07.12.2020, 08:16 Uhr

Neue ÖIF-Informationsbroschüre: „Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“

Integrationsfonds, Österreichisches Rotes Kreuz (ÖRK) und Gesundheitszentrum FEM Süd informieren Multiplikator/innen über Sensibilisierung, Handlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen

Mit der neuen Informationsbroschüre "Gegen Gewalt an Frauen" unterstützt der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) Multiplikator/innen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, die in ihrer täglichen Arbeit mit der Thematik konfrontiert sind. Im Mittelpunkt stehen Handlungsempfehlungen im Umgang mit Betroffenen, Präventionsmaßnahmen sowie die Sensibilisierung für das Thema. Die Broschüre wurde in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) und dem Institut für Frauen- und Männergesundheit FEM Süd erarbeitet und dient als Informationsquelle und Impulsgeber für Prävention im Kampf gegen Gewalt an Mädchen und Frauen.

Bundesministerin Raab begrüßt Informationsbroschüre
Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sind Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab ein besonderes Anliegen: „Jede einzelne Gewalttat an Frauen und Mädchen ist eine zu viel. Als Frauen- und Integrationsministerin setze ich mich mit aller Kraft dafür ein, dass alle Frauen in Österreich – unabhängig von ihrer Herkunft – ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben führen können.“ Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) legt einen Schwerpunkt in seiner Arbeit auf die Stärkung von Frauen, erklärt ÖIF-Direktor Franz Wolf: "Körperliche Gewalt ist kein integrations- oder migrationsspezifisches Thema, jedoch können Migrantinnen sowie geflüchtete Frauen und Mädchen eine besonders vulnerable Gruppe darstellen. Es ist wichtig, präventive Maßnahmen und Informationsangebote auszubauen, um Frauen in derartigen Problemsituationen zu schützen.“

Inhaltliche Schwerpunkte „Gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“
Die Broschüre informiert über die wesentlichen Formen und Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, außerdem werden auch Präventions- und Aufklärungsmöglichkeiten aufgezeigt. Hilde Wolf, Leiterin des Gesundheitszentrums FEM Süd: „Es ist wichtig Frauen zu stärken, unabhängig vom Migrationshintergrund. Deswegen widmen wir uns auch verstärkt der Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind. Es braucht hier eine breite Information an alle relevanten Gruppen, um etwa weibliche Genitalverstümmelung (FGM) zu beenden.“ Die Broschüre hat das Ziel, Multiplikator/innen über die aktuelle Rechtslage zu informieren und Handlungsempfehlungen aufzuzeigen. Im Zentrum stehen dabei vor allem traditionsbedingte und sogenannte ehrkulturelle Formen der Gewalt sowie Zwangsverheiratung, Menschen- und Frauenhandel, weibliche Genitalverstümmelung, rassistisch motivierte Gewalt und Gewalterfahrungen während der Flucht. Monika Wild, Leiterin der Gesundheits- und sozialen Dienste des ÖRK „Gewalt an Frauen betrifft uns alle. Eine bewusste Auseinandersetzung mit der Thematik und eine gut funktionierende Zusammenarbeit von spezialisierten Beratungsstellen ist dabei essenziell“.

Die Informationsbroschüre steht ab sofort zum Download zur Verfügung: https://www.integrationsfonds.at/mediathek/mediathek-publikationen 

ÖIF-Unterstützungsangebote für Frauen
Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt des Österreichischen Integrationsfonds ist die Förderung und Unterstützung von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund: Migrant/innen werden in Kursen und Seminaren über ihre Chancen und Möglichkeiten in Österreich informiert, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu fördern. Darüber hinaus bieten die ÖIF-Integrationszentren in ganz Österreich Beratungsformate und Informationsveranstaltungen zur Förderung und Arbeitsmarktintegration von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund ebenso wie für Multiplikator/innen im Integrationsbereich an. Vom ÖIF werden zudem im Rahmen des ÖIF-Sonderaufrufs zur Stärkung von Frauen 19 Projekte gegen Gewalt und zur Stärkung von Frauen und Mädchen im Kontext von Integration in ganz Österreich mit 2 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich fördert das BKA 14 Projekte in ganz Österreich. Die Schwerpunkte liegen dabei unter anderem auf von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen in ländlichen Regionen, auf von sexualisierter Gewalt betroffenen Jugendlichen und Kindern oder Projekten mit Fokus auf präventive Maßnahmen für geschlechtsspezifische Gewalt. Insgesamt werden im Rahmen der Stärkung von Frauen 3,25 Millionen Euro in 33 neue Projekte in ganz Österreich investiert.

Weitere Angebote zum ÖIF-Frauenschwerpunkt finden Sie hier: www.integrationsfonds.at/frauen