13.11.2019, 16:34 Uhr

Asylberechtigte Studierende mit Dompfarrer Toni Faber im Stephansdom

Am 12. November bekamen Flüchtlinge und Migrant/innen eine Führung durch den Stephansdom.

Dompfarrer Toni Faber sprach mit den Asylberechtigten u.a. über die Geschichte des Stephansdoms.

Faber beim Erklären der Symbolik der Verzierungen des Taufbeckens. © ÖIF

Bedeutender Teil der Arbeit des ÖIF ist die Vermittlung von österreichischer Geschichte und Kultur im Rahmen von Exkursionen, Seminaren oder anderen Veranstaltungen. Am 12. November fand ein Stephansdom-Besuch statt, bei dem Dompfarrer Toni Faber persönlich durch das Wiener Wahrzeichen führte und den Zuwander/innen die Geschichte des Doms, seine Tätigkeit und christliche Rituale im Allgemeinen näherbrachte. Faber arbeitet seit Jahren immer wieder mit dem ÖIF zusammen: "Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit. Ich freue mich, dass ich Menschen, die bei uns Heimat finden, etwas von dem zeigen darf, was Wien ausmacht und was wir alle am Stephansdom lieben."

Bildung als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe

Zu Beginn der Führung sprach Faber über die Geschichte des Stephansdoms, die Architektonik, die Symbolik dahinter und die unterschiedlichen Baumeister. Auch über die Zerstörung des Doms im Zweiten Weltkrieg und darüber, wie wichtig Zusammenhalt und Zusammenarbeit beim darauffolgenden Wiederaufbau war, sprach er: "Die Glocke, die Pummerin kommt aus Oberösterreich, die Glasfenster aus Tirol, die Sitzbänke aus Vorarlberg - alle Bundesländer haben was zum Wiederaufbau beigetragen."

"Was studieren Sie?", zeigte sich Dompfarrer Toni Faber interessiert an den jungen Migrant/innen. Die angehenden Architekten, Zahn- und Humanmediziner/innen hatten die Möglichkeit, mit Faber zum Altar zu gehen. Dort sprach er über die vielfältigen Anlässe und Feierlichkeiten, die er als Pfarrer begleitet. In der Sakristei zeigte er den Asylberechtigten die unterschiedlichen liturgischen Gewänder und erklärte die Bedeutung der verschiedenen Farben. "Hier zeigen sich sehr schön kulturelle Unterschiede. Weiß ist für uns eine Farbe der Freude, eine Farbe für Feierlichkeiten in der Kirche - in Japan ist das die Farbe der Trauer." Der Dompfarrer wünschte den Studierenden zum Abschluss viel Glück beim Studium und ermutigte sie, sich für ihre Ziele einzusetzen, um in Österreich Fuß zu fassen: "Durch Bildung und Studium kann man einen guten Platz in jeder Gesellschaft erreichen."

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