Am 23. und 24. September 2026 nahm der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) an der zweiten DACH-Konferenz für Integration auf Expert/innenebene in Nürnberg teil. Für den ÖIF brachten Ana-Maria Leko (Leitung Team Werte- und Orientierungskurse) und Thomas Stiglbrunner (Leitung Team Digitales Lernen) ihre Expertise in den länderübergreifenden Austausch ein. Die Tagung fand in der Zentrale des deutschen Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) statt.
ÖIF bringt Erfahrungen zu Wertevermittlung und digitalem Deutschlernen ein
Im Mittelpunkt der ÖIF-Beiträge standen insbesondere die Erfahrungen mit Werte- und Orientierungskursen sowie mit digitalen Angeboten zum Deutschlernen. Der ÖIF stellte dabei österreichische Ansätze und Praxiserfahrungen vor und tauschte sich mit den Expert/innen aus Deutschland und der Schweiz über unterschiedliche Modelle und Weiterentwicklungen aus.
Digitale Lernmöglichkeiten ergänzen bereits seit längerem die Deutschförderung des ÖIF und bieten Deutschlernenden zusätzliche Möglichkeiten, zeit- und ortsunabhängig zu lernen. Mit seinen Werte- und Orientierungskursen bietet der ÖIF Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten seit 2015 Erstorientierung in Österreich und vermittelt Aspekte, die für ein sicheres und verantwortungsbewusstes Leben in Österreich relevant sind. Im Zentrum stehen unter anderem das respektvolle Zusammenleben im öffentlichen Raum, Selbsterhaltungsfähigkeit, die Selbstbestimmung sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Diese Ansätze haben sich bewährt und stießen auch bei diesem Austausch auf Interesse.
Fachlicher Austausch mit Deutschland und der Schweiz
Neben dem ÖIF nahmen auf österreichischer Seite auch Vertreter/innen des Bundeskanzleramts (BKA) teil. Deutschland war durch das Bundesministerium des Innern und das BAMF, die Schweiz durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) vertreten. Das zweitägige Programm umfasste unter anderem aktuelle integrationspolitische Entwicklungen, Digitalisierung und Deutscherwerb, Genderfragen sowie Monitoring und Wirkungsmessung in der Integrationspolitik. Auch die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und ihre Auswirkungen wurden behandelt.
Gemeinsame Herausforderungen, gemeinsame Lösungen
Da sich die Länder des deutschsprachigen Raumes nicht nur eine Sprache, sondern auch viele der Herausforderungen in den Bereichen Migration und Integration teilen, bietet der gemeinsame Austausch das Potenzial, voneinander zu lernen und Synergien nutzbar zu machen. Mit seiner Teilnahme am zweiten DACH-Austausch brachte der ÖIF nicht nur österreichische Erfahrungen aus der Integrationsarbeit in den länderübergreifenden Fachdiskurs ein, sondern nutzte auch die Gelegenheit, Ansätze aus Deutschland und der Schweiz kennenzulernen sowie Erfahrungen aus der Praxis zu vergleichen.