Mittwoch, 20. September 2017 14:35

ÖIF stärkt Integrationsstruktur im Burgenland

Das Integrationszentrum in Eisenstadt stärkt ab sofort die regionale Integrationsstruktur. Seit Jahresbeginn wurden knapp 600 Beratungen durchgeführt.

Der Standort in Eisenstadt entspricht der steigenden Nachfrage nach Beratungen für Flüchtlinge und Zuwander/innen sowie Werte- und Orientierungskursen im Burgenland. Das Angebot vor Ort umfasst v.a. Beratung, Sprachkursförderung und Wertevermittlung für Flüchtlinge und Zuwander/innen. Auch regional ist der ÖIF vertreten und bietet in mobilen Beratungsstellen in Oberwart, Güssing, Jennersdorf und Oberpullendorf Beratung für Flüchtlinge und Zuwander/innen an.

Rund 580 Beratungen im Burgenland seit Jahresbeginn

Im Burgenland konnten seit Beginn des Jahres 2017 etwa 580 Beratungen von Flüchtlingen und Zuwander/innen durchgeführt werden, davon waren 220 verpflichtende Orientierungsberatungen. Österreichweit fanden im Jahr 2017 über 71.000 Integrationsberatungen  statt, vor allem zu Themen der Deutschförderung und Wertevermittlung. Mitgrund für die große Nachfrage sind nicht zuletzt das Anfang Juni in Kraft getretene Integrationsgesetz und die damit verbundenen Informationsmaßnahmen des ÖIF. Die Orientierungsberatung des ÖIF für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte ist im neuen Integrationsgesetz verpflichtend festgeschrieben. Im Rahmen dieser Beratung haben Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte zudem eine Integrationsvereinbarung zu unterschreiben, in der sie sich zum Besuch eines Werte- und Orientierungskurses sowie von Deutschkursen verpflichten. In den verpflichtenden Werte- und Orientierungskursen des ÖIF werden Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten zentrale Regeln des Zusammenlebens in Österreich wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit vermittelt.

Wertekurse im Burgenland: 300 Teilnehmer/innen in knapp 30 Kursen

Seit Jahresbeginn haben rund 300 Flüchtlinge an einem der 26 im Bundesland stattgefundenen Terminen teilgenommen. Die meisten Teilnehmer/innen der Wertekurse im Burgenland stammten aus Afghanistan, gefolgt von Syrien, dem Irak und dem Iran. Österreichweit besuchten seit dem Start der Werte- und Orientierungskurse Ende 2015 30.000 Flüchtlinge ÖIF-Kurse.

Ergänzend zu den gesetzlich festgeschriebenen Wertekursen bietet der ÖIF auch Vertiefungskurse zu spezifischen Themengebieten wie Arbeit und Beruf, Frauen oder Kultur und Gesellschaft an; das Angebot wird laufend ausgebaut. Gemäß den Bestimmungen des Integrationsgesetzes wird Werte- und Orientierungswissen außerdem in Deutschkurse sowie Deutschprüfungen für Flüchtlinge integriert. Dafür hat der ÖIF eigene Werte-Curricula für die Sprachniveaustufen A1 bis B2 entwickelt, anhand derer die Grundwerte der österreichischen Verfassung wie Gleichberechtigung von Mann und Frau, Menschenwürde und demokratische Prinzipien in den Integrationsdeutschkursen für Flüchtlinge vertiefend zu behandeln sind. Ergänzende Übungsmaterialien wie Videos, Podcasts und Online-Tests sind auf der kostenlosen Plattform www.sprachportal.at abrufbar.

v. l. n. r. Franz Wolf (ÖIF-Geschäftsführer), Bernadette Malkiel (Leiterin Integrationszentrum Wien und Burgenland), Simona Mayerhofer-Sebera (Integrationszentrum Burgenland), Abdulhadi Briman (Integrationszentrum Burgenland), Edwin Schäffer (Leiter Bereich Integrationszentren) © Christian Feigl