Jugendlichen Zukunft geben
Das große Thema im kommenden Jahr ist die Integration von Jugendlichen: Ein Überblick über die für 2007 geplanten Aktivitäten des Integrationswohnhauses Nußdorferstraße.
Lukas Kluszczynski
Das historische Gebäude des Integrationswohnhauses Nußdorfer Straße – ursprünglich ein Hotel – wurde im Jänner 2004 vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) übernommen. Seither bietet es 120 Asylberechtigten eine Bleibe: Hervorragend eingebettet in die Infrastruktur des 9. Wiener Bezirks ermöglicht es seinen BewohnerInnen, von den Beschäftigungs- und Lebenschancen einer Großstadt zu profitieren und das vielfältige Angebot der näheren Umgebung für sich zu nützen.
Regionalfeste etablieren
Die zentrale Lage gibt dem Integrationswohnhaus die Möglichkeit, sich als Kultur- und Kommunikationszentrum des Bezirks zu positionieren. Zahlreiche Veranstaltungen (wie etwa Ausstellungen oder Konzerte) haben bereits in der großzügigen Eingangshalle des Hauses stattgefunden. Unsere engen Kontakte zur lokalen Politik und den vielen Organisationen im Bezirk helfen uns, ein möglichst breites Publikum anzuziehen. So werden wir in Zukunft unsere „Regionalfeste“ als fixen Programmpunkt etablieren. Was im Dezember 2005 mit dem Afrika-Frauen-Fest begann und Ende 2006 mit einem Tibet-Fest fortgesetzt wurde, soll in Zukunft Tradition werden und der Öffentlichkeit die Herkunftsländer der Flüchtlinge mit ihren Bräuchen und Gepfl ogenheiten näherbringen. Neben einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit nützen wir unsere Veranstaltungen oftmals auch für Spendensammelaktionen, um zukünftige, integrationsfördernde Projekte finanzieren zu können.
Jugendliche fördern
Das große Thema im kommenden Jahr ist für uns die Integration von Jugendlichen. Chancengleichheit in punkto Bildung und persönlicher Entfaltung ist für die optimale Einbindung der jungen Asylberechtigten in den österreichischen Alltag von größter Wichtigkeit. Mit gezielter Lernbetreuung werden wir helfen, Nachholbedarf aufzuarbeiten. Bei sportlichen und kreativen Aktivitäten soll zusätzlich auf besondere Talente der Kinder eingegangen und diese verstärkt gefördert werden. Die dazu notwendigen Infrastrukturmaßnahmen (z. B. Lern- und Spielraum, Fitnessraum, Ausbau von Kellerräumlichkeiten für Turnen, Ball- und Mannschaftssportarten) sind bereits vorgenommen worden bzw. werden weiter umgesetzt.
Der öffentliche Charakter von Veranstaltungen des Integrationswohnhauses hat sich bewährt und wird fortgesetzt werden: Durch die Einbindung österreichischer Kinder sowie Jugendlicher aus der Nachbarschaft erlernen die jungen Menschen einen vorurteilslosen, respektvollen Umgang miteinander. Ein gutes Beispiel hierfür ist die im Spätherbst begonnene Kooperation mit dem Jugendverein Juvivo. Das gemeinsame Programm umfasst u. a. Musikveranstaltungen sowie ein spezielles Sportangebot für Mädchen. Derzeit werden auch Schulprojekte in Zusammenarbeit mit einem Gymnasium im 9. Bezirk geplant.
Eine andere Form der Jugendarbeit möchten wir gemeinsam mit der Wiener Jugendgerichtshilfe leisten. Zur Vermeidung von Vorstrafen erhalten hierbei junge Leute, die mit dem Gesetz in Konfl ikt geraten sind, die Möglichkeit, durch Mitarbeit im IWH ihr Vergehen auf sinnvolle und nützliche Art in Form eines außergerichtlichen Tatausgleichs zu tilgen. Ein erster Versuch verlief bereits überaus vielversprechend.
Mag. Lukas Kluszcynski ist Leiter des IWH Nußdorfer Straße.
lukas.kluszcynski(at)integrationsfonds.at
