Eine große Herausforderung
Gawa Sonam Payok ist im Oktober 200 aus Tibet nach Österreich gekommen. Am 17. Jänner 2006 erhielt sie Asyl und wohnt derzeit gemeinsam mit ihrer tibetischen Freundin Nidon Tenzon im IWH Nußdorfer Straße. Ihr Bericht:
„Als ich das erste Mal in Österreich angekommen bin, fühlte ich mich sehr einsam. Es fiel mir total schwer, andere Personen kennenzulernen, da die Sprachbarriere doch groß war. Allgemein ist der Alltag komplizierter, wenn man die Sprache noch nicht richtig beherrscht. Meistens hilft man sich mit Handzeichen und Gestikulationen. Irgendwie funktioniert die Kommunikation dann doch. Anfangs fühlte ich mich trotzdem sehr einsam und musste in der Nacht oft weinen. Auch das tägliche Beten half mir über diese schwierige Phase in Traiskirchen. Dann schlug mir eine Mitarbeiterin in Traiskirchen vor, dass ich nach Niederneukirchen nahe bei Linz ziehen sollte. Dort lernte ich eine tibetische Frau kennen, worüber ich sehr glücklich war. Wir haben uns ein Zimmer geteilt. Endlich konnte ich wieder mit jemandem in meiner Muttersprache reden. Bei unserem ersten Treffen haben wir die ganze Nacht geredet. Das war wirklich toll. Leider war es so, das wir dort nur vier Monate verbringen durften. Wir wollten in Linz bleiben, aber es war sehr schwer, eine Wohnung zu fi nden, vor allem, wenn man kein Geld und keine Arbeit hat. Langsam wurde die Spannung in mir beinahe unerträglich, da die vier Monate bald vorbei waren. Dann hat uns eine Sozialarbeiterin vorgeschlagen, nach Wien zu ziehen. Dort gäbe es eine Unterkunft und weitere Deutschkurse. Der erste Eindruck von Wien war überwältigend. Alles war so groß und überall waren so viele Menschen. Wir zogen in die Nußdorfer Straße ein, wo der Österreichische Integrationsfonds ein Wohnhaus für anerkannte Flüchtlinge führt. Die ersten Tage waren schwierig, da wir weder Essen noch Geschirr hatten. Glücklicherweise gab uns ein netter Bewohner etwas zu essen, und vom IWH-Leiter bekamen wir ein Taschengeld. Langsam lebten wir uns in Wien ein. Nun sind vier Monate vergangen und ich fühle mich eigentlich ganz gut in Wien. Für die Zukunft, vor allem für das Jahr 2007, habe ich einige Wünsche. Zuerst möchte ich natürlich besser Deutsch sprechen, schneller reden und viel verstehen. Dann wäre eine eigene Wohnung wunderbar, wo ich meine Andrea Röhrracher (links) unterstützt Baryat Nasarova (rechts) dabei, die Ausbildung als Heimhelferin erfolgreich abzuschließen. Eine große Herausforderung Gawa Sonam Payok ist im Oktober 200 aus Tibet nach Österreich gekommen. Am 17. Jänner 2006 erhielt sie Asyl und wohnt derzeit gemeinsam mit ihrer tibetischen Freundin Nidon Tenzon im IWH Nußdorfer Straße. Ihr Bericht: Privatsphäre habe. Ich möchte eine Ausbildung beginnen, einen Arbeitsplatz fi nden und allgemein unabhängig sowie eigenständig sein. Selbstständigkeit ist mir sehr wichtig. Konkret möchte ich in naher Zukunft eine Ausbildung zur Pfl egehilfe beginnen. Ich denke, dass meine kontaktfreudige und positive Art in diesem Beruf sicherlich sehr hilfreich ist. Die Ausbildung zur Pfl egehilfe soll ein erster Schritt in die Richtung sein, die ich einschlagen möchte. Später wäre eine Krankenschwesternausbildung wünschenswert. Das Ganze wird eine große Herausforderung, der ich schon gespannt entgegenblicke. Es ist mir ein Anliegen, anderen Menschen zu helfen, da ich weiß, wie es ist, Hilfe zu benötigen.“
