Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) brachte am 24. September 2026 gemeinsam mit Vertreter/innen der Polizei Fachexpert/innen aus Bildung, Sicherheit, Justiz, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungs- und Gewaltschutzeinrichtungen zusammen. Im Mittelpunkt des Expert/innenworkshops „Frauen und Mädchen schützen – Gewaltprävention im Integrationskontext“ standen aktuelle Formen von Gewalt und sozialer Kontrolle sowie praxisnahe Ansätze für Prävention, Früherkennung und Intervention. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützungsangebote sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit zum Schutz und zur Stärkung von Frauen und Mädchen weiter auszubauen.
Gewaltprävention in vier zentralen Lebensbereichen
Nach einer Keynote von Theresa Amon (ÖIF) arbeiteten die Teilnehmer/innen in vier Gruppen zu zentralen Lebensbereichen von Mädchen und jungen Frauen. Im Themenfeld Schule standen Jugendbanden, Gruppendruck und konkrete Gewaltfälle sowie die Handlungsmöglichkeiten von Lehrkräften im Mittelpunkt. Die Arbeitsgruppe Familie beschäftigte sich mit familiären Erwartungen, traditionellen Rollenbildern, negativer sozialer Kontrolle und möglichen Einschränkungen der Selbstbestimmung. Eine weitere Gruppe widmete sich dem digitalen Raum und der Frage, wie Kontrolle, Druck und Gewalt über soziale Medien und digitale Kommunikationskanäle ausgeübt und frühzeitig erkannt werden können. Im vierten Themenbereich, dem öffentlichen Raum, wurde diskutiert, wie die sichere und gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen gestärkt und ihr Zugang zu öffentlichen Räumen nachhaltig gefördert werden kann.
Zum Abschluss wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen gemeinsam präsentiert. Sie sollen in die Weiterentwicklung von Maßnahmen und Kooperationen im Gewaltschutz einfließen.
Vernetzung als Grundlage wirksamer Prävention
Die Gesprächsreihe des ÖIF bietet ein regelmäßiges Austauschformat für Akteur/innen, die in ihrem beruflichen Alltag mit Fragen des Gewaltschutzes befasst sind. Neben der Vernetzung steht insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Integrationsarbeit, Bildung, Polizei, Justiz und Beratung im Mittelpunkt. Das Format soll schrittweise weiterentwickelt und künftig auch auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden. Eine weitere Veranstaltung mit einem Schwerpunkt auf Täterarbeit ist für 2027 geplant.