ÖIF-Veranstaltung mit ukrainischem Botschafter Khymynets in Wien
Franz Wolf, Direktor des ÖIF, eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit dem ukrainischen Botschafter Dr. Vasyl Khymynets und Sektionschef Martin Kienl. © Olha Soldatenko/ÖIF
Das Interesse an der Veranstaltung war groß - 100 Gäste folgten der Einladung des ÖIF und des Bundeskanzleramts. © Olha Soldatenko/ÖIF
Die Integration ukrainischer Vertriebener in Österreich stand im Fokus der Veranstaltung. © Olha Soldatenko/ÖIF
Am 12. Februar 2026 lud der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt zu einer Abendveranstaltung mit dem ukrainischen Botschafter Dr. Vasyl Khymynets in den Kassensaal des Bundeskanzleramts in Wien. Über 100 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil, darunter Botschaftsrat Volodymyr Koval sowie Sektionschef Martin Kienl. Im Mittelpunkt stand die Integration ukrainischer vertriebener Frauen sowie die Rolle von Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration und sozialer Integration für einen erfolgreichen Neubeginn in Österreich. Über 92.000 Personen verfügten Ende 2025 über einen Vertriebenenstatus in Österreich.
Persönliche Integrationsgeschichten im Fokus
Im Rahmen eines moderierten Bühnengesprächs berichteten vier Frauen über ihren persönlichen Integrationsweg in Österreich. Eine 43-jährige Werbeproduzentin aus Kiew schilderte ihren beruflichen Neustart nach der Flucht im Jahr 2022. Nach dem Besuch von Deutschkursen beim ÖIF gelang ihr rasch der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Eine weitere Gesprächspartnerin, ausgebildete Physikingenieurin aus der Ostukraine, ließ ihr Diplom in Österreich anerkennen und absolvierte Deutschkurse bis zum Sprachniveau B2. Nach der Teilnahme an einer ÖIF-Karriereplattform ist sie seit rund eineinhalb Jahren berufstätig. Ergänzt wurde das Gespräch durch zwei ÖIF-Mitarbeiterinnen, die selbst aus der Ukraine vertrieben wurden und heute Flüchtlinge und Vertriebene bei ihrem Integrationsprozess in Österreich unterstützen.
Literatur als kulturelle Brücke
Ein weiterer Programmpunkt war die Lesung aus dem Gedichtband „Von Sehnsucht und Heimat“, der 2022 vom ÖIF mit Unterstützung des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) sowie in Kooperation mit dem Österreichischen Kooperationsbüro Lemberg und dem Kunstmuseum Czernowitz herausgegeben wurde. Der Band vereint Werke von Lesja Ukrajinka und Rose Ausländer in Originalsprache mit literarischen Übersetzungen und wird von Illustrationen der Künstlerin Augusta Kochanowska begleitet. Die ausgewählten Gedichte thematisierten Heimat, Verlust und Hoffnung und spannten einen kulturellen Bogen von Wien bis in die Bukowina. Die literarischen Beiträge unterstrichen die Bedeutung von Sprache und Kultur als verbindende Elemente – insbesondere im Kontext von Flucht und Vertreibung.