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Dienstag, 05. März 2019 09:04

"Integrationspreis Sport" 2018: Regionale Verleihungen

Zehn Projekte aus Wien, Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg wurden mit dem "Integrationspreis Sport" ausgezeichnet. Die Verleihung der Hauptpreise findet am 26. März in Wien statt.

"Integrationspreis Sport"-Verleihung in der Steiermark

Am 20. März 2019 überreichte Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums Steiermark, den mit 1.000 Euro dotierten "Integrationspreis Sport" an das Projekt MATCHDAY+ der Caritas Steiermark. Die Verleihung fand im Büro von Stadtrat Kurt Hohensinner, in Graz unter anderem zuständig für Bildung, Integration und Sport, statt. Michael Teichmann und Bernd Stadlober von der Caritas Steiermark nahmen den Preis entgegen.

Wertevermittlung durch gemeinsames Fußballspiel

Bei MATCHDAY+ spielen unterschiedliche Fußballteams unabhängig ihres kulturellen oder sozialen Hintergrunds Fußball. Zudem bearbeiten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen bei Seminaren  Schwerpunktthemen wie Sprach- und Wertevermittlung oder Mädchenförderung. "MATCHDAY+ zeigt, dass Sport nicht nur die Gesundheit fördert und Spaß macht, sondern auch Selbstbewusstsein, Partizipation und Miteinander fördert und zum gemeinsamen Lernen motiviert", so Michael Teichmann der Caritas Steiermark. "Wir fühlen uns durch die Auszeichnung bestärkt, unsere sportintegrative Arbeit für Kinder und Jugendliche mit Flucht- oder Migrationshintergrund fortzusetzen."

Martin Häusl, Leiter des Integrationszentrums Steiermark: "Beim Sport werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene motiviert, ihre Ziele unabhängig von ihrer Herkunft und Religion zu verfolgen. Wo Leistung und Können im Vordergrund stehen, rückt die Herkunft in den Hintergrund. Ich freue mich, mit MATCHDAY+ ein Projekt auszuzeichnen, das die positive Wirkung des Sports lebt und in den Mittelpunkt stellt. Herzliche Gratulation an alle Beteiligten!" Auch der Grazer Stadtrat Kurt Hohensinner stimmte zu: "Sport ist der Motor für die Integration, besonders für junge Menschen. Im Sport finden Menschen schneller und unkomplizierter zueinander, Miteinander, Spaß an der Bewegung und ein gemeinsames Ziel stehen im Vordergrund. Das verbindet und schafft Freundschaften und Beziehungen oft weit über den Sport hinaus! Herzlichen Glückwunsch an MATCHDAY+."

"Integrationspreis Sport"-Verleihung in Tirol

Am 15. März 2019 wurde im Integrationszentrum Tirol der "Integrationspreis Sport" 2018 verliehen. Julia Medina-Traxler, Leiterin des Integrationszentrums überreichte den mit 1.000 Euro dotierten Preis an die Preisträger-Projekte "Skaid Snow", "Schach spielen egal ob weiss oder schwarz" und "We are the world". 

Wertevermittlung im Wintersport

Der Verein Skaid hat das Projekt "Skaid Snow" ins Leben gerufen. Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bekommen dadurch die Möglichkeit eine typisch österreichische Erfahrung zu machen: Wintersport. Menschen unterschiedlicher Herkunft und aus unterschiedlichen sozialen Schichten fahren gemeinsam Schi, oder Snowboard. Pia Koenig, Initiatorin und Leiterin des Projekts betont die Bedeutung des Austauschs im Rahmen des Projekts für die Integration: "Der Sport im Verein ist für unsere jugendlichen Teilnehmer ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden, gibt ihnen eine Gruppenzugehörigkeit, trägt positiv zu ihrem Selbstwert und zu ihrem Sozialverhalten bei."

Verbesserung der Sprachkenntnisse durch gemeinsames Schachspielen

Dass auch im Denksport Unterschiede keine Rolle spielen, wenn ein gemeinsames Ziel verfolgt wird, verdeutlicht das Projekt "Schach spielen egal ob weiss oder schwarz" der Schachsportunion Innsbruck. 2017 in Igls gegründet, zählt der Schachverein bereits 50 Vereinsmitglieder aus sieben Nationen. Vizeobmann Giorgio Gugler drückt seine Freude über die Auszeichnung aus: "Es bestärkt und motiviert uns zugleich dieses Projekt weiter zu forcieren und damit viel Freude beim Schachsport mit den unterschiedlichsten Nationalitäten zu haben die wir jede Woche bei den Trainings vereinen." Durch Trainingskurse und weitere gemeinsame Aktivitäten im Verein wird nicht nur das Schachspiel verbessert, es erfolgt auch eine Werte- und Sprachvermittlung.

Förderung der Selbstständigkeit durch aktive Mitarbeit im Eislaufverein

Mit "We are the world" wird ein Sportprojekt des Eislaufvereins Hall ausgezeichnet. Turn- und Eislaufeinheiten das ganze Jahr über bilden den Kern des Projekts. "Vor über zwei Jahren haben wir mit der Integration von minderjährigen Flüchtlingen in den Verein begonnen, in der Zwischenzeit sind aus dem Großteil dieser Jugendlichen junge Männer geworden und viele sind dem Verein immer noch treu geblieben", erklärt Obfrau Ulrike Skoficz. Der Verein zählt vor allem darauf auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen miteinzubinden und somit deren Selbständigkeit und Eigenverantwortung in der Gesellschaft zu fördern - aktive Mitarbeit ist für den Verein zentral.

"Integrationspreis Sport"-Verleihung in Wien

Am 7. März 2019 überreichte Jasmin Augustin, stv. Leiterin des ÖIF-Integrationszentrums Wien, den mit 1.000 Euro dotierten "Integrationspreis Sport" an die zwei Preisträger-Projekte in Wien. Mit "United we stand" und "Rugby goes school" wurden zwei Sportprojekte ausgezeichnet, die die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund fördern.

Vorleben des Miteinanders im Sportverein

Das Projekt "United we stand" der Vienna Knights integriert mittels Flag Football, der kontaktlosen Version des American Football, Kinder und Jugendliche unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialen Schicht in den Sportbetrieb und das Vereinsleben. Durch das regelmäßige Training werden nicht nur sportliche Fähigkeiten, sondern auch Sprachkenntnisse und Werte des gesellschaftlichen Miteinanders vorgelebt und vermittelt.

Grundlegende gesellschaftliche Werte leben

Bei "Rugby goes school" spielen Kinder bis zwölf Jahren seit 2017 unter Anleitung von Projektinitiator und Pädagoge Alexander Böhm Rugby. Die Vermittlung von grundlegenden Werten des gesellschaftlichen Miteinanders steht auch beim zweiten Wiener Preisträgerprojekt im Fokus: Disziplin, strenge Regeln und Fairness, die im Vereinsleben und beim Rugby eingehalten werden müssen, übertragen sich auch auf das Alltagsverhalten der Schüler/innen. Kinder, die im Schulunterricht auffällig waren, lernten, sich in der Sportgruppe positiv einzubringen, und entwickelten sich so auch im zwischenmenschlichen Umgang außerhalb des Sportvereins merklich weiter.

"Integrationspreis Sport-Verleihung in Vorarlberg"

Am 5. März wurden im Integrationszentrum Vorarlberg drei Sportprojekte mit dem "Integrationspreis Sport" ausgezeichnet. Stefan Revelant, Leiter des Integrationszentrums, überreichte die Preise an "Karate für Flüchtlingsfamilien", "Pétanque für alle" und "Play together!".

Vermittlung europäischer Werte durch Karate-Training

Karate Bregenz animiert mit ihrem Projekt gezielt Familien mit Fluchthintergrund am Karate-Training teilzunehmen. Dabei wird besonderer Wert auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander gelegt. Der ganzheitliche Ansatz des Vereins verbindet das Kampfsporttraining mit Gewaltprävention, Förderung von Frauen und Mädchen und außersportlichen Aktivitäten in denen österreichische Werte vorgelebt werden. "Männliche und weibliche Trainer/innen vermitteln neben Karate auch Selbstverteidigung - wichtig sind Respekt, Fairness, Toleranz und Teamgeist sowie die Vermittlung unserer europäischen Werte", so Eva Kathrein, Karate-Trainerin und Vorstandsmitglied des Vereins.

"Pétanque für alle" schafft Raum der Begegnung

Einer gleichberechtigten Teilnahme am Sport und in weiterer Folge am gesellschaftlichen Leben hat sich das Projekt "Pétanque für Alle" des 2016 gegründeten Club Pétanque Vinomna aus Rankweil verschrieben: "Wir haben es geschafft, durch die bunte Vielfalt der Teilnehmer/innen an Veranstaltungen des Club Pétanque Vinomna die Menschen - unter anderem mit Migrationshintergrund oder mit Handicap - zu ermuntern, an unserem Sport und am Dorfleben teilzunehmen", meint Klaus Preg, Mitglied des Vereins. Der Club Pétanque Vinomna will mit Hilfe des Sports eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle schaffen. 

Beziehungen entstehen über den Vereinssport hinaus

Mit "Play together!" des UNION Badmintonsportclubs Dornbirn werden Buben ab 12 Jahren und Männer für das Badmintonspiel begeistert werden. Mitglied des Vereins, Silvia Ferner erklärt: "Wir wollen mit diesem Projekt das Thema Integration in unserem Verein wieder in Erinnerung rufen und für unsere Vereinsgemeinschaft hat das eine positive Wirkung." Durch das regelmäßige Training untereinander entstanden Beziehungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, die auch abseits des Spielfelds gelebt werden - die Vereinsmitglieder unterstützen sich zum Beispiel bei der Wohnungs-, Arbeitssuche und bei privaten Herausforderungen jeglicher Art.

"Integrationspreis Sport"-Verleihung in Oberösterreich

Mit 4. März wurde in Oberösterreich mit dem SK Schärding das erste von zwölf Projekten mit dem "Integrationspreis Sport" 2018 ausgezeichnet. Kata Dilber, Leiterin des ÖIF-Integrationszentrums Oberösterreich, überreichte den mit 1.000 Euro dotierten Preis an den SK Schärding und sein Projekt: "Schwarz-Rot ist bunt! Schwarz-Rot sind die Farben des SK Schärding, BUNT ist der Fußball!" Den Preis nahmen Reinhold Bell, Projektverantwortlicher, Christian Breyer, Funktionär, und Reinhard Wagner, Nachwuchsleiter des SK Schärding entgegen.

Sport als Türöffner in die Gesellschaft

"Mir ging es vor allem darum, den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eine sinnvolle Freizeitgestaltung anzubieten, damit die jungen Burschen aus der Monotonie des Heimalltags herauskommen", erklärt der Initiator des Projekts und ehemaliger Jugendleiter des SK Schärding Reinhold Bell. Er betont gleichzeitig, dass es dem Verein vor allem auch darum geht, Jugendlichen eine Tür in das Vereinsleben zu öffnen und so die Basis für eine gelingende Integration zu bereiten. Projektinitiator Reinhold Bell sprach auch über Herausforderungen aufgrund von Sprachbarrieren, die mit voranschreitendem Training aber überwunden werden konnten: "Ich bin sehr stolz darauf, dass der SK Schärding einer der ersten Vereine in Österreich war, der unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Fußballverband angemeldet hat."

 

Über den "Integrationspreis Sport"

Mit dem "Integrationspreis Sport" werden vom Österreichischen Integrationsfonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), dem Bundesministerium für öffentlichen Dienst und Sport (BMöDS), der Bundessportorganisation (BSO) sowie dem Sponsor Coca-Cola zwölf Sportprojekte ausgezeichnet, die die Integration von Zuwander/innen und Flüchtlingen in Österreich fördern. Bei den regionalen Preisverleihungen in Wien, Oberösterreich, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg wurden zehn Projekte ausgezeichnet. Die Verleihung der zwei Hauptpreise findet am 26. März in Wien statt.

 

 

Martin Häusl (IZ Steiermark), Kurt Hohensinner (Stadtrat), Michael Teichmann (Caritas), Sabine Agatic (IZ Steiermark) und Bernd Stadlober (Caritas)

Julia Medina-Traxler und Amra Durakovic (vorne links) vom ÖIF mit Vertreter/innen der Siegerprojekte „Schach spielen egal ob weiss oder schwarz“, "Skaid Snow" und „We are the world“

Vertreter/innen der Siegerprojekte "Vienna Knights" und "Rugby goes school" mit Jasmin Augustin, stv. Leiterin IZ Wien (2.v.r.)

Reinhold Bell (Projektinitiator), Christian Breyer (Funktionär), Reinhard Wagner (Nachwuchsleiter), Kata Dilber (Leiterin IZ Oberösterreich)

Vertreter/innen der Sieger-Vereine Club Petanque Vinomna, Badminton Sportclub Dornbirn und Karate Bregenz mit Stefan Revelant (Leiter IZ Vorarlberg, vor dem Roll-Up)