Donnerstag, 25. Oktober 2018 14:34

ZUSAMMEN:ÖSTERREICH Schulbesuch in Wien-Favoriten: „Es gibt keine Alternative zu Integration“

Integrationsbotschafter/innen Serge Falck, Solvita Kalugina-Bulka und Dominik Khaur diskutierten mit Schüler/innen einer Neuen Mittelschule über ihren Werdegang, Voraussetzungen für gelungene Integration und die Bedeutung einer gemeinsamen Wertebasis für ein gelungenes Zusammenleben in Österreich.

Am 25. Oktober 2018 besuchten die ZUSAMMEN:ÖSTERREICH Integrationsbotschafter/innen Serge Falck, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor mit Wurzeln in Belgien, Solvita Kalugina-Bulka mit lettischen Wurzeln und Dominik Khaur mit Wurzeln in Kanada die NMS Leibnizgasse im zehnten Bezirk in Wien. Bei ihrem Schulbesuch tauschten sie sich mit den insgesamt rund 100 Schülerinnen und Schülern über ihre Integrationswege sowie Voraussetzungen für eine gelungene Integration aus und schilderten die Herausforderungen ihres persönlichen Werdegangs in Österreich. Die Schüler/innen hatten bei der anschließenden Diskussionsrunde die Gelegenheit, den Integrationsbotschafter/innen ihre persönlichen Fragen zu stellen.

Falck: „Integration ist keine Einbahnstraße“

Serge Falck wurde bei Antwerpen geboren und ist Schauspieler, Kabarettist, Drehbuchautor und Chansonnier. Für ihn ist Integration eine Grundvoraussetzung für ein gelungenes Zusammenleben in der österreichischen Gesellschaft: „Die Frage, ob Integration wichtig ist, stellt sich im Grunde gar nicht. Es gibt keine Alternative zu Integration. Das muss Begründung genug sein.“

Integration kann seiner Meinung nach nur dann funktionieren, wenn man geduldig ist und offen auf die Mitmenschen zugeht: „Integration ist keine Einbahnstraße, Akzeptanz und Toleranz muss von beiden Seiten kommen. Hierzu brauchen wir Geduld und Verständnis für das Gegenüber.“

Kalugina-Bulka: „Es braucht die Sprache, um in einer Gesellschaft Fuß zu fassen“

Solvita Kalugina-Bulka, geboren in Lettland, hat ihren Lebensmittelpunkt seit 2011 in Österreich und ist für einen großen österreichischen Textilkonzern im internationalen Vertrieb tätig. Für sie ist die Sprache ein ganz besonders wichtiger Baustein, damit Integration in eine Gesellschaft gelingen kann: „In einer neuen Umgebung so schnell wie möglich die Sprache zu lernen ist deshalb besonders wichtig, dass man sich in der neuen Gesellschaft rasch zurechtfinden und sozusagen ,funktionieren‘ kann. Sprachkenntnisse sind erforderlich für den Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ins Bildungssystem und um in der Gesellschaft Fuß fassen zu können.“

„Als Teil einer Gesellschaft muss man ihre Werte respektieren“

Dieser Ansicht ist auch Dominik Khaur: Sprachkenntnisse sind seiner Meinung nach nicht nur die erste Stufe einer gelungenen Integration, sondern eine absolut notwendige Voraussetzung: „Ohne Sprachkenntnisse kann keine Kommunikation stattfinden, man kann sich nicht ausdrücken und nicht in Kontakt mit seinen Mitmenschen treten. Wenn man die Sprache nicht spricht, geht es nicht weiter.“

Im Gespräch mit den Jugendlichen betonten die drei Integrationsbotschafter/innen, dass es ohne die Bereitschaft zur Wertebasis einer Gesellschaft kein friedliches Miteinander geben könne: „Wenn ihr Teil einer Gemeinschaft werden wollt, müsst ihr ihre Regeln und Werte wie die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder auch demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien kennen und respektieren. Anders wird es nicht funktionieren.“

Über ZUSAMMEN:ÖSTERREICH

Seit 2011 geht die Initiative ZUSAMMEN:ÖSTERREICH mit ehrenamtlichen Integrationsbotschafter/innen in Schulen und Vereine, um Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zu motivieren, ihre Chancen in Bildung, Beruf und Gesellschaft zu nutzen. Mehr als 65.000 Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund konnten seitdem von den Schulbesuchen der ehrenamtlich tätigen Integrationsbotschafter/innen profitieren. Weitere Infos unter www.zusammen-oesterreich.at

Z:Ö Schulbesuch in der NMS Leibnizgasse

Beim Schulbesuch in der NMS Leibnizgasse: Integrationsbotschafter/innen Serge Falck, Solvita Kalugina-Bulka und Dominik Khaur