"migration & integration - Schwerpunkt: Frauen" 2016

Mit der Informationsbroschüre "migration & integration – Schwerpunkt: Frauen" liefert der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) aktuelle Zahlen zu den Bereichen Zuwanderung, Sprache und Bildung, Arbeit und Beruf sowie Familie und Gesundheit und stellt die spezifischen Herausforderungen und Chancen der Integration von Frauen mit Migrations- oder Fluchthintergrund in Österreich in den Mittelpunkt. Die Statistik-Broschüre erscheint bereits zum fünften Mal in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA).

Syrerinnen größte Gruppe unter Frauen aus Drittstaaten

Knapp 14% bzw. 615.000 aller Frauen in Österreich haben einen ausländischen Pass. Rund 40% der Ausländerinnen lebte zu Beginn 2016 weniger als 5 Jahre in Österreich. Rund 6 von 10 Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stammen aus einem EU-Land, 4 von 10 aus einem Drittstaat. Zwischen 2010 und 2015 kamen 174.000 Frauen nach Österreich (Nettozuwanderung). 60% von ihnen stammten aus Ländern der EU/EWR und der Schweiz. Die größte Gruppe kam aus Rumänien (21.600 Frauen) gefolgt von Frauen aus Deutschland und Ungarn (19.100 bzw. 19.000 Frauen). 40% der zugewanderten Frauen kamen aus Drittstaaten nach Österreich. Unter den Drittstaatsangehörigen stellten Syrerinnen (10.400) vor Afghaninnen (8.400) und Serbinnen (6.000) die größte Gruppe dar.

EWR/EU-Migrantinnen haben durchschnittlich höheres Bildungsniveau

Das Bildungsniveau unter Frauen mit Migrationshintergrund ist unterschiedlich verteilt: Sind Frauen mit Wurzeln in EU- bzw. EWR-Ländern und der Schweiz tendenziell besser ausgebildet als Österreicherinnen (31% haben einen Universitätsabschluss – unter Österreicherinnen beträgt dieser Wert nur knapp 18%), so sind Frauen aus ehemaligen Gastarbeiterländern schlechter gebildet: 70% der Frauen aus der Türkei verfügen lediglich über einen Pflichtschulabschluss. Unter Frauen aus Ex-Jugoslawien betrifft dies immer noch über 40%.

Ausländerinnen doppelt so oft arbeitslos als Österreicherinnen

Migrantinnen sind statistisch seltener erwerbstätig als Österreicherinnen. Nur 57 Prozent der Frauen mit Migrationshintergrund sind erwerbstätig, unter Österreicherinnen ohne Migrationshintergrund liegt die Erwerbstätigenquote hingegen bei 70 Prozent. Ausländerinnen sind zudem häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. 2015 war ihre Arbeitslosenquote mit 13% fast doppelt so hoch wie unter Österreicherinnen (7%). Unter den Arbeitslosen besonders stark vertreten waren Flüchtlinge: Syrerinnen und Afghaninnen war mit 75% bzw. 56% besonders häufig arbeitslos, gefolgt von Frauen aus dem Kosovo (46%) und jenen aus Serbien (41%). Jene Ausländerinnen, die im Erwerbsleben stehen, verdienen im Jahr netto rund 16.000 Euro und haben damit nur rund 80 Prozent des Nettojahreseinkommens von Österreicherinnen zur Verfügung.

Zuwanderinnen bekommen deutlich mehr Kinder

Während Österreicherinnen durchschnittlich 1,4 Kinder bekommen, liegt die Kinderzahl bei Ausländerinnen deutlich höher: Im ehemaligen Jugoslawien und der Türkei geborene Frauen bekommen durchschnittlich 2 bzw. 2,4 Kinder. Unter Frauen kosovarischer Staatbürgerschaft steigt die durchschnittliche Kinderzahl auf 3,3 Kinder, bei Syrerinnen auf 3,6 Kinder und bei Afghaninnen auf durchschnittlich 4 Kinder.

Die gesamte Broschüre ist unter www.integrationsfonds.at als PDF verfügbar und unter Bestellungen(at)integrationsfonds.at als kostenloses Printexemplar zu bestellen. Druckfähige Grafiken stellt das Team Kommunikation des ÖIF gern zur Verfügung.