"migration & integration - Schwerpunkt: Arbeit & Beruf" 2016

Von den rund 4,2 Millionen Beschäftigten in Österreich haben insgesamt knapp 21 Prozent einen Migrationshintergrund. Im Vergleich zu Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund im Erwerbsalter (15 bis 64 Jahre) stehen Menschen mit Migrationshintergrund jedoch seltener im Erwerbsleben: Nur insgesamt 63 Prozent von ihnen waren im Jahresschnitt 2015 erwerbstätig, bei Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund lag die Erwerbstätigenquote bei fast 74%. Die Gruppe der Migrant/innen ist allerdings heterogen: Während der Anteil der Erwerbstätigen aus EU/EWR-Staaten mit 77% sogar höher ist als jener unter Österreicher/innen, ist der Anteil der Erwerbstätigen mit Wurzeln in der Türkei deutlich niedriger (54%). Insbesondere Frauen mit Wurzeln in der Türkei und Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sind wesentlich seltener erwerbstätig (42% bzw. 59%) als Österreicherinnen (70%).

Hohe Zuwanderung aus Deutschland, Rumänien und Ungarn

Rund jede fünfte Person im Erwerbsalter in Österreich ist im Ausland geboren; zu Jahresbeginn 2016 waren dies 1,3 Millionen Personen. Knapp 58% von ihnen stammten aus einem Drittstaat, 42% aus der EU bzw. dem EWR. Nach den Deutschen (160.400) sind Türk/innen (145.100) und Menschen aus Bosnien und Herzegowina (144.700) sowie Serbien (107.200) die größten Personengruppen im erwerbsfähigen Alter. Den stärksten Anstieg gab es hier zwischen 2010 und 2015 bei den Deutschen (+ 35.000 Personen), gefolgt von Rumän/innen (+ 34.400) sowie Ungar/innen (+ 31.100). Bedingt durch die Fluchtbewegungen stieg auch die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter aus Syrien (+23.100) und Afghanistan (+ 22.000) stark an.

Hohe Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen

Ausländer/innen waren 2015 um zwei Drittel häufiger arbeitslos als Österreicher/innen (13,5% bzw. 8,1%). Am häufigsten arbeitslos waren Flüchtlinge: Fast drei Viertel der Syrer/innen (74,7%) sowie knapp die Hälfte aller Afghan/innen (46,4%) im erwerbsfähigen Alter waren 2015 arbeitslos. Türkische Zuwander/innen waren mehr als doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen (knapp 20%) wie Österreicher/innen. Personen aus EU-/EWR-Staaten wiesen hingegen insgesamt mit 8,1% eine gleich hohe Arbeitslosenquote wie Österreicher/innen auf.

Aktuelle Zahlen zu Zuwanderung, Bildung und Arbeitsmarkt

Mit der Informationsbroschüre "migration & integration – Schwerpunkt: Arbeit und Beruf" liefert der Österreichische Integrationsfonds aktuelle Zahlen zu den Bereichen Zuwanderung, Bildung, Erwerbstätigkeit sowie Arbeitslosigkeit, Qualifikation und Branchen von Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund. Die Statistik-Broschüre erscheint bereits zum fünften Mal in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA). Die gesamte Broschüre als PDF finden Sie im Downloadbereich oder Sie bestellen das Print-Exemplar gratis im ÖIF-Webshop!

Download "migration & integration - Schwerpunkt: Arbeit & Beruf"