ZUSAMMEN:ÖSTERREICH-Schulbesuch mit Frauenrechtlerin Zana Ramadani

Autorin Zana Ramadani, Sängerin Samira Dadashi und Polizist Mladen Mijatovic tauschten sich mit Schüler/innen über ihren persönlichen Integrationsweg, den Umgang mit Herausforderungen und die Bedeutung von Gleichberechtigung aus.

Autorin Zana Ramadani sprach über das Aufwachsen in einer sehr stark patriarchal und religiös geprägten Familie. Foto: Martin Granadia

v.l.n.r.: stv. ÖIF-Direktor Roland Goiser, ZUSAMMEN:ÖSTERREICH Leiterin Fitore Morina, Zana Ramadani, Mladen Mijatovic und Samira Dadashi Foto: Martin Granadia

Beim ZUSAMMEN:ÖSTERREICH-Schulbesuch wurden die Jugendlichen der NMS Grundsteingasse motiviert ihre Ziele zu verfolgen. Foto: Martin Granadia

Am 6. März 2020 fand ein Schulbesuch mit der deutschen Autorin und Frauenrechtlerin Zana Ramadani (Wurzeln in Albanien und Nordmazedonien) und den ZUSAMMEN:ÖSTERREICH-Integrationsbotschafter/innen Mladen Mijatovic (Wurzeln in Bosnien und Herzegowina) und Samira Dadashi (Wurzeln im Iran) in der Neuen Mittelschule (NMS) Grundsteingasse in Wien Ottakring statt. Ramadani und die Integrationsbotschafter/innen erzählten von ihrem persönlichen Integrations- und Lebensweg und tauschten sich mit den Schülerinnen und Schülern über die Bedeutung von gesellschaftlicher Gleichberechtigung und der Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in Österreich aus: „Das Recht selbst Entscheidungen zu treffen, steht jedem zu – egal ob Jungs oder Mädchen,“ betonte Ramadani.

Ramadani: „Der Kampf für Frauen ist immer auch ein Kampf für Männer“

Autorin und Frauenrechtlerin Zana Ramadani, erzählte den knapp 80 Jugendlichen von ihrem Aufwachsen in einer stark patriarchal, religiös geprägten Familie und was das für sie bedeutete. Als sie 18 Jahre alt war, floh sie von zuhause um den patriarchalen Strukturen zu entkommen und ihr Recht auf Entscheidungsfreiheit leben zu können: „Ich habe mir aus dem Frauenhaus heraus meine Selbstbestimmung erkämpft,“ sagt sie über diese herausfordernde Zeit. Sie appellierte an die Jugendlichen ihren Weg zu gehen und ihre Ziele zu verfolgen. „Freiheit bedeutet auch immer, dass man Fehlentscheidungen treffen darf,“ hob sie hervor. Besonders wichtig war Ramadani auch die Jungs direkt anzusprechen und ihnen klarzumachen, dass es beim Kampf um Frauenrechte immer auch um Chancengleichheit für alle geht: „Der Kampf für Mädchen und Frauen ist immer auch ein Kampf für Jungs und Männer.“

Mijatovic: „Durch Fleiß und Engagement kann jeder seinen Weg gehen – davon bin ich überzeugt.“

Polizist Mladen Mijatovic flüchtete als 6-Jähriger mit seiner Mutter aus Bosnien und Herzegowina. Obwohl seine Ausgangslage eine schwierige war, hat er sich nicht entmutigen lassen: „Ich habe mich von Vorurteilen nicht abbringen lassen, meinen Weg zu gehen.“ Bevor er Polizist wurde, hat er eine Lehrstelle als KFZ-Mechaniker abgeschlossen – das waren für ihn wichtige Meilensteine in seinem Leben. Er betonte, wie dankbar er für die Möglichkeiten ist, die er durch sein Leben in Österreich bekommen hat: „Mein ganzes Leben lang bin ich schon dankbar, was ich in Österreich vorgefunden habe.“ Deswegen ist es ihm so wichtig nicht nur durch seinen Job, sondern auch in seiner Freizeit, durch ehrenamtliche Tätigkeiten, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Er ermutigte die Schülerinnen und Schüler für ihre Ziele zu arbeiten: „Durch Fleiß und Engagement kann jeder seinen Weg gehen – davon bin ich überzeugt.“

Dadashi: „Respektiert Frauen und unterstützt sie – wir sind alle gleich viel wert!“

Sängerin Samira Dadashi sprach mit den Jugendlichen darüber, wie sie vom Aufwachsen mit mehreren Kulturen profitierte. „Ich habe das Glück, Freiheit von meinen Eltern bekommen zu haben. Sie haben mich mit den Aspekten zweier unterschiedlicher Kulturen großgezogen. Das hat meinen Horizont erweitert.“ Gleichzeitig teilte sie mit den Schülerinnen und Schülern wie sie mit Diskriminierungserfahrungen umgegangen ist und motivierte sie, sich von Herausforderungen nicht unterkriegen zu lassen: „Ich habe Diskriminierungen die mir wiederfahren sind in Stärke umgewandelt!“ Auch Dadashi stimmte Ramadani und Mijatovic zu, dass sich die Jugendlichen unabhängig ihres Geschlechts für Wünsche und Ziele einsetzen. Außerdem richtete sie klare Worte an die Jungs: „Respektiert Frauen und unterstützt sie – wir sind alle gleich viel wert!“

Über die Initiative ZUSAMMEN:ÖSTERREICH

Seit 2011 geht die Initiative ZUSAMMEN:ÖSTERREICH mit ehrenamtlichen Integrationsbotschafter/innen in Schulen und Vereine, um Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zu motivieren, ihre Chancen in Bildung, Beruf und Gesellschaft zu nutzen. Mehr als 70.000 Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund konnten seitdem von den Schulbesuchen der ehrenamtlich tätigen Integrationsbotschafter/innen profitieren. Weitere Infos unter www.zusammen-oesterreich.at.