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In aller Kürze

 

Fünf Jahre Liese Prokop Stipendium

Auch im Wintersemester 2009/10 fördert der ÖIF die Bildungskarrieren begabter Flüchtlinge mit 500 Euro monatlich. Den 27 Stipendiat/innen wurde ihr Stipendium am 29. Oktober von Staatssekretär Reinhold Lopatka verliehen. 22 von ihnen bereiten sich zurzeit im Vorstudienlehrgangauf ein Studium in Österreich vor, fünf lassen ihren im Heimatland erworbenen Abschluss nostrifizieren. Das Liese Prokop Stipendium wurde in den fünf Jahren seines Bestehens bereits 340-mal vergeben.

 

Mit dem ÖIF-Karriereticket zum Erfolg

Um besonders motivierte, begabte und engagierte Klient/innen bei ihrem beruflichen Vorankommen zu unterstützen, hat der ÖIF 2009 erstmals das so genannte „Karriereticket“ vergeben. Die beiden Ende September ausgezeichneten Gewinner sind Jeffres Musafare Chawaguta aus Simbabwe und Zawudinova Hayriniso aus Tadschikistan. Chawaguta, ein 38-jähriger Netzwerk- und PC-Ingenieur, wird vom Integrationszentrum Tirol betreut. Im Rahmen des ÖIF-Karrieretickets wird er unter anderem mit einem Notebook unterstützt, das er für die Nostrifikation seines Studiums in Österreich sehr gut einsetzen kann. Die 43-jährige Hayriniso wiederum ist im IWH Nußdorfer Straße untergebracht und arbeitet im Moment an der Nostrifikation ihres Medizinstudiums. Der ÖIF wird sie dabei mit benötigter Fachliteratur unterstützen.

 

Tirol: Betreuung für die Jüngsten

Mit Beginn des Schul- und Kindergartenjahrs im Herbst startete das Integrationszentrum Tirol sein neues Kindergartenprojekt. ÖIF-Kindergartenpädagogin Barbara Moser besucht wöchentlich den Kindergarten Schönegg in Hall, wo sie Kinder mit Migrationshintergrund bei der Integration unterstützt. Bei regelmäßigen „Eltern-Kind-Nachmittagen“ werden darüber hinaus die Eltern bewusst in den Integrationsprozess im Kindergarten einbezogen. Ihre große Rolle für die gelungene Interaktion zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund soll so unterstrichen werden. Beim ersten „Eltern-Kind-Nachmittag“ tauschten sich über 15 Mütter und Väter aus Österreich, der Türkei, Kroatien, Bosnien und der Mongolei aus.

 

Beruf mit Zukunft: Schwarzdecker und Abdichter

Am 14. September startete in der Steiermark für zwanzig Männer aus vier Nationen die Ausbildung zum „Schwarzdecker und Abdichter“. Der Kurs wird zu einem großen Teil vom ÖIF und dem AMS finanziert, weiterer Partner ist die Caritas Graz-Seckau. Auch die Kursteilnehmer selbst steuern einen kleinen Teil bei. In der Ausbildung wird das Abdichten von Flachdächern und Kellern geschult. Sie existiert bis jetzt nicht als Lehrberuf, wird aber laut Gerhard Freisinger, dem zuständigen Innungsmeister, immer wichtiger. Alle bisherigen Abgänger des Lehrgangs haben erfolgreich einen Job gefunden. Der Kurs dauert acht Wochen und umfasst neben der Fachausbildung diverse Aspekte der Baustellensicherheit und der Ersten Hilfe.

 

Rudolf Bretschneider: „DIE Jugend gibt es nicht“

Zu Gast bei Integration intern war am 9. Dezember GfK-Meinungsforscher Rudolf Bretschneider. Passend zur aktuellen Ausgabe von Integration im Fokus präsentierte er Zahlen und Fakten zum Thema „Jugend“. Seine Kernaussage dabei: „DIE Jugend gibt es nicht“ – man müsse differenzieren. Positiv stimmten jedenfalls einige der präsentierten Ergebnisse: So stimmten die befragten 16- bis 29-jährigen deutlich seltener als die Mehrheitsbevölkerung Aussagen wie „Mit den Ausländern kommt vor allem Kriminalität“ oder „Die vielen Ausländer nehmen Österreichern die Arbeitsplätze weg“ zu.

 

Expertenaustausch aus vier Ländern

Damit Organisationen wie der ÖIF Erfolg haben, muss die Kommunikation sowohl mit der Mehrheitsgesellschaft als auch mit den Migrant/innen selbst funktionieren. Um Erfahrungen international auszutauschen, lud der ÖIF deshalb Vertreter/innen des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, des Schweizer Bundesamts für Migration und des Liechtensteiner Ausländer- und Passamts zu einem zweitägigen Workshop nach Wien ein. Am 24. und 25. November diskutierten die Expert/innen Erfolgskonzepte aus ihren Ländern, darunter auch Integration im Fokus. ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda zeigte sich hochzufrieden mit der Veranstaltung: „Wir wollen den Austausch im kommenden Jahr intensivieren und mit Workshops zu anderen Themen fortsetzen.“

  • Stipendiat Hamid Reza Karimzadeh mit Staatssekretär Reinhold Lopatka (rechts) und Sektionschef Mathias Vogl.

  • Jeffres Musafare Chawaguta (rechts), PC-Ingenieur aus Simbabwe, mit Nikolaus Meze, Leiter des Integrationszentrums Tirol, bei der Übergabe des Karrieretickets.

  • Damit Kinder unterschiedlicher Herkunft gut zusammenleben, bezieht der ÖIF in Tirol die Eltern mit ein.

  • Die Qualifizierung zum Schwarzdecker und Abdichter ist eine exzellente Berufschance.

  • Die Kommunikation mit Migrant/innen wie mit der Mehrheitsgesellschaft stand im Mittelpunkt eines internationalen ÖIF-Workshops.