Freitag, 12. April 2019 13:40

Förderung von Maßnahmen zum Schutz und zur Integration von Frauen

Projekte mit den Schwerpunkten Beratung, Prävention und Aufklärung mit 1 Million Euro gefördert; Start der Projekte zu Sommerbeginn 2019

In Österreich kommt es verstärkt zu Fällen von Gewalt gegen Frauen. Laut aktuellen Daten des Bundesministeriums für Inneres (BMI) wurden im vergangenen Jahr 82 Frauenmorde in Österreich verübt, insgesamt kam es sogar zu 13.670 strafbaren Handlungen gegen Frauen. Tatverdächtige mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind dabei stark überrepräsentiert, sie machen mehr als ein Drittel (36%) der Tatverdächtigen aus. Expert/innen berichten darüber hinaus von einer steigenden Zahl an Gewalttaten an Frauen, die im Namen der Ehre begründet werden; mehrere hundert Mädchen und junge Frauen sind in Österreich laut Schätzungen von Zwangsheirat betroffen.

Förderaufruf für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration

Der Kampf gegen Gewalt gegen Frauen ist ein Arbeitsschwerpunkt von Außen- und Integrationsministerin Dr. Karin Kneissl. Für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration und insbesondere auch gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) führten das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) einen Sonderaufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen durch. Mit 1 Million Euro werden Projekte zur Beratung und Prävention gefördert, welche Frauen und Mädchen zugutekommen, die von Gewalt im Kontext von Integration oder weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder davon gefährdet sind. Besonders werden Projekte gefördert, die Frauen in ihrer Selbstbestimmung stärken und vor allem auch Männern klar vermitteln, dass Gewalt gegen Frauen in Österreich nicht toleriert wird und strafrechtliche Konsequenzen hat.

Sommer 2019: Start der geförderten Projekte gegen Gewalt an Frauen

Neben Projekten, die sich direkt an von FGM und Gewalt Betroffene und Gefährdete sowie deren Familien richten, waren auch Projekte zur Einreichung aufgerufen, die Mitarbeiter/innen aus Frauengesundheitszentren, Opferschutzgruppen und anderen Hilfseinrichtungen sowie Personal aus dem Gesundheitsbereich, Multiplikator/innen oder Sozialarbeiter/innen und Lehrpersonal oder auch Schulklassen mit Expertise ausstatten und zur Information der Zielgruppe und zur Prävention beitragen. Aktuell werden die zahlreichen Projektvorschläge aus ganz Österreich geprüft und bewertet, anschließend trifft eine Fachjury die Auswahl aller geförderten Projekte. Zu Sommerbeginn sollen die ausgewählten Projekte bundesweit starten.

Arbeitsschwerpunkt: Förderung der Integration von Frauen

Die Integration von Frauen ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt in der Integrationsarbeit des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und des Österreichischen Integrationsfonds. Dieser Schwerpunkt ist integraler Bestandteil sämtlicher laut Integrationsgesetz verpflichtenden Maßnahmen (Beratung, Deutschkurse sowie Werte- und Orientierungskurse), darüber hinaus bieten die ÖIF-Integrationszentren in ganz Österreich Beratungsformate und Informationsveranstaltungen für Migrant/innen ebenso wie für Multiplikator/innen im Integrationsbereich an. Alle Informationen zum Schwerpunkt der Frauenintegration finden Sie unter www.integrationsfonds.at/frauen/

ÖIF-Publikationen zum Thema Gewalt an Frauen

Auch die aktuelle Ausgabe des ÖIF-Magazins ZUSAMMEN behandelt das Thema Gewalt gegen Frauen; in der Ausgabe der ÖIF-Interviewreihe „Perspektiven Integration“ zum Thema „Gewalt gegen Frauen im Kontext von Migration“ kommen ebenfalls Expert/innen, wie Frauenrechtsaktivistin Waris Dirie, Integrationsexpertin Emina Saric und Naila Chikhi (Terre des Femmes) zu Wort. Alle aktuellen Publikationen zum Thema können Sie in der ÖIF-Mediathek herunterladen oder bestellen: www.integrationsfonds.at/publikationen

Foto: Marc Stickler