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10.12.18

Österreichische Lebensgewohnheiten selbstbewusster vermitteln

erschienen in Magazin ZUSAMMEN – Ausgabe 3/2018

Mozart, Schubert und Bruckner schufen Werke von Weltrang, die heute zum Größten zählen, was Musik je hervorgebracht hat. Über 5O Millionen Menschen verfolgen weltweit das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein. Millionen von Menschen kommen auch aus aller Welt, um das von Maria Theresia vollendete Schloss Schönbrunn oder das für Prinz Eugen erbaute Schloss Belvedere zu besuchen. Karl Kraus, Arthur Schnitzler oder Hugo von Hofmannsthal prägen heute noch, wenngleich wohl auch oft unbewusst, das österreichische Selbstverständnis. Viele ihrer Werke sind Weltliteratur und entstanden in den Wiener Kaffeehäusern – einem weiteren immateriellen Kulturgut Österreichs. Zweifelsohne hat die Monarchie Ideen und Errungenschaften hervorgebracht, aus denen Österreich bis heute schöpft: neben der allgemeinen Unterrichtspflicht für Burschen und Mädchen auch die Auseinandersetzung mit und Förderung von Kunst, Literatur und Musik.

Kultur ist auch eines der Schlüsselwörter der Integration. Es gilt, österreichische Kultur Flüchtlingen und Migranten zu vermitteln. Das bezieht sich nicht nur auf Hochkultur, gerade alltägliche Traditionen und Rituale sind der Mehrheit der Österreicher wichtig: Neun von zehn Österreichern sehen eine Anpassung an österreichische Lebensgewohnheiten als bedeutend für gelungene Integration an. Dabei gilt es, österreichische Kultur und Lebensgewohnheiten stärker und selbstbewusster an Flüchtlinge und Migranten zu vermitteln. Gleichzeitig braucht es ihrerseits dazu aber auch die Offenheit und Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Es lohnt sich – auch um so manche Mehrdeutigkeit und Eigenheit erkennen zu können.