15.12.2022, 16:08 Uhr

Österreichischer Integrationspreis: Initiativen aus ganz Österreich zu Frauenförderung, Arbeitsmarkt, Sport, Ehrenamt und Ukrainehilfe ausgezeichnet

Unter den Prämierten: „Mädchen-Mentoring“ des Vereins Sindbad, „MOBIL“ des Vorarlberger Kinderdorfs, „AmberMed“ und „Street Football Network Klessheim“

© Adrian Almasan

© Adrian Almasan

Der Österreichische Integrationspreis des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) wurde 2022 zum zweiten Mal vergeben und zeichnet innovative Integrationsprojekte aus ganz Österreich aus. Prämiert wurden eingereichte Initiativen aus den vier Kategorien Stärkung von Frauen, Beschäftigung und Arbeitsmarkt, Integration vor Ort, Sport sowie ein Sonderpreis „Ukraine“, in welcher Projekte gewürdigt werden, die sich speziell für vertriebe Ukrainer/innen und deren Integration in Österreich einsetzen. Der Preis, der mit 3.000 Euro pro Kategorie dotiert ist, wurde am 14. Dezember 2022 im Wiener Palais Berg durch Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab und ÖIF-Direktor Franz Wolf vergeben. Durch die Verleihung führte Journalistin, Café Puls-Moderatorin und ZUSAMMEN:ÖSTERREICH-Integrationsbotschafterin Julia Furdea.

Integrationsministerin Susanne Raab: „Ich freue mich, dass mit dem Integrationspreis besonderes Engagement im Integrationsbereich vor den Vorhang geholt wird. In den wesentlichen Bereichen der Integration wurden Preise vergeben. Besonders hervorheben möchte ich dabei die Stärkung von Frauen mit Migrationshintergrund, denn sie sind der Motor für Integration in ihren Familien. Darüber hinaus wird mit dem Sonderpreis Ukraine das unglaubliche Engagement und die Solidarität der Menschen in Österreich für die Integration ukrainischer Vertriebener besonders geehrt. Ich möchte allen von Herzen danken, die sich hauptberuflich oder ehrenamtlich in der Integration engagieren. Als Bund können wir Strukturen schaffen, dennoch passiert Integration vor Ort im direkten Kontakt mit den Menschen!“

Franz Wolf, Direktor des Österreichischen Integrationsfonds: „Über 150 Einreichungen sind im Zuge der Ausschreibung eingegangen, darunter zahlreiche herausragende Initiativen. Insbesondere auch in der heurigen Sonderkategorie „Ukraine“ wurde deutlich, dass auch in kürzester Zeit wertvolle Integrationsinitiativen von hoher Qualität entstehen können.“

Integrationspreis an Mentoringprojekt für Mädchen mit Flucht- und Migrationshintergrund

In der Kategorie „Stärkung von Frauen“ wurde das speziell an Mädchen mit Flucht- und Migrationshintergrund gerichtete Mentoringprogramm des Vereins Sindbad ausgezeichnet. Im Programm bekommen Schülerinnen, die kurz vor dem Pflichtschulabschluss stehen, Studierende und junge Berufstätige für zwölf Monate als Mentor/innen zur Seite gestellt; sie fungieren für die jungen Frauen als berufliche Vorbilder und vertraute Ansprechpartnerinnen. Ziel ist es, im Rahmen der Mentoring-Partnerschaft passende Ausbildungs- und Weiterbildungswege, wie etwa in Lehre oder weiterführenden Schulen, abzuwägen und gemeinsam zu realisieren. Anerkennungspreise gab es in dieser Kategorie für das Wiener Projekt „DIGI MI“, das Migrantinnen und geflüchteten Frauen in Form von regelmäßigen Lerncafés digitale Basiskenntnisse vermittelt, sowie für die niederösterreichische Initiative „S.I.E. - Selbstbestimmung - Integration - Emanzipation. Beratung und Bildung für Migrantinnen im Waldviertel“. Hier werden, neben umfassender Beratung, niederschwellige Bildungsangebote für Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund angeboten.

Integration vor Ort: Mobile Familienberatung des Vorarlberger Kinderdorfs

In der Kategorie „Integration vor Ort“ wurde die mobile Familienberatung des Kinderdorfs in Vorarlberg ausgezeichnet. Unter dem Projektnamen „MOBIL“ wird hier regionale Familienarbeit geleistet mit Fokus auf sozial schwächere Familien und Gesellschaftsgruppen. Über das Projekt sollen insbesondere Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund mehr Bewusstsein für Angebote im Bereich Bildung, Freizeit und Gesundheit erlangen und mit ihren Kindern daran aktiv teilhaben. Zwei steirischen Projekte wurden in der Kategorie „Integration vor Ort“ mit Anerkennungspreisen bedacht: „Perspektive 3.0 – Türen öffnen, Chancen leben“ bietet für Migranten und Migrantinnen Sprachvermittlung mit digitalem und gesellschaftlichem Basiswissen und fördert den Zugang zu regionalen, ehrenamtlichen Initiativen. Das Projekt „Gemma! Gemeinsam machen“ wird in Grazer Brennpunktbezirken durchgeführt und fördert die Integration und den interkulturellen Austausch junger Menschen durch regionale Beratung und Lernhilfe.

Integrationspreis in der Kategorie Sport geht an Salzburger Fußballprojekt

In der Kategorie Sport hat der ÖIF Sportprojekte ausgezeichnet, die gezielte Maßnahmen zur Förderung der Integration von Flüchtlingen und Zugewanderten in die österreichische Sportlandschaft setzen. Der Hauptpreis, der von Coca Cola gestiftet wird, ging an das Salzburger Projekt „Street Football Network Klessheim“, das in Salzburger Brennpunktbezirken über Straßenfußball Kontakt zwischen geflüchteten Personen und der Mehrheitsgesellschaft ermöglicht. Durch den Austausch wird das aktive Mitwirken am eigenen Integrationsprozess vermittelt und die Chance zur Teilhabe an gesellschaftlichem und kulturellem Leben niederschwellig ermöglicht. Den Anerkennungspreis, gestiftet durch SportAustria, erhielt das Projekt „loginsIntegration – Vielfalt in Bewegung“. Ein Kollektiv aus Sporttrainerinnen und -trainern bietet Trainings und Kurse für geflüchtete Menschen und schon länger in Österreich lebende Menschen an. Niederschwelliges Deutschlernen, offener Austausch und der Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft stehen dabei im Mittelpunkt.

Auszeichnung in Sonderkategorie „Ukraine“ an Medizinisches Ersthilfe-Projekt verliehen

In der heurigen Sonderkategorie „Ukraine“ wurde das Wiener Projekt „Amber Med“ ausgezeichnet. Das dahinterstehende ehrenamtliche Team aus Ärzt/innen, Therapeut/innen und Dolmetscher/innen stellt unversicherten Menschen, die sich dauerhaft in Österreich aufhalten, medizinische Versorgung kostenfrei zur Verfügung. Seit Kriegsausbruch in der Ukraine wurden mehr als 1.800 medizinische Behandlungen und Beratungen an vertriebenen Ukrainerinnen bei Ankunft in Österreich durchgeführt. Pro Tag wurden von März bis Ende Juni 2022 bis zu 60 Patient/innen erstversorgt. „AmberMed“, ist ein Kooperationsprojekt des Diakonie Flüchtlingsdienst und des Österreichischen Roten Kreuz. Mit Anerkennungspreisen wurden folgende Projekte gewürdigt: Das Wiener Verein „Domivka“, der vertriebene Ukrainerinnen mit gezielten Beratungen, Workshops und Jobcoaching beim Fuß fassen in Österreich unterstützt sowie das oberösterreichische Projekt „Ukrainische Frauen in die Wirtschaft“. Hier wird die regionale Community von vertriebenen ukrainischen Frauen ebenso mit Beratungen und gemeinsamen Aktivitäten beim Ankommen in Linz gefördert.

 

Information zur Kategorie „Beschäftigung und Arbeitsmarkt“
Gegen einen Projektträger, der in der Kategorie Arbeit und Beschäftigung ausgewählt wurde, stehen Vorwürfe im Raum, deren Inhalt klar in Widerspruch zu den Zielen des Integrationspreises steht. Diese Vorwürfe waren zum Zeitpunkt der Jurybefassung nicht bekannt und konnten daher bei der Auswahl nicht berücksichtigt werden. Die Auszeichnung und die Auszahlung des Preisgeldes wurden bis zur vollständigen Aufklärung der Vorwürfe ausgesetzt.

 

Über den Österreichischen Integrationspreis

Der Österreichische Integrationsfonds zeichnet mit dem Österreichischen Integrationspreis erfolgreiche und innovative Integrationsprojekte aus. Auf Vorschlag einer unabhängigen und namhaften Jury aus Expertinnen und Experten wird ein Preis pro Kategorie, der mit je 3.000 Euro dotiert ist, vergeben. Mitte 2023 startet die neue Ausschreibung.

Bilder:

https://bit.ly/3HHJgtR

Presseabdruck honorarfrei, Copyright: Adrian Almasan

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