource. Im Gegensatz zu diesem Eindruck steht ein einziger Satz, der das sprachliche und kulturelle Erbe des Herkunftskontextes als Potenzial beschreibt (vgl. A15).

Die problematischen Migranten/innen und das „Ausländerproblem“

Aus dem niedrigen Familieneinkommen und den widersprüchlichen Gesetzesbestimmungen würden sich problematische und unsichere Familiensituationen von Migranten/innen ergeben (vgl. A15). Ebenso hätten Migranten/innen große sprachliche Probleme: „SchülerInnen […], die in sprachlicher Hinsicht Einiges nachzuholen haben“, die 2. und 3. Generation entspricht den sprachlichen Normen nicht (vgl. A15) und „Die Frauen können sich in vielen Fällen durch mangelnde Sprachkenntnisse nicht einmal verständlich machen“ (A23). Es wird auch erklärt, dass die Vernachlässigung der Förderung der Muttersprache bei Migranten/innenkindern zu einem Sprach -und Kulturverlust, schwächeren Schulleistungen und Marginalisierung im Bildungssystem bis hin zu einer späteren Benachteiligung am Arbeitsmarkt führt (vgl. A2). Auch wenn problematische Darstellungen die Regel sind, kommen Übergeneralisierungen in Bezug auf „die problematischen Migranten/innen“ in diesen Artikeln nicht vor.

Der/die passive Migrant/in

Menschen mit Migrationshintergrund erhalten in allen Artikeln ein passives Image, welches vor allem in Bezug auf Flüchtlinge und Asylwerber/innen in einem hohen Maß zum Tragen kommt. Aussagen wie: Migranten/innen, Flüchtlinge oder Asylwerber/innen „werden weiter verwiesen“, „werden abgeschoben“,  „werden schlechter behandelt (A11), „werden auf die Straße gesetzt“, „werden abgefertigt“ (A16), „[sind] beherrschbar“, werden „ghettoisiert“ (A24), „werden ständig kriminalisiert“, oder Potenziale von Asylwerber/innen „werden nicht genutzt“ (A6) sind nur einige Beispiele für das autoren/innen- und artikelübergreifende Bild des/der untätigen Migranten/in, der/die Ziel einer Aktion, aber nur in Ausnahmen selbst Akteur/in ist.

Der/die unselbstständige Migrant/in

Eng mit dem Bild des/der passiven Migranten/in verbunden, ist jenes, des/der unselbstständigen Migranten/in. Die Aussage: „Vorraussetzung für den Übergang in eine mobile Betreuung ist ein Mindestmaß an Selbstständigkeit“ beinhaltet die latente Information, dass Unselbstständigkeit, in diesem speziellen Fall von Flüchtlingen, eher normal ist als Selbstständigkeit. Außerdem wird weiter angenommen: „Flüchtlinge brauchen Integrationsmaßnahmen und Tagesstruktur, die sie beschäftigen, Sinn und Selbstwertgefühl geben“ (A5).  

Der/die überfordernde, überforderte, schuldige, uneinsichtige, verständnislose, gefährliche, bedrohliche, psychisch kranke, psychisch belastete, erfolglose, verlorene, desorientierte, drogenabhängige, wartende, untätige Migrant/in sind exemplarische Auszüge aus den defizitären Migranten/innenbildern, die in der ersten empirischen Forschungsstufe erkannt werden konnten. Weitere negative Bilder, die nur im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Asylwerbern/innen wesentlich sind: der kriminelle, der abhängige, der unehrliche, unrealistische, der naive, der unwissende, der durch die Migration geschädigte, der entmutigte und der resignierende Flüchtling.

5.2. Ressourcenorientierte oder optimistische Migranten/innenbilder

Ressourcenorientierte Migranten/innenbilder betonen ihre Potenziale und Fähigkeiten. Sie vertrauen darauf, dass Migranten/innen eigenständig ein positives Leben führen können (vgl. Rippe, 1999, S.26-29).

Die sprachlich überlegenen Migranten/innen

Buttaroni erkennt in ihrem Artikel Mehrsprachigkeit von Kindern als Herausforderung und Chance für alle Beteiligten. Bilingual erzogene Kinder seien monolingualen Kindern sprachlich und kognitiv überlegen und würden außerdem besondere interkulturelle Ressourcen mitbringen (vgl. A2).

Die starke Migrantin

Stefan schreibt Migrantinnen positive Eigenschaften, wie besondere Belastungsfähigkeit und Eigenständigkeit zu, indem sie erläutert, dass auch Frauen innerhalb einer Familie oft als erstes, noch vor den Männern, nach Österreich kommen. Daher lernen sie als erstes Deutsch und kennen sich in Österreich besser aus als die männlichen Familienmitglieder, die später nachkommen. Sie übernehmen dann eine wichtige Rolle in der Familie, weil sie sowohl ihren Männern, als auch den Kindern helfen, sich in Österreich zu Recht zu finden und zu integrieren. Sie nehmen oft eine Vermittlerposition ein (vgl. A23).

Die mutigen Migranten/innen

In einem Tatsachenbericht wird eine junge Frau als besonders mutig dargestellt, weil sie sich gegen die menschenverachtende Asylpolitik und gegen ihre Abschiebung erfolgreich wehrt. Da sie auch die Abschiebung von anderen Flüchtlingen verhindern konnte, welche höchstwahrscheinlich die Rückkehr in ihre ehemalige Heimat nicht überlebt hätten (sie wurden politisch verfolgt), entsteht außerdem das Bild einer altruistischen und selbstlosen Migrantin (vgl. A10).  

Bilder, in denen Migranten/innen eindeutig positiv dargestellt sind und in denen Potenziale oder Fähigkeiten erörtert werden (z. B. gewonnen durch den Migrationsprozess oder die darauf folgende Zeit in Österreich) sind sehr selten und schlecht ausdifferenziert. Allerdings kann man einzelne Feststellungen und Aussagen finden, in denen die negativen und defizitorientierten Illustrationen relativiert werden.  

Aufgrund der erfolgten Analyse kann die Theorie aufgestellt werden, dass in der Sozialarbeit die Bereitschaft, Probleme, Defizite und Benachteiligungen von Migranten/innen zu thematisieren, eindeutig höher ist, als die positiven Effekte der Migration, funktionierende Aspekte des Migrations- und Integrationsgeschehens und Ressourcen von Migranten/innen anzusprechen. Defizitdarstellungen und pessimistische Migranten/innenbilder werden außerdem durch Metaphern und starke Wörter betont.

Verstärkung der Negativdarstellung

Durch Verwendung von emotionaler Sprache und Wörtern wie „Schicksal“, „Hysterie“, „dramatisch“ oder „Elend“ wird die negative Darstellung der Lebenssituation von Migranten/innen und Asylwerbern/innen in Österreich verstärkt. Z. B. werden „Migranten/innen […] besonders dramatischen Schicksalen ausgesetzt“ (A11) oder „Asylwerber/innen lösen Hysterie aus“ (A24). Auch der Gebrauch von Metaphern und bildlicher Sprache ist üblich. „Überflutung“, „Überschwemmung“, „in den Startlöchern stehen“, „das volle Boot“ und „bittere Armut“ sind häufig verwendete Wörter und Wortkombinationen.  

Ferner ist eine Neigung zu Aneinanderreihungen von Faktoren zu erkennen, die Migranten/innen negativ berühren und beeinflussen. Nimmt man einzelne Begriffe aus diesen Aufzählungen heraus, kann man den hohen Grad der defizitären Darstellung von Migranten/innen erkennen.  

Ein Beispiel: „Natürlich haben Migration, Flucht, Folter, rassistische Erfahrungen, etc. negative Folgen auf die psychische und physische Gesundheit von Menschen“ (A14). Es ist nicht „natürlich“, dass Migration negative Folgen auf die psychische Gesundheit von Menschen hat, und auch nicht auf die physischen. Auch Flucht muss nicht ausschließlich negative Folgen haben, sondern kann sich aufgrund des Wegfalls der bedrohlichen Umstände auch positiv auf Menschen auswirken. Die offensichtlich negativen Folgen von Folter und Rassismus werden auf zwei neutrale Begriffe übertragen, um eine besonders dramatische und negative Atmosphäre zu erzeugen. Solche unschlüssigen Argumente und andere Widersprüche kommen in den Artikeln immer wieder vor und scheinen Teil des Migranten/innenbildes in der Sozialarbeit zu sein.

Abschließend kann folglich festgestellt werden, dass in der Sozialarbeit defizitäre und pessimistische Migranten/innenbilder überwiegen, bzw. stärker ausgeprägt sind, weil negative Migranten/innenbilder ausführlicher beschrieben und ausdifferenziert werden als positive Darstellungen.

6. Ergebnisdarstellung der zweiten Forschungsstufe

In der zweiten Forschungsstufe wurden fünf Sozialarbeiter/innen in einem problemzentrierten Interview mit den Ergebnissen aus der qualitativen Inhaltsanalyse konfrontiert. Mit diesem Schritt soll eine höhere Gültigkeit der Forschungsergebnisse aus der ersten Forschungsstufe erreicht werden. Es wurden Sozialarbeiter/innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen ausgewählt und nicht ausschließlich Sozialarbeiter/innen, die im Bereich der Migrationssozialarbeit tätig sind. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass Menschen mit Migrationshintergrund in allen Bereichen der Sozialarbeit betreut werden und die Beschränkung auf den Bereich der Migrationssozialarbeit nicht mehr zeitgemäß und in Bezug auf die Fragestellung irrelevant wäre. Aus der Gesamtheit aller Sozialarbeiter/innen in Österreich erfolgt nur eine exemplarische Beschränkung auf die Stadt Graz.  

Mit Hilfe einer zweiten qualitativen Inhaltsanalyse wurden die transkribierten Experten/inneninterviews ausgewertet. Dafür wurden zunächst das Kategoriensystem aus der ersten Forschungsstufe verwendet und anschließend anhand des neuen Materials erweitert. Nach der Auswertung der Interviews wird die ursprüngliche Forschungsfrage „Welche Migranten/innenbilder haben Sozialarbeiter/innen?“ beantwortet. Die in der ersten Forschungsstufe erstellte Theorie wird also bereichert und der Forschungsgegenstand wird genauer analysiert. Ziel ist eine Theorieerweiterung und -ausdifferenzierung.  

Die Theorie der Defizitorientierung aus der ersten Forschungsstufe wurde von den Ergebnissen der Interviews abgeschwächt. Insgesamt kann eine einheitliche Tendenz zu negativen Migranten/innenbilder in den Interviews nicht erkannt werden, wohl aber, dass die Mehrheit der Interviewpartner/innen in frei gestaltbaren Erzählsequenzen eher zu problemzentrierten Darstellungen von Migranten/innen neigen.  

Die Fragen wurden im ersten Teil des Interviews sehr offen gestellt, sodass die Interviewpartner/innen selbst entscheiden konnten, inwiefern sie ein positives oder negatives Bild von Migranten/innen zeichnen wollen. Auf sehr allgemeine Fragen zu Migration und Migranten/innen in Österreich konnten eigene Schwerpunkte in der Antwort gesetzt werden. Dabei ist zu erwähnen, dass alle Interviewpartner/innen schon relativ früh von sich aus positive Aspekte angesprochen haben, auch wenn gleichzeitig alle Befragten die negativen Seiten der Migration und die Probleme von Migranten/innen als erstes erwähnt haben. Kein/e Interviewpartner/in hat ein ausschließlich einseitiges Bild (weder negativ noch positiv) von Migranten/innen gezeichnet. Positive und negative Aspekte wurden relativ ausgeglichen genannt und auch ausdifferenziert.

6.1. Negative Migranten/innenbilder

Die rechtlose, unterdrückte türkische bzw. muslimische Frau (vgl. IP4, S.4 und IP5, S.4); die traumatisierten tschetschenischen Flüchtlinge (vgl. IP4, S.4); die uninformierten, unwissenden, überforderten und desorientierten Migranten/innen (vgl. IP4, S.5), dessen rechtliche, finanzielle, soziale und berufliche Situation immer schlechter wird (vgl. z. B. IP5, S.1); die integrationsunwilligen Migranten/innen (vgl. z.B. IP5, S.2); die verzweifelten Migranten/innen (vgl. IP5, S.8); die rechtlosen, illegalen und unversorgten Migranten/innen (vgl. IP2, S.1), „die Leute, die von wo anders kommen und da nichts haben“ oder die alles zurücklassen müssen und da niemanden kennen (vgl. IP2, S.5); die rassistischen Migranten/innen (vgl. IP2, S.6); die chancenlosen, nicht ernst genommenen und ignorierten Migranten/innen (vgl. IP1, S.1) oder auch die identitätslosen Migranten/innen (vgl. IP1, S.3).

6.2. Positive Migranten/innenbilder

Optimistische und ressourcenorientierte Migranten/innenbilder wurden in den Interviews viel ausgeprägter beschrieben als in den analysierten Artikeln der Zeitschrift „SIÖ- Sozialarbeit in Österreich“. Folgende Bilder sind ein kurzer Auszug aus den verschiedenen positiven Darstellungen der befragten Personen, die das bereits in der ersten Forschungsstufe erstellte Migranten/innenbild erweitern und ausdifferenzieren.

Migranten/innen können sich selbst helfen

Migranten/innen würden sich erstens nicht immer in benachteiligten Lebenssituationen befinden (wie z. B. Schlüsselkräfte oder gut qualifizierte Migranten/innen), und selbst wenn sie verstärkt mit Barrieren oder Problemen konfrontiert seien, bräuchten sie nicht immer professionelle Hilfe. Sie würden in der Regel genügend Ressourcen zur Selbsthilfe besitzen. Auch Migranten/innenselbstorganisationen oder Vereine werden als hilfreiche Ressource genannt, da sich Migranten/innen so gegenseitig bestärken könnten. Die Tatsache, dass sie durch eine überwiegend defizitäre Darstellung in eine „Hilflosenstellung“ gedrängt werden, wurde auch von mehreren Befragten erwähnt (vgl. z.B. IP1, S.5 oder IP5, S.4).

Die sozial kompetenten Migranten/innen  

„Eine gewisse Grundstärke“ wegen der vielen schwierigen Situationen, die sie zu meistern gehabt hätten, Anpassungsfähigkeiten an fremde Situationen, unterschiedliche Herangehensweisen an Probleme und Empathiefähigkeit sind einige der erwähnten Ressourcen, die sowohl im Berufsalltag (Wirtschafts- und Sozialsektor), als auch im täglichen Leben eine Bereicherung darstellen würden (vgl. IP1, S.6). Als Bereicherung wird auch die von den Migranten/innen ausgelöste Veränderung der kulinarischen Landschaft Österreichs erlebt oder das genetisch unterschiedliche Erbmaterial der Migranten/innen, da Veränderung besser sei als Stillstand. Diese Idee wird auf alle möglichen Bereiche erweitert, z. B. auf Religion, Weltanschauungen oder Mentalität (vgl. IP2, S.15). Zu dem wird Migranten/innen eine gewisse Kulturkompetenz zugeschrieben, da sie verschiedene Kulturen kennengelernt hätten und damit auch gelernt hätten, mit Kulturdifferenz besser umzugehen. Es sei ein Erfahrungsvorteil, wenn man neue Werte und Normen kennen und zu reflektieren lerne (vgl. IP4. S.8).  

Die Migration an sich wird nicht als zufälliges und ausschließlich von äußeren Faktoren bestimmtes Ereignis beschrieben, sondern auch als Leistung gesehen, für die Migranten/innen über bestimmte Kompetenzen verfügen sollten. Zu diesen Fähigkeiten zählen Durchhaltevermögen, Offenheit (vgl. IP1, S.11), eine hohe Frustrationstoleranz (vgl. ebd., S.12), eine schnelle Auffassungsgabe, Beweglichkeit, Unterhaltsamkeit, Sympathie, Menschenkenntnis, Pietät, Selbstsicherheit oder Kommunikationsfähigkeit (vgl. IP2, S.17f.).

Die mehrsprachigen und (mehrfach) qualifizierten Migranten/innen  

Es wird erwähnt, dass Migranten/innen oft schon in mehreren oder zumindest zwei Ländern gelebt und gearbeitet hätten und daher meistens mehrere Sprachen sprechen würden. Da viele schon in verschiedenen Berufsfeldern gearbeitet hätten, würden sie einen überdurchschnittlichen Erfahrungsschatz mit sich bringen (vgl. z. B. IP1, S.6). Weiters werden Migranten/innen auch als beruflich gut qualifizierte Menschen dargestellt (vgl. IP3, S.2f. et al.). In manchen Bereichen würden sich für Migranten/innen deshalb auch gewisse Vorteile ergeben, zumindest gegenüber Österreichern/innen, die noch keine Auslandserfahrung gemacht hätten oder sprachlich und beruflich weniger qualifiziert wären (vgl. Ip3, S.10 et al.).

Die aktiven und zielstrebigen Migranten/innen

Es wird auch darauf hingewiesen, dass Migranten/innen nicht nur nützlich oder eine Bereicherung für unsere Gesellschaft seien, sondern auch über Bedürfnisse und eigene Ziele verfügen würden. Menschen mit Migrationshintergrund werden nicht nur als passive Opfer, sondern auch als aktive Menschen mit eigenem Willen und eigenen Wünschen beschrieben. Z. B. wollen sich Migranten/innen integrieren (sie müssen nicht) oder sie bemühen sich sehr um einen Aufenthaltsstatus (vgl. z.B. IP2, S.1, 7f. oder IP3, S.2 et al.).  

Die Situation der Menschen mit Migrationshintergrund wird nicht so aussichtslos und extrem negativ dargestellt, wie es die bisherigen Ergebnisse gezeigt haben. Die Befragten illustrieren teilweise auch von sich aus, meistens allerdings nur, wenn sie danach gefragt werden, Verbesserungen der Lebenssituation von Migranten/innen in verschiedenen Bereichen (vgl. z.B. IP2, S.2-14 et al.).

Das Erkennen von Unterschieden

Alle Sozialarbeiter/innen erkennen Unterschiede wie Religion, Kultur oder Herkunft zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Österreich. Diese werden sehr ausführlich erklärt und nur selten bewertet. Die Wichtigkeit, Unterschiede nicht zu verleugnen, ist bekannt und wird auch erläutert. Nur eine Interviewpartnerin ist davon überzeugt, dass man Migranten/innen nur optisch (aufgrund der Kleidung) von Österreichern/innen ohne Migrationshintergrund unterscheiden könne. Erst bei genauerem Nachfragen fügte sie hinzu, dass Unterschiede in der Chancengleichheit und bei gesetzlichen Voraussetzungen für eine Teilhabe an der österreichischen Gesellschaft auch wesentlich seien. Von den anderen Befragten werden diese Unterscheidungsfaktoren in der Regel hervorgehoben und abgewertet.  

Neben den Differenzen äußern sich die Interviewpartner/innen auch unaufgefordert zu verbindenden Faktoren wie Sport, religionsübergreifenden Grundsätzen und auch negativen Gemeinsamkeiten wie Rassismus (vgl. IP2, S.6). In der Rolle als professionelle/r Sozialarbeiter/in sehen mehrere Befragte, dass der Unterschied zwischen Migranten/innen und Österreichern/innen als Klienten/innen nicht so groß ist, wie oft angenommen wird, da die Probleme (gerade von Migranten/innen, die schon länger in Österreich leben) oft gleich oder ähnlich seien wie die Probleme von Österreichern/innen. Dabei wird auf die Gefahr aufmerksam gemacht, diese Probleme dem „Migrant-sein“ zuzuschreiben (vgl. z. B. IP1, S.8). Auf die Frage, ob es denn bestimmte Migranten/innen gäbe, die nicht zu Österreich „passen“ würden, waren sich alle einig, dass es immer verbindende Faktoren gäbe, weswegen man ein „Nicht-passen“ immer für ausgeschlossen halte (vgl. z. B. IP3, S.6).  

In Zusammenhang mit der Thematik der Differenzen zwischen Menschen mit Migrationshintergrund und solchen ohne wurde auch darauf hingewiesen, dass in einer pluralistischen Gesellschaft wie Österreich Unterschiede unter Österreichern/innen oft größer seien als angenommen. Häufig habe man mit Migranten/innen mehr gemeinsam, als mit Menschen ohne Migrationshintergrund (vgl. IP2, S.14).  

Es besteht, zusammengefasst gesagt, ein allgemeines Bewusstsein gegenüber der Gefahr, Unterschiede zu ignorieren und dabei trotzdem nicht die Gemeinsamkeiten außer Acht zu lassen. In Zusammenhang mit dieser Thematik können sehr verschiedene Meinungen und Herangehensweisen wahrgenommen werden. Jedoch waren sich alle einig, dass durch mehr Toleranz und Mut im Umgang mit Andersartigkeit das Zusammenleben mit Migranten/innen für alle Beteiligten viel angenehmer sein könnte.  

Zwar hat sich die Theorie über die eindeutige Defizitorientierung und den Pessimismus der Sozialarbeiter/innen in Bezug auf Migranten/innen nur teilweise bestätigt, dafür konnten auffallend viele stereotype Einstellungen erkannt werden, die manchen Migranten/innenbilder von Sozialarbeitern/innen zu Grunde liegen. Damit in Zusammenhang stehen zahlreiche widersprüchliche Darstellungen und Erklärungen, die in den Interviews noch deutlicher zum Ausdruck kommen als in der Analyse der SIÖ-Artikel. Es stellt sich die Frage, inwiefern die Migranten/innenbilder von Sozialarbeitern/innen als stereotyp bezeichnet werden können. Dazu muss zuerst geklärt werden, ob die den Bildern zugrunde liegenden Einstellungen der interviewten Personen typische Merkmale von Stereotypen aufweisen und in weiterer Folge, ob sie im Vergleich mit anderen Aussagen einen wesentlichen Teil der Migranten/innenbilder ausmachen.

6.3. Stereotype Einstellungen und Vorurteile in Bezug auf Migranten/innen

Neben den bereits genannten stereotypen Annahmen, darüber, wie Migranten/innen sind oder nicht, können unter anderem folgende vorgefassten und als professionelle Erkenntnisse verstandenen Meinungen gesammelt werden:  

  •  „ Es gibt keinen Tschetschenen der putzt. Der verreckt vorher, aber der putzt nicht […] der wird das in hundert Jahren vielleicht machen, aber in den nächsten 10 Jahre [sic] einmal fix nicht. “ (IP2, S.10) Diese Aussage ist keine Anspielung auf eine fehlende Arbeitsmoral, sondern auf eine unveränderbare geschlechterspezifische Arbeitsteilung unter Tschetschenen/innen. ·        
  • Migranten/innen gehen unsorgsamer mit Dokumenten um, als Österreicher/innen (vgl. IP1, S.7).
  • Migranten/innen schaffen „sich auch selber ihre ihre [sic] Rückzugsräume, wo es (gemeint: sie) aber auch keinen hinein lassen. Das ist einmal meine Einschätzung. Und ich sage, sie machen auf sicher und bauen sich ihr Kleininstambul auf“ (IP2, S.13).
  • Türken, die in den 60er Jahren nach Österreich gekommen sind, „die sind mitunter viel repressiver und viel traditioneller als Türken, die jetzt in der Türkei sind. Einfach weil sie sich ihre Sachen so konserviert haben.“ Es hat keine Weiterentwicklung stattgefunden, weil sie sich nicht geöffnet haben und sich nicht mit Österreichern/innen vermischen wollten, um ihre Identität bewahren zu können (vgl. IP2, S.13).
  • Migranten/innen erziehen ihre Kinder schlechter als Österreicher/innen, da ihr Erziehungsstil rückständig ist und sie schlecht informiert sind: „Also afrikanische Frauen sind ja viel strenger wie, die schlagen viel leichter zu, als, ich meine, was bei uns vor 50 Jahren ungefähr war, passiert jetzt“ (IP4, S.5).  
  • Neben negativen sind auch positive Vorurteile Teil der Migranten/innenbilder: Migranten/innen sind, weil sie den Schritt zu migrieren gewagt haben, eher bereit, Fremdes anzunehmen (z.B. fremde Lebensweisen) als Österreicher/innen (vgl. IP3, S.5), oder Migrantinnen sprechen mittlerweile „relativ schnell“, „relativ gut“ Deutsch, sodass man kaum merkt, dass es nicht ihre Muttersprache ist (vgl. IP5, S.2).  

Bei den genannten Annahmen handelt es sich um Vorurteile, da diese Einstellungen gegenüber Migranten/innen (in diesem Fall bestimmte Migranten/innengruppen) nur auf ihrer bloßen Mitgliedschaft in dieser Gruppe basieren. Individuelle Verhaltensweisen von Migranten/innen werden nicht bemerkt oder es wird darüber hinweggesehen (vgl. Aronson, 2004, S.485). Weiters kann man diese Einstellungen auch als Stereotype bezeichnen, da Generalisierungen über eine Gruppe von Menschen (wie z. B. „die Tschetschenen“ vorgenommen werden) bei der man allen Mitgliedern der Gruppe gleiche Eigenschaften oder Verhaltensweisen zuschreibt. Individualität wird dabei nicht beachtet (vgl. ebd., S.486).  

Im Zusammenhang mit diesen Äußerungen können oft Unsicherheiten wie „um das Thema kreisen“, ausweichen, vom Thema ablenken, abgehacktes, leises Sprechen, anstatt auf die Frage zu antworten, das Angebot der Arbeitstelle erklären oder unvollständige und schwer nachvollziehbare Gedankengänge erkannt werden. Auch dieses Verhalten könnte darauf hinweisen, dass es sich hierbei um unreflektierte Vorannahmen handelt.  

Ein weiterer Beweis für diese Theorie sind die immer wieder auftretenden Widersprüche in den Darstellungen der Interviewpartner/innen. Laut Aronson ist das Versagen der Logik ein Merkmal von Vorurteilen, weil sie affektiv basierte Einstellungen sind und daher keine logischen Überlegungen, sondern hauptsächlich Emotionen und wenig reflektierte Wertvorstellungen als Grundlage haben (vgl. Aronson, 2004, S.491).  

Aufgrund dieser Argumente kann man also annehmen, dass es sich hierbei um Stereotype und Vorurteile handelt, die in den Erklärungen der Interviewpartner/innen auch relativ häufig auftreten. Trotzdem kann man, meiner Meinung nach, nicht von stereotypen Migranten/innenbildern sprechen, da neben diesen Annahmen mindestens genauso viele reflektierte Meinungen erwähnt werden und Generalisierungen nur partiell auftreten. Die Widersprüchlichkeiten und Unsicherheiten lassen höchstens die Vermutung anstellen, dass hinter den genannten Bildern noch wesentlich mehr vorgefasste Meinungen und generalisierte Einstellungen stehen, sind aber kein Beweis dafür. Man kann also die Aussage machen, dass stereotype Einstellungen und Vorurteile auch Teil des Migranten/innenbildes von Sozialarbeiter/innen sind. Da sich jeder Mensch Vorurteile und Stereotype bildet und das einen normalen Prozess darstellt, ist weniger die Frage wichtig, wie wesentlich selbige als Teil von Migranten/innenbildern sind, sondern eher, wie mit ihnen umgegangen wird.

6.4. Umgang mit stereotypen Einstellungen

Eine Interviewpartnerin erzählt über ihr prinzipielles Bewusstsein gegenüber dem Vorhandensein von eigenen stereotypen Bildern: „Sehr gefährlich, ja, natürlich, ich meine, so Stereotype gibt es und man fällt da leicht hinein. Ah, manches Mal, glaube ich, dass ich sehr rassistisch bin und sage: Ja, typisch Ausländer oder Ausländerin, ja. […] Es gibt manchmal so Kontexte, wo mir das auch passiert oder wo ich wirklich so die Menschen jetzt abstemple.“ (IP3, S.2) Die vorgefassten Einstellungen werden aber in der Erzählsituation trotzdem nicht als solche erkannt, bzw. deklariert. Interviewpartner/innen, die sich zu eigenen Rassismen (vgl. IP4, S.2) oder zu eigenen „sehr eingefärbten“ Meinungen (vgl. IP2, S.3) bekennen, brachten dennoch widersprüchliche und diskriminierende Einstellungen zum Ausdruck.  

Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, dass Sozialarbeiter/innen wie alle anderen Menschen zur Erfassung und zum leichteren Umgang mit ihrem Umfeld Vorurteile und Stereotype verwenden. Die Gefahr besteht nicht darin, diese prinzipiell zu haben, sondern sie unreflektiert zu reproduzieren und sich nicht damit auseinanderzusetzen. Wenn sie vom/von der jeweiligen Träger/in als Teil eines Wissensprozesses gesehen werden, die jederzeit widerlegt und mit neuen Informationen ersetzt werden können, stellen sie kein Problem dar.

7. Schlussfolgerungen

Nach dem theoretischen Teil der Diplomarbeit bestätigte sich auch im ersten empirischen Forschungsteil die Theorie der Defizitorientierung von Migranten/innenbilder in der Sozialarbeit. Durch die Ergebnisse der Interviews mit Sozialarbeitern/innen kann man erkennen, dass Sozialarbeiter/innen zwar dazu tendieren, Migranten/innen negativ darzustellen, dass diese Darstellung allerdings nicht eine prinzipiell negative Meinung ihnen gegenüber bedingt. Vielmehr erkennen und erwähnen Sozialarbeiter/innen sehr viele und gut ausdifferenzierte Kompetenzen und Ressourcen von Migranten/innen, wenn sie danach gefragt werden. Trotzdem halten sie es anscheinend für notwendiger zuerst und vor allem ausführlicher von Problemen und Defiziten von Migranten/innen zu sprechen. Offensichtlich geht die Tendenz zu einer Negativdarstellung nicht mit einem einseitig negativen Migranten/innenbild einher. Andere Faktoren, die im Rahmen dieser Arbeit nicht erforscht werden konnten, müssen die Ursache für die Negativdarstellung sein.

Ein weiteres Ergebnis dieser Forschungsarbeit ist die Theorie, dass stereotype Annahmen und Vorurteile einen wesentlichen, nicht aber überwiegenden Teil der Einstellungen ausmachen, die den Migranten/innenbildern zu Grunde liegen. Da es unvermeidlich ist, Vorurteile und stereotype Vorstellungen zu haben, liegt die Kunst der Sozialarbeiter/innen darin, mit ihnen offen und selbstreflektiv umzugehen. Die Gefahr besteht in einer Versteifung auf vorgefasste Meinungen und in fehlender Bereitschaft, sich mit ihnen aktiv auseinanderzusetzen.

Literaturverzeichnis

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Auernheimer, Georg (Hrsg.). (2003): Einführung in die interkulturelle Pädagogik. (3. neu bearbeitete und erweiterte Auflage). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.  

Fahrenberg, Jochen (2004): Annahmen über den Menschen: Menschenbilder aus psychologischer, biologischer, religiöser und interkultureller Sicht; Texte und Kommentare zur Psychologischen Anthropologie. Heidelberg (u. a.): Asanger Verlag.

Fassmann, Heinz & Münz, Reiner (1995): Einwanderungsland Österreich? Historische Migrationsmuster, aktuelle Trends und politische Maßnahmen. Wien: J:V.  

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Spiegel (von), Hiltrud (2005): Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. In Dieter Kreft & Ingrid Mielenz (Hrsg.), Wörterbuch Soziale Arbeit. Aufgaben, Praxisfelder, Begriffe und Methoden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik (5., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage) (S.585-590). Weinheim: Juventa Verlag.  

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Internet  

Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk (2004) Der Einfluss von Immigration auf die österreichische Gesellschaft. Eine Bestandsaufnahme der jüngsten österreichischen Forschungsliteratur. Österreichischer Beitrag im Rahmen der europaweiten Pilotstudie: „The Impact of Immigration on Europe’s Societies“ (Budgetjahr 2003): Wien.<http://www.auslaender.at/download/immigration-oesterreich-studie.pdf >.6.Mai.2008.

Verzeichnis der in der qualitativen Inhaltsanalyse verwendeten Artikel

Die Analyse umfasst Artikel aus der Fachzeitschrift:  

„SIÖ-Sozialarbeit in Österreich“ (Zeitschrift für Soziale Arbeit, Bildung und Politik) von Bd. 25- 42 bzw. A 1/90, Nr.86- A 4/07 außer A 1/96 (Bd.31) und 4/96 (Bd.31).  

Aus diesen 17 Bänden wurden folgende Artikel für die erste Inhaltsanalyse verwendet:  

A1: Bratic, Ljubomir: Tendenziell hoffnungslos. SIÖ, 32 (114), 9.
A2: Buttaroni, Susanna: Mehrsprachigkeit für Volksschulkinder. Mehr als eine Herausforderung. SIÖ, 35 (3. Ausgabe, 2000), 20-21. 
A3: Dimitz, Georg: Auseinandersetzung um Obsorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge durch das Urteil des OGHs entschieden. SIÖ, 43 (4. Ausgabe, 2005), 7.
A4: Duffek, Elke/Fischer, Nora/ Evelyne Heiling/ Hirschmann, Heimo/ Walter, Christian: Lebensweltanalyse der Roma in Graz. SIÖ, 42 (154), 24-27.
A5: Eleftheriadis, Konstantin: Flüchtlingsarbeit- Vorarlberger Modell. SIÖ, 40 (1. Ausgabe, 2005), S.29-31.
A6: Eraslan-Weninger, Andrea: Asylpolitik in der Sackgasse. SIÖ, 40 ( 1. Ausgabe, 2005), 25-28.
A7: Eraslan-Weninger, Andrea: Ein Schritt vor und ein Schritt zurück. SIÖ, 32 (116), 21-23.
A8: Fragner, Brigitte: SozialarbeiterInnen gegen eine Politik der verschlossenen Türen. SIÖ, 25 (87) 9-11.
A9: Friesehnhahn, Günter: Fremde, Ausländer, Mitbürger und wie „wir“ mit „ihnen“ umgehen. Zehn Begriffe und Perspektive in zwanzig Minuten. Beitrag für die internationale Tagung, Dialog zwischen Mehrheitskultur und Minderheitenkultur und den Medien, Strategien der Sozialarbeit; Wien, 18.-19. Februar 2002, SIÖ 37 (1. Ausgabe, 2002), 18-21.
A10: Genner, Michael: Asylrecht ist ein Menschenrecht. SIÖ, 25 (87), 7/8.
A11: Gulis, Wolfgang: Interkulturelle Sozialarbeit: Vom Rand in die Mitte. SIÖ, 40 (1. Ausgabe, 2005), 13- 15.
A12: Gulis, Wolfgang: Wir nehmen wen wir wollen. Österreichische Interpretation internationaler Menschenrechte. SIÖ 26 (91), 21- 23.
A13: Hanser, Judith/ Karabiber, Aslihar: Miteinander leben lernen. Bildungs- und Sozialarbeit mit ausländischen Frauen in Österreich. SIÖ, 27 (94), 30.
A14: Halbartschlager, Claudia: MigrantenInnen in der Wiener Drogenszene. SIÖ, 37 (1. Ausgabe, 2002), 24-26.
A15: Herzog-Punzenberger, Barbara: „Gehör ich dazu?” Zur Situation der 2. Generation in Österreich. SIÖ, 40 (1.Ausgabe, 2005), 8-12.
A16: Knapp, Anny: Asylgesetz vor neuerlichen Änderungen. SIÖ, 40 (1. Ausgabe, 2005), 16-18.
A17: Partl, Norbert: Asyl im Pfarrhof. SIÖ, 27 (94), 41.
A18: Perchinig, Bernhard: Vom Nutzen des Fremden. Utilitaritätsdenken im multikulturellen Diskurs. SIÖ, 26 (91), 14-15.
A19: Petrovic, Madeleine: InländerInnen- AusländerInnen- Menschen. SIÖ, 25 (89), 42.
A20: Pittler, Andreas P.: Multikulturell? SIÖ, 26 (91), 16-17.
A21: Schwalb, Helmut: Der Europäische Binnenmarkt. Aufgabe und Herausforderung für Sozialpolitik und Sozialarbeit. SIÖ, 25 (86),15-19.
A22: Seidl, Fritz: Soziale Arbeit an der Grenze. Von Begrenztheit und Aufbrüchen im Weinviertel. SIÖ, 25 (89), 32-33.
A23: Stefan, Susanne: In zwei Welten funktionieren. Zum Wandel der Frauenrolle in der Migration von Türkinnen. SIÖ, 26 (91) 24-25.
A24: Taucher, Manfred: Willkommen in der Dumping-Zone. SIÖ, 40 (1. Ausgabe, 2005), 23/24.
A25: Veit, Wolfgang: Ein Kaffeehaus als ökonomische Basis für Sozialarbeit? SIÖ, 25 (86), 25.
A26: Walter, Nikolaus/ Surdum, Kundeyt: Türken in Vorarlberg (Fotoausstellung). SIÖ, 26 (90), 29-31.
A27: Autor/in unbekannt: Menschenrechte für Kinderflüchtlinge. SIÖ, 32 (114) (keine Seitenangabe).
A28: Autor/in unbekannt: Österreich braucht Einwanderer. Szenarien künftiger. Wanderbewegungen. SIÖ, 26 (91), 26.

Transkriptionsverzeichnis

Interviewte Person (IP) 1, Interviewdatum: 16.04.2008, Transkriptionsdatum: 18.04.2008, S.1-17
Interviewte Person (IP) 2, Interviewdatum: 17.04.2008, Transkriptionsdatum: 19.04.2008, S.1-20
Interviewte Person (IP) 3, Interviewdatum: 17.04.2008, Transkriptionsdatum: 20.04.2008, S.1-13
Interviewte Person (IP) 4, Interviewdatum: 22.04.2008, Transkriptionsdatum: 28.04.2008, S.1-11
Interviewte Person (IP) 5, Interviewdatum: 23.04.2008, Transkriptionsdatum: 24.04.2008, S.1-9  

 

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