Rund 250 ukrainische Vertriebene sowie Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte informieren sich bei ÖIF-Karriereplattform Pflege in Linz
v.l.n.r. ÖIF-Direktor Franz Wolf, Heike Schütz-Krennbauer, Landesrat Dr. Christian Dörfel ©Olha Soldatenko/ÖIF
Bei der ÖIF-Karriereplattform Pflege haben sich knapp 250 Personen über die Angebote informiert ©Olha Soldatenko/ÖIF
Am Dienstag, 10. März 2026, fand eine Karriereplattform des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Linz zum Schwerpunkt Gesundheits- und Pflegeberufe in Zusammenarbeit mit der Altenbetreuungsschule Land Oberösterreich statt. Über 250 arbeitssuchende ukrainische Vertriebene sowie Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte erhielten vor Ort die Möglichkeit, sich direkt bei Unternehmen über potenzielle Stellen zu informieren.
An der Veranstaltung nahmen unter anderem Einrichtungen wie die Caritas, Volkshilfe, Barmherzige Brüder Krankenhaus Linz sowie Mobile Pflegedienste/AGRE (z.B. Rotes Kreuz) teil. Auch Landesrat für Soziales, Integration und Jugend Christian Dörfel war bei der Veranstaltung vor Ort.
Dr. Christian Dörfel, Sozial-Landesrat: „Wir erwarten von Zugewanderten, dass sie Leistung erbringen und für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen. Das geht nur, wenn sie unsere Sprache lernen, Arbeit suchen und unsere Werte respektieren. Wer dazu bereit ist, hat bei uns viele Möglichkeiten. Initiativen wie die Karriereplattform des ÖIF zeigen, wie Integration durch konkrete Jobchancen gelingen kann – gerade im Pflegebereich, der ein Berufsfeld mit Zukunft und großem Bedarf an Fachkräften ist.“
Franz Wolf, Direktor des Österreichischen Integrationsfonds: „Im Pflege- und Gesundheitsbereich besteht ein hoher Bedarf an Arbeits- und Fachkräften. In einer alternden Gesellschaft kann Pflege nicht immer im familiären Umfeld erfolgen. Über bundesweite Karriereplattformen bringt der ÖIF Pflegeeinrichtungen gezielt mit arbeitssuchenden Teilnehmenden aus ÖIF-Deutschkursen zusammen. Ziel ist, Arbeit und Deutschlernen von Anfang an zu verbinden und Kursteilnehmenden den direkten Einstieg in die Arbeit in diesem wichtigen Bereich zu ermöglichen.“
Bewerbungen gleich vor Ort möglich
Die Teilnehmer/innen hatten direkt vor Ort die Möglichkeit sich bei den ausgestellten Betrieben zu bewerben, oder einen Termin für ein weiterführendes Bewerbungsgespräch zu vereinbaren. Seitens des ÖIF wurden CV-Checks durchgeführt, um die Lebensläufe der Teilnehmer/innen zu verbessern und hilfreiche Tipps für ihre weiteren Bewerbungen zu sammeln – auch über die berufsbegleitenden Deutschlernangebote wurde informiert. Laut der Pflegepersonalbedarfsprognose der Gesundheit Österreich (GÖG) fehlen bis zum Jahr 2050 in Österreich rund 200.000 Pflege- und Betreuungspersonen. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in Österreich lag der Fokus der Veranstaltung darauf, einen raschen Einstieg in Pflege- und Gesundheitsberufe zu ermöglichen sowie den Teilnehmer/innen Informationen über das Berufsfeld niederschwellig zugänglich zu machen.
ÖIF informiert in ganz Österreich über Einstiegsmöglichkeiten in Pflege- und Gesundheitsberufe
Um arbeitssuchende Teilnehmer/innen aus ÖIF-Deutschkursen über Beschäftigungsmöglichkeiten im Pflege- und Gesundheitsbereich zu informieren, organisiert der ÖIF eigene Karriereplattformen in ganz Österreich, Termine finden laufend statt. Im Rahmen dieser Info-Veranstaltungen informieren Einrichtungen wie das AKH, die Innsbrucker Sozialen Dienste, die AUVA, die Caritas oder das Rote Kreuz über offene Stellen und über Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich.
Unterstützung seitens des ÖIF bei der Berufsanerkennung im Gesundheits- und Pflegebereich
Das ÖIF-Integrationsservice für Fachkräfte hat 2024 die Fördermöglichkeit für die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und Qualifikationen im Gesundheits- und Pflegebereich gezielt ausgebaut, damit diese möglichst rasch in Österreich eingesetzt werden können. Refundiert werden Studienbeiträge von einer österreichischen Universität oder einer österreichischen Fachhochschule für Zuwander/innen während der Nostrifizierung von Gesundheitsberufen wie etwa Ärzt/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen oder Hebammen. Zudem erhöhte das ÖIF-Integrationsservice für Fachkräfte die Berufsanerkennungsförderung auf bis zu 2.500 Euro pro Person, erstattungsfähig sind etwa Kosten für die Ausstellung von Anerkennungsbescheiden, Bewertungen und Übersetzungskosten für Dokumente und Zeugnisse.
Zusätzlich bietet der ÖIF auf sprachportal.at den frei zugänglichen Online-Deutschkurs „Deutsch lernen für die Pflege“ an: Der berufsspezifische Kurs richtet sich an Personen, die sich für eine Ausbildung im Pflegebereich interessieren, sich bereits in einer Pflegeausbildung befinden oder sogar einem Pflegeberuf nachgehen. Der Kurs enthält über 1.000 Übungen zu berufsspezifischem, medizinischem Wortschatz und Sprechen mit praxisnahen Situationen aus dem Berufsalltag.
Kostenlose Sprachlernmaterialen am ÖIF-Sprachportal
Neben den im Integrationsgesetz festgeschriebenen Deutschkursen stellt der ÖIF allen Zuwander/innen unabhängig vom Aufenthaltstitel am frei zugänglichen ÖIF-Sprachportal ein umfassendes Angebot an Online-Deutschkursen und Lernangeboten zur Verfügung. Dort finden sich über 5.000 interaktive Übungen, mehr als 500 audiovisuelle Features und wöchentlich über 70 Live-Online-Kurse. So kann parallel zu einer beruflichen Tätigkeit oder Betreuungspflichten rund um die Uhr ortsunabhängig Deutsch gelernt werden. Sprachkenntnisse können so jederzeit und flexibel erworben werden.