ÖIF-"Integrationsbarometer"

Das aktuelle "Integrationsbarometer" wurde vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Zusammenarbeit mit Peter Hajek erstellt. Dazu wurden im Juni sowie Dezember 2016 1.000 österreichische Staatsbürger/innen durch Telefoninterviews sowie eine Online-Befragung zum Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrations- bzw. Fluchthintergrund befragt und Wahrnehmungen zu Herausforderungen und Lösungsansätzen erhoben.

Zentrale Ergebnisse

  • Die Bewertung des Zusammenlebens zwischen Zuwander/innen und Österreicher/innen wird im Vergleich zu vorangegangenen Befragungswellen etwas kritischer gesehen. Am kritischsten wird das Zusammenleben zwischen Muslim/innen und Nicht-Muslim/innen bewertet, am zweitschlechtesten jenes zwischen Österreicher/ innen und Flüchtlingen.
  • Der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft soll aus Sicht der Bevölkerung nicht erleichtert werden und auch Doppelstaatsbürgerschaften steht man sehr kritisch gegenüber.
  • Eine breite Mehrheit von 84% spricht sich für die Beibehaltung der Grenzkontrollen an Österreichs Grenzen aus, vor allem Frauen, Über-50-Jährige, Menschen am Land und in Ostösterreich sowie niedrige Bildungsschichten.
  • Die für 2016 beschlossene Maximalzahl von 37.500 Flüchtlingen in Österreich finden 46% der Bevölkerung immer noch zu hoch. Immerhin 30% finden die Anzahl gerade richtig, eine Minderheit von 11% findet, Österreich sollte mehr Flüchtlinge aufnehmen.
  • Eine Mehrheit ist dafür, dass Flüchtlinge verpflichtend gemeinnützig in der Gemeinde arbeiten sollen, dass sie einer Residenzpflicht unterliegen sollen und dass sie weniger Mindestsicherung als gebürtige Österreicher/innen erhalten sollen. Die Kürzung der Mindestsicherung für Asyl- und Schutzberechtigte von 914 auf 560 Euro in Oberösterreich hält eine Mehrheit von 72% der Österreicher/innen für richtig, 48% sogar für "sehr richtig".
  • Beim Islam sind 80% für strengere Kontrollen in Moscheen, um möglichen Radikalisierungsentwicklungen entgegenzuwirken, ebenfalls 80% für ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum aus. Geteilter Meinung ist man, ob in Moscheen verpflichtend auf Deutsch gepredigt werden soll. Der Aussage, der Islam gehöre zu Österreich, stimmt eine Mehrheit von 76% nicht zu.

Ziel des ÖIF-"Integrationsbarometer" ist es, regelmäßig Einstellungen und Stimmungsströmungen zum Thema Integration zu erheben und damit Zahlen und Fakten für die Integrationsarbeit zu liefern.

Das Integrationsbarometer zum Download