ÖIF-Forschungsbericht "Zuwanderung nach Österreich: ein Gewinn?"

Autor: Prof. Rainer Münz

November 2014

 

Der neue Forschungsbericht des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) untersucht, ob und in welchem Ausmaß Zuwanderung für Österreich im Sinne eines Brain Gains positive wirtschaftliche wie gesellschaftliche Auswirkungen hat. Der Bericht wurde von Prof. Rainer Münz, Mitglied des Expertenrats für Integration, gemeinsam mit dem Institut Synthesis Forschung erstellt. Er untersucht die Zu- und Abwanderung von Humanressourcen sowie die Auswirkungen qualifizierter Zuwanderung nach Österreich.

Zentrale Ergebnisse

  • Gut gebildete EU-Migrant/innen dominieren Zuwanderung

Im Gegensatz zu früheren Zuwanderungsphasen dominiert in den vergangenen Jahren vor allem die Arbeitsmigration und die Zuwanderung von Studierenden im Rahmen der EU-Freizügigkeit. Migrant/innen aus EU-Staaten sind durchschnittlich höher qualifiziert (50% haben Matura bzw. Hochschulstudium) als der Durchschnitt der einheimischen Bevölkerung (30%) sowie als Zuwander/innen früherer Zuwanderungsperioden.

  • Brain Gain durch gut qualifizierte Zuwander/innen

Bei Zuwander/innen, die nach dem Jahr 2003 nach Österreich einreisten und erwerbstätig sind, ist von einem Brain Gain zu sprechen. Sie erzielten 2012 ein Erwerbseinkommen (=Bruttolöhne ohne Arbeitgeberbeiträge) in Österreich in Höhe von 20,2 Mrd Euro. Der größte finanzielle Beitrag kommt dabei von Erwerbstätigen mit mittlerer und höherer Qualifikation.

  • Aus- und Rückwanderung von Absolvent/innen verursacht Brain Drain

Durch die Rückwanderung von ausländischen Studierenden, die nach ihrem Studienabschluss in Österreich das Land wieder verlassen, sowie durch die Auswanderung von österreichischen Staatsbürger/innen, ist ein Verlust an Humanressourcen zu verzeichnen. Dieser Brain Drain unter gut gebildeten Österreicher/innen, von denen mehr als die Hälfte Matura bzw. ein Hochschulstudium absolviert hat, relativiert sich jedoch durch eine Rückkehrrate von 50% innerhalb von neun Jahren.

  • Alternde Gesellschaft und Wettbewerb um beste Köpfe

Österreich sowie seine EU-Nachbarländer werden zunehmend mit einem schrumpfenden Erwerbspotenzial und einer alternden Gesellschaft konfrontiert, zugleich gibt es weltweit einen steigenden Konkurrenzkampf um qualifizierte Arbeitnehmer/innen.

  • Potenziale qualifizierter Zuwander/innen besser nützen

Die Ergebnisse des Forschungsberichts legen Erleichterungen beim Zuzug von qualifizierten Zuwander/innen nahe, etwa bei den Kriterien zum Erhalt der Rot-Weiß-Rot-Karte, sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Verbleibsquote ausländischer Fachkräfte und die adäquate Beschäftigung und Anerkennung mitgebrachter Bildungsabschlüsse.

 

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