Donnerstag, 29. März 2018 12:01

Sportprojekte in den Regionen mit „Integrationspreis Sport“ ausgezeichnet

Auszeichnungen für Vereine und ehrenamtliche Sportprojekte aus ganz Österreich, die Integration von Zuwander/innen und Flüchtlingen fördern.

Zwölf Sportprojekte aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Salzburg, Tirol und Vorarlberg, die die Integration von Zuwander/innen und Flüchtlingen in Österreich fördern, wurden 2017 für den "Integrationspreis Sport" ausgewählt.

Hauptpreis: Welser Verein ausgezeichnet

Am 5. April 2018 überreichte Kata Dilber, Leiterin des Integrationszentrum Oberösterreich,
den Hauptpreis des „Integrationspreis Sport“ an Willi Reizelsdorfer, Projektleiter und
Trainer im Judoverein Wels, der die Integration von Flüchtlingen und Kindern mit
Migrationshintergrund fördert. Gesponsert wird der Hauptpreis des „Integrationspreis Sport“
von Coca-Cola Österreich.

Schwerpunkte: Olympische Werte und Deutsch vermitteln
Das ausgezeichnete Sportprojekt ermöglicht rund 50 Kindern mit Flucht- oder
Migrationshintergrund eine Judo-Ausbildung zu absolvieren und gleichzeitig ihre
Deutschkenntnisse zu verbessern. Zentral für das Projekt ist die Vermittlung von
olympischen Werten wie Ehrlichkeit, Teamgeist, Hilfsbereitschaft, Respekt, Toleranz und
Freundschaft. Zudem werden auch die Eltern der teilnehmenden Kinder in alle Aktivitäten
eingebunden. Das Projekt richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche aus dem Welser
Stadtteil Noitzmühle, in dem der Migrationsanteil unter den Bewohner/innen sehr hoch ist.

Kata Dilber, Leiterin des ÖIF-Integrationszentrums Oberösterreich: „Neben der Erweiterung ihrer Deutschkenntnisse knüpfen die Kinder durch das ausgezeichnete Projekt auch wichtige Kontakte zur Aufnahmegesellschaft und lernen zentrale Werte wie Toleranz und Respekt – das ist entscheidend um sich aktiv in der österreichischen Gesellschaft einzubringen.“

Projektleiter Willi Reizelsdorfer betont: „Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb bedeutet mir die Jugendarbeit im Sportverein generell sehr viel. Die Freude ist groß, dass auch unser spezielles Welser Projekt für Kinder mit Flucht- oder Migrationshintergrund von Erfolg gekrönt ist. Den bedeutendsten Integrationspreis in Österreich im Bereich des Sports zu gewinnen, ehrt alle Mitwirkenden sehr. Mit geringem finanziellen Einsatz konnte viel Positives bewirkt werden.”

Coca-Cola unterstützt den Integrationspreis Sport seit zehn Jahren. „Und das mit großer Begeisterung“, unterstreicht Unternehmenssprecher Philipp Bodzenta, „wie die eingereichten und vor allem die ausgezeichneten Projekte zeigen, hat kaum ein anderer Bereich diese Integrationskraft wie Sport. Coca-Cola steht für Vielfalt und Miteinander und diese Werte finden sich auch im Sport. Aus diesem Grund waren wir gemeinsam mit dem Integrationsfonds bei der Initiierung dieses beispielhaften Awards mit dabei und begleiten die Initiative seither mit viel Freude.“

Der Welser Vizebürgermeister Gerhard Kroiß, zuständig für Integration und Sport streicht hervor: „Dass das Integrationsprojekt von Judo LZ Multikraft Wels als Siegerprojekt auserkoren wurde, freut mich sehr, denn das ehrenamtliche Engagement von Willi Reizelsdorfer und allen Mitwirkenden ist grandios und äußerst nachhaltig: Sowohl die sportlichen Erfolge der Judokas als auch die erworbenen Sprachkenntnisse und die Einbeziehung der Eltern tragen dazu bei, dass sich die Kinder hier in Wels zu Hause fühlen und "angekommen" sind - denn hier ist IHR Verein, auf den sie sehr stolz sind!"


Weitere Preise in den Bundesländern 

Steiermark: Das Wintersportprojekt "Let’s break the ice" ermöglicht Flüchtlingen und Kindern mit Migrationshintergrund klassische österreichische Sportarten wie Skifahren, Eis- und Langlaufen sowie Rodeln kennenzulernen und dabei kulturelle Hürden zu überwinden. "Let’s break the ice" bindet durch seinen niederschwelligen Zugang auch die Eltern in schulische Unternehmungen ein und fördert damit ihre Integration sowie die ihrer Kinder. Kurt Hohensinner, Grazer Stadtrat für Integration und Sport, und Martin Häusl, Leiter des Integrationszentrum Steiermark, überreichten die Auszeichnung an Projektleiter Michael Teichmann sowie an die Projektkoordinator/innen Elisabeth Narnhofer, Anna Unterluggauer und Bernd Stadlober von "Let’s break the ice" (Projekt SIQ+ Sport – Integration – Qualifikation) der Caritas Steiermark.

Niederösterreich: Ausgezeichnet wurde in Niederösterreich das Projekt "Mamanet", das weibliche Flüchtlinge und Frauen mit Migrationshintergrund bei der Integration fördert.  Das Projekt ist ein interkulturelles Bewegungsangebot für Mütter und Frauen ab 30 Jahren in Niederösterreich und Wien. Das Projekt ermöglicht weiblichen Flüchtlingen und Frauen mit Migrationshintergrund Sport im Verein zu betreiben, bringt ihnen die Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren und damit ein soziales Netzwerk aufzubauen näher.

Raaba-Grambach/Steiermark: In der Steiermark wurde dem Verein USG Grambach der "Integrationspreis Sport" verliehen. Der Verein unterstützt mit seinen Tischstockspielkursen und -abenden die Integration von Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in der steirischen Gemeinde. Das Sportprojekt ermöglicht den Kindern und Jugendlichen am Vereinsleben teilzuhaben und damit Menschen außerhalb eigenen Umfeldes kennenzulernen.

Salzburg: Der Verein "Volleyboi Zell am See" wurde in Salzburg mit dem "Integrationspreis Sport" ausgezeichnet. Der Verein unterstützt mit seinen ehrenamtlichen Projekten die Integration von Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund in der Salzburger Gemeinde. Der Verein ermöglicht den Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Alter kostenlos am Vereinsleben teilzuhaben und damit Menschen außerhalb des eigenen Umfeldes kennenzulernen.

Vorarlberg: In Vorarlberg ging der "Integrationspreis Sport" an das ehrenamtlichen Sportprojekt „Wir erleben Freude an Sport und Bewegung in einer internationalen Mädchengruppe“, das die Integration von Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren fördert. Das Projekt an den drei Bludenzer Stadtschulen VS Bludenz Mitte, VS St. Peter und NMS Bludenz vermittelt den Mädchen durch unterschiedliche Ballsportarten Freude an der Bewegung und stärkt ihr Selbstbewusstsein durch Einheiten zur Selbstverteidigung. Die Mädchen aus Österreich, Afghanistan, Syrien, Russland und Armenien erhalten auch Kontakt zu Vereinen und erfahren positives Teamplay, Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Tirol: In Tirol wurden das Skateprojekt „Skaid“ und ein Nachwuchsturnprojekt des Tiroler Landesverbands für Turnen ausgezeichnet. Die Nachwuchsgruppe für Kunstturnen in Tirol fördert Kinder mit Migrationshintergrund im Verein und vermittelt dabei Werte wie gegenseitigen Respekt, Akzeptanz und Teamplay. Gleichzeitig ermöglicht das Sportprojekt eine Verbesserung der Deutschkenntnisse und das Kennenlernen der österreichischen Kultur. Das Sportprojekt „Skaid“ bietet Skatekurse für Flüchtlinge in Innsbruck an. Daneben werden Ausflüge und Veranstaltungen angeboten, um den Austausch mit österreichischen Jugendlichen zu fördern und sich in die Gesellschaft einzubringen.

Wien: Vier Projekte aus Wien wurden mit dem "Integrationspreis Sport" ausgezeichnet. „Not in god’s name“ bringt Jugendliche mit unterschiedlicher Herkunft und Religion beim gemeinsamen Crossfit-Training zusammen und fördert damit den Abbau von Vorurteilen. Nach jedem Training liegt der Fokus auf einem intensiven Dialog mit den Jugendlichen und der Prävention von Radikalisierung, in dem vor allem humanistische Werte vermittelt werden. Das Tennisprojekt von „Tennnis4everyone“ wird an fast allen Wiener Bezirken an Volksschulen angeboten. Über 500 Kinder aus Österreich, Syrien, Nigeria, Albanien oder der Türkei an 30 öffentlichen Volksschulen nahmen bereits am Projekt teil. Ziel ist, dass die Kinder neue Freundschaften schließen, die über ihre Herkunftsländer hinausgehen, um Parallelgesellschaften zu vermeiden. Das Projekt des Junior Tigers American Football Clubs baut Vorurteile im Training ab und fördert den gegenseitigen Respekt unter den Kindern und Jugendlichen. Begleitet werden die Trainings durch Teambuilding-Maßnahmen, um den Zusammenhalt zwischen den Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu fördern. Beim Projekt „Dribble Kids“ besuchen Trainer/innen der Vienna D.C. Timberwolves und des FK Austria Wien Wiener Schulen, um Basketball und Fußball mit den Kindern und Jugendlichen zu trainieren. Bereits über 1.000 Schüler/innen konnten mit dem Projekt erreicht werden.

Über den "Integrationspreis Sport"

Vergeben wurde die Auszeichnung vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA), dem Ministerium für öffentlichen Dienst und Sport (BMöDS), der Bundessportorganisation (BSO) sowie dem Sponsor Coca-Cola. Zwei Sportprojekte erhalten Hauptpreise zu je 3.000 und 2.000 Euro, zehn weitere Projekte werden mit je 1.000 Euro prämiert.

Vorarlberg: Samuel Adamyan, Gründer des ehrenamtlichen Sportprojekts „Wir erleben Freude an Sport und Bewegung in einer internationalen Mädchengruppe“, nimmt gemeinsam mit zwei Mädchen aus dem Sportprojekt von Stefan Revelant, Leiter des IZ Vorarlberg, den "Integrationspreis Sport" entgegen.Salzburg: Julia Graffer, Leiterin des IZ Salzburg, und Integrationskoordinator Bahri Trojer übergeben den "Integrationspreis Sport" an den Verein Volleyboi Zell am See.