Sonderaufruf für Projekteinreichungen

Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen im Kontext von Integration und gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Laut der UN Women Statistik 2018 wird weltweit jede dritte Frau Opfer physischer und/oder sexueller Gewalt. In Österreich ist jede fünfte Frau laut Studienergebnissen körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt und rund jede dritte Frau (35%) erlebt ab ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Belästigung. Gewalt gegen Frauen ist somit eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Ein Schwerpunkt bei der Prävention von kulturell bedingter Gewalt gegen Frauen liegt auf dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation, FGM). Diese wird aktuell in über 30 Staaten weltweit praktiziert. Die WHO geht von rund 200 Mio. Mädchen und Frauen aus, die von FGM betroffen sind. Jährlich kommen rund 3 Mio. Mädchen und Frauen hinzu, das sind mehr als 8.000 Opfer täglich. Laut einer Schätzung des European Institute for Gender Equality (EIGE) 2013 sind etwa 500.000 Mädchen und Frauen in der EU von FGM betroffen und 180.000 Mädchen und Frauen gefährdet. In Österreich waren gemäß dem Frauengesundheitsbericht aus dem Jahr 2006 zwischen 6.000 bis 8.000 Frauen von FGM betroffen – die Dunkelziffer dürfte mittlerweile deutlich höher sein. 

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, bedarf es ausreichend präventiver Maßnahmen in ganz Österreich und eines Wissenstransfers zwischen allen relevanten und beteiligten Akteur/innen, damit ein eventuelles Gefährdungspotential erkannt wird und bedrohte Mädchen und Frauen effektiv erreicht werden.

Daher startet dieser Sonderaufruf mit folgenden Zielen:

  1. Steigerung der Lebensqualität betroffener Frauen/Mädchen mit Migrationshintergrund, indem diese über Hilfseinrichtungen sowie mögliche medizinische Eingriffe oder rechtliche Schritte in Kenntnis gesetzt werden und fachliche Unterstützung erhalten;
  2. Sensibilisierung gefährdeter Zielgruppen und Etablierung einer breiten Diskussion zu Formen von Gewalt an Frauen im Kontext von Migration, insbesondere FGM, um einer Fortführung an Folgegenerationen entgegenzuwirken;
  3. Stärkung der Strukturen zum Thema FGM in allen Bundesländern, um relevante Informationen und Wissen bereitzustellen und dieses zielgerichtet verbreiten zu können.

Reichen Sie Ihre Projektvorschläge bis 18. März 2019 beim Österreichischen Integrationsfonds ein!

Folgende Dokumente sind elektronisch per E-Mail an aufruf.frauen(at)integrationsfonds.at zu übermitteln:

  1. Antragsformular (Vorlage)
  2. Scan des unterschriebenen Antragsformulars
  3. detaillierte Projektbeschreibung inklusive Indikatoren (Vorlage)
  4. Finanzplan (Vorlage)
  5. Vereinsstatuten sowie aktueller Vereinsregisterauszug, Firmenbuchauszug oder entsprechende Dokumente

Detailliertere Informationen entnehmen Sie bitte den Dokumenten im Downloadbereich.