Am Mittwoch, den 4. November 2026, fand die 32. Sitzung des Integrationsbeirats im Wiener Haus der Ingenieure statt. Eröffnet wurde die Sitzung von Roland Goiser, stellvertretender Direktor des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und stellvertretender Vorsitzender des Integrationsbeirats. Vertreter/innen von Bund, Ländern, Sozialpartnern, Gemeinden, Städten, der Industriellenvereinigung sowie NGOs tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Integrationsarbeit aus. Im Mittelpunkt standen diesmal die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt sowie Jugendkriminalität im Integrationskontext.
Aktuelles aus der Integrationsarbeit: Berichte der Beiratsmitglieder
Zu Beginn der Sitzung standen wie üblich aktuelle Entwicklungen, Projekte und Maßnahmen im Integrationsbereich auf der Tagesordnung. Dabei informierte das Bundeskanzleramt (BKA) über die gesetzlichen Grundlagen des geplanten verpflichtenden Integrationsprogramms. Carla Piker (Gesamtleitung Deutschkurse) stellte die geplanten Maßnahmen der Säule Deutsch näher vor. Darüber hinaus berichtete Andrea Otter, stellvertretende Gruppenleiterin im Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), über die geplante Neuregelung der Sozialhilfe und Mandana Poureh (Land Kärnten) über die Landesintegrationsreferent/innenkonferenz (LIRK) vom Oktober 2026. Ergänzend wurden vom Land Oberösterreich neue Standards für Deutschkurse in Oberösterreich vorgestellt, insbesondere hinsichtlich der Vereinheitlichung von Qualitätsstandards, der zentralen Sprachstandsfeststellung durch den ÖIF und des Datenaustauschs über die Integrationsschnittstelle des Bundes.
Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt im Integrationskontext
Ein zentraler thematischer Schwerpunkt der 32. Sitzung widmete sich den Auswirkungen künstlicher Intelligenz (KI) auf den Arbeitsmarkt und ihrer Bedeutung für die Integration. Dazu standen Fachbeiträge von Dr. Ljubica Nedelkoska (Complexity Science Hub), Roland Sauer (Leiter der Sektion Arbeitsmarkt im BMASGPK) sowie Thomas Stiglbrunner (Leitung Team digitales Lernen beim ÖIF) auf dem Programm. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung der technologische Wandel für den Arbeitsmarkt und die Integration hat, etwa durch Veränderungen von Berufsbildern und Qualifikationsanforderungen oder durch Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von KI für Menschen mit Migrationshintergrund. Der ÖIF gab dabei Einblicke in die Vermittlung digitaler Kompetenzen im Deutschunterricht sowie in neue Lernangebote zur Förderung digitaler Kompetenzen.
Jugendkriminalität im Integrationskontext
Der zweite thematische Schwerpunkt befasste sich mit Jugendkriminalität im Integrationskontext. Dazu gab es Fachbeiträge von Prof. Dr. Frank Urbaniok (Psychiater und Autor), Dieter Csefan (Landespolizeivizepräsident der Landespolizeidirektion Wien) sowie Dr. Dina Nachbaur (NEUSTART). Die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven aus Psychiatrie, Polizei und Sozialarbeit bildeten die Grundlage für die Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Polizeiarbeit wurden auch sozialarbeiterische Ansätze zur Gewaltprävention, Resozialisierung und Deradikalisierung beleuchtet.