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Internationaler Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) bietet zur Förderung der Integration von weiblichen Flüchtlingen und Zuwanderinnen zahlreiche Maßnahmen: Neben den für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte verpflichtend zu absolvierenden ÖIF-Werte- und Orientierungskursen, in denen Frauen Informationen über Gleichberechtigung, Frauenrechte, ihre neue Rolle in Beruf und Gesellschaft in Österreich sowie Anlaufstellen bei Gewalt in der Familie erhalten, bietet der ÖIF Beratungen, frauenspezifische Seminare und spezielle Schwerpunktberatungen für Männer, um ein Bewusstsein für Gleichberechtigung und damit zusammenhängende Themen zu schaffen. HIER finden Sie alle Termine der Seminare. 

Sonderaufruf: Eine Million Euro für Projekte gegen Gewalt an Frauen und FGM

Um speziell Gewalt an Frauen im Kontext von Migration und insbesondere auch der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) vorzubeugen, richtet sich ein neuer Sonderaufruf des ÖIF zielgerichtet an Projekte, die sich gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Migration engagieren. Denn aufgrund der starken Migrationsbewegungen vor allem aus Ländern mit stark patriarchal geprägten Strukturen gehen Expert/innen auch in Österreich von zunehmender Gewalt gegen Frauen und einem Anstieg bei Fällen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) aus: Zwischen 6.000 und 8.000 von FGM betroffene Mädchen und Frauen leben in Österreich, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch höher. Auch die Zahl der Gewaltdelikte im Kontext von Integration und Migration steigt: Laut Rohdaten der Kriminalstatistik 2018 kann von einer Zunahme um 20 Prozent im Vorjahresvergleich ausgegangen werden. Mehr als die Hälfte dieser Taten werden im familiären Umfeld begangen, der Anteil der ausländischen Verdächtigen liegt hierbei bei fast 50 Prozent. Auch an Praktiken, die in den Herkunftsländern gängig sind, wie etwa Zwangsheirat oder eben FGM, wird oftmals in Österreich weiter festgehalten.

Mit dem neuen ÖIF-Sonderaufruf werden daher Projekte gefördert, die

  • Frauen und Mädchen, die von Gewalt oder FGM betroffen oder gefährdet sind, über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten informieren,
  • durch fachliche Betreuung die Lebensqualität der von FGM betroffenen Frauen steigern und über Therapiemöglichkeiten informieren sowie
  • auch Männern und männlichen Angehörigen klar das Gewaltverbot in Österreich sowie die Folgen von sexueller und physischer Gewalt an Frauen vermitteln.

Einreichungen für Projekte in ganz Österreich, die im Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2021 umgesetzt werden, sind ab sofort bis 18. März 2019 möglich. Hier finden Sie alle Informationen zum Sonderaufruf auf einen Blick.

Publikationen und Veranstaltungen mit Fokus auf Herausforderungen der Integration von Mädchen und Frauen

Bei Veranstaltungen, aber auch direkt in den ÖIF-Kursmaßnahmen diskutieren internationale Expertinnen wie die deutsch-jesidische Frauenrechtsaktivistin und Journalistin Düzen Tekkal oder Rechtsanwältin Seyran Ates immer wieder mit betroffenen Frauen über ihre neue Rolle als selbstbestimmte Frau in der österreichischen Gesellschaft. Die Integration von Frauen wird aber auch in den ÖIF-Publikationen nachhaltig thematisiert: Die „Statistische Broschüre Frauen“ liefert Zahlen, Daten und Fakten und stellt die spezifischen Herausforderungen und Chancen der Integration von Mädchen und Frauen in Österreich in den Mittelpunkt. Auch in den ÖIF-Fact Sheets sowie der Publikationsreihe Perspektiven Integration wird das Thema Gewalt gegen Frauen immer wieder aufgegriffen. Zuletzt sind dazu die Fact Sheets „Gewalt gegen Frauen im Kontext von Migration: Schwerpunkt Genitalverstüm­melung“ und „Verschleierung im Islam“ sowie die Perspektiven-Ausgabe „Gewalt gegen Frauen im Kontext von Migration“ erschienen. Auch bei den Deutschlernmaterialien des ÖIF, die auf dem Sprachportal zur Verfügung stehen, wird die Integration von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt.