Donnerstag, 13. September 2018 13:54

Integrationsbericht 2018: Integration von Frauen verstärkt fördern

Integrationsbericht 2018 von Expertenrat für Integration, Statistik Austria und Außen- und Integrationsministerium legt Fokus auf die Integration von Mädchen und Frauen. ÖIF baut frauenspezifisches Angebot weiter aus.

Der am 13. September von Außen- und Integrationsministerin Karin Kneissl sowie Katharina Pabel, Vorsitzende des Unabhängigen Expertenrats für Integration, und der Statistik Austria präsentierte Integrationsbericht 2018 informiert anhand aktueller Zahlen und Daten über die Herausforderungen der Integration von Flüchtlingen und Zuwander/innen in Österreich. Ergänzt wird der Integrationsbericht, der seit dem Jahr 2011 vom Expertenrat veröffentlicht wird, auch in diesem Jahr durch das Statistische Jahrbuch „migration & integration“ des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Der Schwerpunkt des Integrationsberichts 2018 liegt auf der Integration von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund sowie weiblicher Flüchtlinge und der kulturellen Integration. Erstmals steht auch ein Integrationsmonitoring zur Verfügung, das unterschiedliche vorhandene Daten zu den Themenbereichen Migration und Integration miteinander verknüpft.


Wertevermittlung im ÖIF: Gesetzliche Verpflichtung zeigt Wirkung

Das mit Juni 2017 in Kraft getretene Integrationsgesetz sieht für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte neben der Beratung an den österreichweiten ÖIF-Standorten sowie regionalen Beratungsstellen verpflichtende Werte- und Orientierungskurse sowie Deutschkursmaßnahmen vor. Seit Inkrafttreten des Integrationsgesetzes hat sich der Anteil an weiblichen Flüchtlingen in diesen ÖIF-Integrationsmaßnahmen signifikant erhöht. Aktuell sind 41 Prozent aller Flüchtlinge und Zuwander/innen, die beim ÖIF eine Orientierungsberatung in Anspruch nehmen, Frauen. Auch in Werte- und Orientierungskursen stieg der Anteil an Frauen von 21 Prozent im Jahr 2016 auf aktuell bereits 45 Prozent der Teilnehmer/innen. In den ÖIF-Wertekursen werden die Teilnehmer/innen über Grundwerte und Regeln des Zusammenlebens in Österreich wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Gleichberechtigung von Frau und Mann informiert. Zudem vermitteln sie wichtiges Orientierungswissen zu Schul- und Bildungssystem, Arbeitsmarkt oder Gesundheitswesen.

Neu: Kurs- und Beratungsformate für Zielgruppe weiblicher Flüchtlinge und Zuwandererinnen

Um speziell Frauen bei ihrer Integration in Österreich zu fördern, hat der ÖIF sein Wertevermittlungsprogramm um frauenspezifische Angebote ausgebaut: Seit März 2018 wird auf Initiative von Bundesministerin Kneissl ein eigenes vertiefendes Kursformat für Frauen angeboten, dass sie gezielt über Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und Frauenrechte sowie ihre Möglichkeiten in Bildung und Beruf informiert. Ein ergänzendes Beratungsformat speziell für Frauen mit Migrationshintergrund und weibliche Flüchtlinge thematisiert Fragen der Selbstbestimmung und Gleichberechtigung in Familie und Beruf, vermittelt Informationen zu Bildungs- und Berufschancen und zeigt Anlaufstellen für Opfer von Gewalt gegen Frauen oder weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) auf.

Frauenförderung in allen Bereichen

Auch im Bereich der Deutschvermittlung wird ein besonderer Fokus auf Förderung von Frauen gelegt: Deutschkursprojekte, die die Bedürfnisse von Frauen mit Kinderbetreuungspflichten berücksichtigten, werden beim aktuellen Förderaufruf des „Startpaket Deutsch“ besonders berücksichtigt. Zusätzlich stehen unter www.sprachportal.at zahlreiche, kostenlose Lernmaterialien zum Herunterladen für die Sprachniveaus A1 mit Werte- und Orientierungswissen zur Verfügung sowie interaktive Lernvideos vom Anfänger- bis zum Fortgeschrittenen-Niveau. Mit regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen thematisiert der ÖIF die speziellen Integrationsherausforderungen von Frauen aus patriarchalen Kulturen. Unter anderem fanden bisher Veranstaltungen mit Rechtsanwältin Seyran Ates, die in Berlin eine liberale Moschee für Frauen und Männer gründete, Publizistin und Feministin Alice Schwarzer und Frauenrechtlerin Zana Ramadani in mehreren Bundesländern statt. Mit zahlreichen Publikationen wie der ÖIF-Interviewreihe „Perspektiven Integration“ wird die Integration von Frauen in Österreich ebenfalls thematisiert, wie etwa in den Ausgaben „Verschleierung im Islam“ und „Gewalt gegen Frauen im Kontext von Migration“. Alle Publikationen können Sie im ÖIF-Webshop bestellen: www.integrationsfonds.at/webshop

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Foto: Mahmoud Ashraf