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New ÖIF practice handbook “Protection and Self-Determination for Girls”

Practical information, case studies, and recommendations for action help educators address social pressure, control, and violence against girls

Das Praxishandbuch „Schutz und Selbstbestimmung für Mädchen“ wurde am 25. August im Rahmen einer Pressekonferenz in der Mittelschule Josef-Enslein-Platz präsentiert.v.l.n.r.: Emina Saric, Sonia Koul (Leitung ÖIF-Frauenzentrum), Bundesministerin Claudia Bauer und Schuldirektor Mario Bugl-Havlis.

Woran erkennen Pädagog/innen, ob ein Mädchen unter sozialem Druck oder Kontrolle steht? Wie sprechen sie sensible Themen an, ohne die Situation für das Mädchen zu verschärfen? Und wo bekommen Pädagog/innen fachliche Unterstützung? Antworten auf diese Fragen liefert das neue ÖIF-Praxishandbuch „Schutz und Selbstbestimmung für Mädchen“, das Pädagog/innen und Praktiker/innen konkrete Orientierung für solche Situationen bietet. Mädchen mit Migrationshintergrund können mit sozialem Druck, Kontrolle oder eingeschränkten persönlichen Freiräumen konfrontiert sein. Fallbeispiele, Warnsignale und Gesprächsleitfäden unterstützen dabei, belastende Situationen zu erkennen und einzuschätzen, sensible Gespräche zu führen und geeignete weitere Schritte einzuleiten. Das Praxishandbuch steht kostenlos in der ÖIF-Mediathek zum Download bereit und kann beim ÖIF bestellt werden. Zusätzlich werden Volks- und Mittelschulen in ganz Österreich mit dem Praxishandbuch beschickt.

Fachliche Expertise und Kinderrechte als Grundlage

Das Praxishandbuch wurde unter Einbindung von Expert/innen und erfahrenen Fachorganisationen erarbeitet. Beiträge stammen unter anderem von der Integrationsexpertin Emina Saric, dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd, dem Berufsverband Österreichischer Psycholog/innen, Rat auf Draht und Terre des Femmes Österreich. Im Mittelpunkt stehen die Rechte von Mädchen auf Bildung, Gesundheit, Gleichbehandlung, Privatsphäre und Schutz vor Gewalt. Behandelt werden unter anderem familiäre Loyalitätskonflikte, psychische, körperliche und digitale Gewalt sowie besondere Gefährdungslagen wie Zwangsheirat und weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C).

Konkrete Unterstützung für den pädagogischen Alltag

Weitere Schwerpunkte bilden Körperwissen und psychische Gesundheit, digitale Lebenswelten, Bildung und Beruf sowie die Zusammenarbeit mit Eltern und Familien. Das Praxishandbuch zeigt auf, wie Pädagog/innen Mädchen in ihrer Selbstbestimmung stärken und mit schwierigen Situationen umgehen können. Dabei gilt: Die Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten von Mädchen dürfen durch familiäre Erwartungen nicht eingeschränkt werden. Bei Hinweisen auf Gewalt, Zwang oder massive Kontrolle soll fachliche Unterstützung beigezogen werden. Ein Serviceteil mit Anlaufstellen, Quellen und weiterführenden Materialien erleichtert die Vermittlung an geeignete Fachstellen.

Der ÖIF unterstützt Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund

Die Stärkung von Frauen und Mädchen ist ein zentraler Schwerpunkt der Integrationsarbeit des ÖIF. In den verpflichtenden Werte- und Orientierungskursen werden zentrale Grundlagen des Zusammenlebens in Österreich vermittelt, darunter Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und Gewaltprävention. Die ÖIF-Frauenzentren in Wien und Graz bieten Zuwanderinnen mehrsprachige Beratung sowie Seminare und Sprechstunden zu Bildung und Beruf, Gesundheit, Familie, rechtlichen Fragen, Selbstbestimmung und Gewaltschutz. Ergänzend richtet sich die ÖIF-Anlaufstelle für Männer an männliche Flüchtlinge und Migranten und behandelt unter anderem den Umgang mit Konflikten und Gewalt sowie problematische patriarchale oder extremistische Haltungen. Mit ZUSAMMEN:ÖSTERREICH besuchen Integrationsbotschafter/innen Schulen und stärken junge Menschen, insbesondere Mädchen, auf ihrem Weg in ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und wirtschaftlich unabhängiges Leben. Für Pädagog/innen und Praktiker/innen im Sozial-, Bildungs- und Integrationsbereich bietet der ÖIF zudem jährlich rund 100 kostenlose Seminare mit Expert/innen, unter anderem zu Gleichberechtigung und Selbstbestimmung, sozialem Druck und Gewaltmustern, Zwangsheirat und FGM/C sowie Radikalisierungs- und Extremismusprävention.