Positionen des Direktors
01.04.19

Frauen nicht im Stich lassen

erschienen in Magazin ZUSAMMEN – Ausgabe 1/2019 

Die Gleichberechtigung von Frau und Mann in Österreich gilt heute als Selbstverständlichkeit. Sie ist verfassungsrechtlich verankert und in den Bereichen,in denen sie noch nicht erreicht ist, gibt es einen Grundkonsens über das gemeinsame Ziel. Im Gegensatz dazu können Frauen, die aus Ländern wie Syrien, Afghanistan,dem Irak, aber auch Teilen der Türkei stammen, häufig nicht über ihr eigenes Leben bestimmen. Väter, Mütter, Brüder und Ehemänner geben den Weg vor. Oft ist dies ein Umfeld, das Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund daran hindert, eigenständig und damit unabhängig zu werden.

Kulturelle Gewohnheiten der Herkunftsländer sorgen dafür,dass auch in Österreich an kulturellen oder religiösen Regeln festgehalten wird, die den Werten einer liberalen Gesellschaft widersprechen.Die Unterdrückung von Frauen manifestiert sich auch in unterschiedlichen Formen der physischen und psychischen Gewalt. Was für eine moderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts kaum vorstellbar scheint, ist für zahlreiche Frauen in Österreich bis heute Realität.Besonders die letzten Monate haben uns das Ausmaß der Gewalt an Frauen drastisch vor Augen geführt. Es gilt Maßnahmen zu setzen,damit die Täter erkennen, dass Unterdrückungsmechanismen und Gewalt gegen Frauen in Österreich nicht toleriert werden und ihr Handeln bestraft wird.

Vermeintliche religiöse und kulturelle Begründungen können an dieser Stelle nicht gelten und haben in der österreichischen Gesellschaft keinen Platz. Gewalt an Frauen ist ein Verbrechen,Mitwisserschaft heißt auch Mittäterschaft.