Integration in Österreich
Werte- und Orientierungskurse
Die Werte und Regeln des Zusammenlebens in Österreich zu kennen, ist - neben Deutschkenntnissen und dem Einstieg in den Arbeitsmarkt - eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen und Zuwander/innen in Österreich. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat ein breites Angebot zur Wertevermittlung für Flüchtlinge geschaffen. So kann ein durchgängiger Bogen vom Werte- und Orientierungskurs über vertiefende Integrationsmaßnahmen bis hin zur Wertevermittlung im Deutschunterricht gezogen werden.
Fünftägige Werte- und Orientierungskurse in ganz Österreich
Die Werte- und Orientierungskurse finden in allen Bundesländern in den neun ÖIF-Integrationszentren statt. Sie sind kostenlos und werden von speziell ausgebildeten Trainer/innen des ÖIF durchgeführt. Die Kurssprache ist Deutsch, bei Bedarf stehen Dolmetscher/innen für die Sprachen Arabisch, Dari/Farsi, Paschtu, Russisch, Englisch und Somali zur Verfügung.
Das Integrationsgesetz schreibt die Absolvierung eines Werte- und Orientierungskurses für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte ab dem vollendeten 15. Lebensjahr sowie für Drittstaatsangehörige und Asyl- und subsidiär Schutzberechtige, die Sozialhilfe beziehen, verpflichtend vor. Asylwerber/innen mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit stehen die Kurse ebenfalls offen.
Die Werte- und Orientierungskurse informieren über die Grundlagen des guten Zusammenlebens in Österreich. Fünf Tage lang werden wesentliche Informationen wie der Einstieg in den Arbeitsmarkt, die Bedeutung des Spracherwerbs, Bildung, Gleichberechtigung, Geschichte, Kultur und Demokratie vermittelt und diskutiert. Neu sind die Kursmodule Sicherheit und Zugehörigkeit. Rechtliche Aspekte, Gewaltfreiheit und Gewaltprävention sowie Sicherheit und Polizei werden in dem neuen Sicherheitsmodul behandelt. Das Modul Zugehörigkeit am fünften Tag widmet sich den Themen Kultur und Tradition sowie dem freiwilligen Engagement. Für ein gutes Miteinander sind das Verhalten im öffentlichen Raum und das Leben in der Gemeinschaft verstärkt im Fokus. Das Modul Arbeit und Beruf wurde um ein praktisch orientiertes Bewerbungstraining erweitert.
Fünf Tage für Integration und Zugehörigkeit
Die fünftägigen Werte- und Orientierungskurse geben Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten eine erste Orientierung über das Leben, die Arbeit und die Integration in Österreich.
Tag 1
Deutsch lernen und Bildung
- Deutsch im Alltag und Lernangebote
- Bildungswege und Bildungschancen
- Geschichte Österreichs
Tag 2
Arbeit
- Arbeitssuche und Bewerbungstraining
- Arbeitsrecht
- Steuern und Sozialsystem
Tag 3
Staat, Demokratie und Gesetze
- Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
- Gleichberechtigung von Mann und Frau
- Freiheiten, Rechte und Pflichten
Tag 4
Sicherheit und Zusammenleben
- Umgangsformen und ein gutes Miteinander
- Polizei und Sicherheit
- Gegen Antisemitismus und Diskriminierung
Tag 5
Zugehörigkeit
- Kultur und Traditionen
- Freiwilliges Engagement und Ehrenamt
- Gesellschaftliche Integration
Weiterführende Integrationsangebote
Praxistage bei Ehrenamtsorganisationen, Gedenkstätten und wichtigen kulturelle Einrichtungen
Seminare und Sprechstunden mit Fachexpert/innen der ÖIF-Frauenzentren und ÖIF-Anlaufstelle für Männer
Breites Angebot zur Wertevermittlung
Anknüpfend an die Werte- und Orientierungskurse stellt der ÖIF Flüchtlingen eine Reihe an vertiefenden Integrationsangeboten zur Verfügung:
- Im Rahmen von weiterführenden Praxistagen können Flüchtlinge ehrenamtliche Organisationen, kulturelle oder demokratiepolitische Einrichtungen sowie Institutionen und Museen zur Auseinandersetzung mit dem jüdischen Leben in Österreich besuchen.
- Im Sprachunterricht wird anhand eigens entwickelter Curricula für die Sprachniveaustufen A1 bis B2 Werte- und Orientierungswissen vermittelt. Damit werden Grundwerte der österreichischen Verfassung wie Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie auch in den Integrationsdeutschkursen behandelt.
- Auf der Sprachportal-Website stellt der ÖIF Übungsmaterialien wie Übungsblätter, Online-Modelltests, Fragenkataloge, Videos und Podcasts mit Schwerpunkt Österreich zur Verfügung.
- Mit dem ÖIF-Unterrichtsmagazin „Deutsch lernen“ können Flüchtlinge ihre Sprachkenntnisse ab dem Niveau A1 verbessern und ihr Wissen über Werte und Regeln des Zusammenlebens vertiefen.
- In den freiwilligen ÖIF-Lerngruppen von „Treffpunkt Deutsch“ kommen Flüchtlinge mit Freiwilligen zusammen, um gemeinsam Deutsch zu lernen und ihre gesellschaftliche Integration zu fördern.
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FAQs
Die Werte- und Orientierungskurse des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bieten geflüchteten und zugewanderten Menschen eine erste Orientierung für das Leben und den Alltag in Österreich. Im Rahmen des fünftägigen Kurses werden zentrale Themen wie Deutschlernen, Bildung, Arbeit, Demokratie, Rechte und Pflichten, Sicherheit sowie gesellschaftliches Zusammenleben vermittelt.
Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte ab 15 Jahren sowie Sozialhilfe beziehende Drittstaatsangehörige sind verpflichtet, die Kurse zu besuchen. Asylwerber/innen mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit stehen die Kurse ebenfalls offen.
Die Werte- und Orientierungskurse finden in allen Bundesländern u.a. in den neun ÖIF-Integrationszentren statt. Die Kurse sind kostenlos. Die Kurssprache ist Deutsch, bei Bedarf stehen Dolmetscher/innen für Arabisch, Dari/Farsi, Paschtu, Russisch, Englisch und Somali zur Verfügung.
Ein Platz in einem Werte- und Orientierungskurs wird Ihnen bei Ihrer Erstberatung in einem der Integrationszentren zugewiesen. Wenn Sie schon beim ÖIF registriert sind, können Sie sich auch telefonisch zu einem Kurs anmelden lassen. Wenden Sie sich in beiden Fällen einfach telefonisch oder schriftlich an das Integrationszentrum Ihres Bundeslandes.
Integrationsmaßnahmen werden aus öffentlichen Mitteln finanziert, daher gilt es mit den zur Verfügung stehenden Kursplätzen sparsam und effizient umzugehen.
Der ÖIF informiert Teilnehmer/innen bei der Anmeldung auf Deutsch und bei Bedarf auch in der Herkunftssprache darüber, dass im Fall einer Unterbrechung ein entsprechender Nachweis für einen anerkannten Entschuldigungsgrund vorzulegen ist. Eine Unterbrechung gilt nur dann als entschuldigt, wenn ein solcher Nachweis vorgelegt wird.
Als anerkannte Entschuldigungsgründe gelten:
- Krankenstand
- Pflegefreistellung
- Geburt eines eigenen Kinde
Ein Fernbleiben am ersten Kurstag ist nicht möglich – in diesem Fall gilt der Kurs als abgebrochen und wird ein neuer Kurstermin vergeben. Eine entschuldigte Unterbrechung ist frühestens ab dem 2. Kurstag möglich. Alle 5 Kurstage müssen vollständig und in chronologischer Reihenfolge besucht werden.
Im Falle einer Abwesenheit ist der entsprechende Nachweis per E-Mail an kursverwaltung@integrationsfonds.at zu übermitteln oder kann persönlich in einer Beratungsstelle eines ÖIF-Integrationszentrums vorgelegt werden. Die Bestätigung muss innerhalb eines Monats vorgelegt werden, anderenfalls gilt der Kurs als abgebrochen.
Nach Prüfung der Unterlagen informiert Sie der ÖIF über einen neuen Kurstermin.
Die verbleibenden Kurstage müssen innerhalb von drei Monaten nach Vorlage der Bestätigung absolviert werden. Werden diese Fristen nicht eingehalten, muss der Kurs erneut ab dem ersten Kurstag besucht werden.
Eine Abmeldung vom Werte- und Orientierungskurs ist bis einen Werktag vor Kursbeginn unter kursverwaltung@integrationsfonds.at möglich.
Die Qualität der Werte- und Orientierungskurse wird laufend überprüft und weiterentwickelt. Grundlage dafür sind unter anderem externe Evaluierungen durch Forschungsinstitute und Fachexpert/innen, in denen Inhalte, Umsetzung und Wirkung der Kurse umfassend analysiert werden.
Der ÖIF entwickelt zudem die Kursinhalte gemeinsam mit einschlägigen Fachexpert/innen und Organisationen.
Im Zuge dessen werden Curricula erarbeitet, Trainer/innen geschult und die Umsetzung der Kurse durch Hospitationen und Evaluierungen laufend begleitet. Zusätzlich befragt der ÖIF Teilnehmer/innen zur Qualität und Durchführung der Kurse; die Rückmeldungen fließen in die Weiterentwicklung ein.
