Sonderaufruf für Projekteinreichungen

Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) sowie gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration

Aktuell

Am 18. März 2019 endete die Frist zur Einreichung von Projektvorschlägen im Rahmen des aktuellen Sonderaufrufs Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) sowie gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration. Gefördert werden Projekte zur Beratung und Prävention, welche Frauen und Mädchen zugutekommen, die entweder von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) oder von Gewalt an Frauen im Kontext von Integration betroffen oder gefährdet sind sowie deren Familien und insbesondere männliche Angehörige über Gewalt gegen Frauen und deren Folgen aufklären. Die Umsetzung der Projekte erfolgt im Zeitraum zwischen 1. Juli 2019 und 30. Juni 2021.

Gemäß Förderrichtlinie "Projektförderungen zum Sonderaufruf Dezember 2018 des Österreichischen Integrationsfonds vom 21.12.2018" kann grundsätzlich um eine Förderung aus Mitteln des Sonderaufrufs nur während der Aufrufphase angesucht werden. Sollte sich jedoch während der Laufzeit des Förderprogramms kurzfristig ein nicht vorhersehbarer Bedarf ergeben, können Organisationen, die sich nicht am Aufruf beteiligt, jedoch ihr Interesse an einem Fördervertrag bekundet haben, seitens des ÖIF zur Vorlage von Projektvorschlägen eingeladen werden. Die Abgabe von Interessensbekundungen ist jederzeit mit dem entsprechenden Formular möglich. Nähere Information sind in Downloadbereich zu finden.

Steigende Gewalt gegen Frauen im Kontext von Integration

Laut der UN Women Statistik 2018 wird weltweit jede dritte Frau Opfer physischer und/oder sexueller Gewalt. In Österreich ist jede fünfte Frau laut Studienergebnissen körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt und rund jede dritte Frau (35%) erlebt ab ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Belästigung. Gewalt gegen Frauen in ihren unterschiedlichen Formen ist somit eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen.

Ein Schwerpunkt bei der Prävention von kulturell bedingter Gewalt gegen Frauen liegt auf dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation, FGM). Diese wird aktuell in über 30 Staaten weltweit praktiziert. Die WHO geht von rund 200 Mio. Mädchen und Frauen aus, die von FGM betroffen sind. Jährlich kommen rund 3 Mio. Mädchen und Frauen hinzu, das sind mehr als 8.000 Opfer täglich. Laut einer Schätzung des European Institute for Gender Equality (EIGE) 2013 sind etwa 500.000 Mädchen und Frauen in der EU von FGM betroffen und 180.000 Mädchen und Frauen gefährdet. In Österreich waren gemäß dem Frauengesundheitsbericht aus dem Jahr 2006 zwischen 6.000 bis 8.000 Frauen von FGM betroffen - die Zahl der Betroffenen dürfte mittlerweile deutlich höher sein.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, bedarf es ausreichend präventiver Maßnahmen in ganz Österreich und eines Wissenstransfers zwischen allen relevanten und beteiligten Akteur/innen, damit ein eventuelles Gefährdungspotential erkannt wird und bedrohte Mädchen und Frauen effektiv erreicht werden.

Förderung der Integration von Frauen

Der Sonderaufruf verfolgt das Ziel, die Lebensqualität von FGM betroffener Frauen zu steigern, indem diese über Therapiemöglichkeiten informiert werden und fachliche Betreuung erhalten. Von FGM und Gewalt im Kontext von Integration gefährdete Frauen und Mädchen sollen zudem über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten informiert werden. Auch Männer und männliche Angehörige sollen klar über das Gewaltverbot in Österreich sowie über die Folgen von sexueller und physischer Gewalt an Frauen aufgeklärt werden.

Neben Projekten, die sich direkt an von FGM und Gewalt Betroffene und Gefährdete sowie deren Familien richten, können auch Projekte gefördert werden, die Mitarbeiter/innen aus Frauengesundheitszentren, Opferschutzgruppen und anderen Hilfseinrichtungen sowie Personal aus dem Gesundheitsbereich, Multiplikator/innen oder Sozialarbeiter/innen und Lehrpersonal oder auch Schulklassen mit Expertise ausstatten und zur Information der Zielgruppe und zur Prävention beitragen.

Die Integration von Frauen ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt in der Integrationsarbeit des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres und des Österreichischen Integrationsfonds. Dieser Schwerpunkt ist integraler Bestandteil sämtlicher laut Integrationsgesetz verpflichtenden Maßnahmen (Beratung, Deutschkurse sowie Werte- und Orientierungskurse), darüber hinaus bieten die ÖIF-Integrationszentren in ganz Österreich Beratungsformate und Informationsveranstaltungen für Migrant/innen ebenso wie für Multiplikator/innen im Integrationsbereich an.

Detailliertere Informationen entnehmen Sie bitte den Dokumenten im Downloadbereich.