19.02.2026, 14:22 Uhr

Ukrainische Vertriebene kommen bei Deutschlernen und Integration gut voran

Ukrainer/innen größte Gruppe in ÖIF-Deutschkursen – Zuwächse auf höheren Sprachniveaus

Pressekonferenz im Bundeskanzleramt mit zwei Sprechern.

Am 19. Februar 2026 gab Bundesministerin Claudia Bauer (l.) gemeinsam mit dem Direktor des ÖIF Franz Wolf (r.) eine Pressekonferenz zum Thema "Integration von ukrainischen Vertriebenen in Österreich“. © BKA/Florian Schrötter

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges leben laut Statistik Austria rund 94.000 ukrainische Staatsangehörige in Österreich – sechsmal so viele wie noch vor dem Krieg. 61 % davon sind Frauen, 39 % Männer. Rund 30 % sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren und damit deutlich unter jenem der Gesamtbevölkerung (44 Jahre).

Franz Wolf, Direktor des Österreichischen Integrationsfonds: „Ukrainische Vertriebene lernen häufig, rasch und mit großem Engagement Deutsch. Sie nutzen die Angebote des ÖIF intensiv und erreichen überdurchschnittlich oft hohe Sprachniveaus. Viele haben sich in kurzer Zeit solide bis sehr gute Deutschkenntnisse erarbeitet. Diese sprachlichen Fortschritte sind ein zentraler Schlüssel für Integration, gesellschaftliche Mitwirkung und eine erfolgreiche Entwicklung in der Arbeit sowie einer Perspektive in Österreich.“

Umfassendes Angebot an Integrationsmaßnahmen

Seit Beginn des Krieges unterstützt der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ukrainische Vertriebene beim Ankommen, beim Deutschlernen und beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Unmittelbar nach Ausbruch des Krieges stellte der ÖIF bundesweit zehntausende zusätzliche Deutschkursplätze bereit, baute eigene Online-Deutschlernformate auf und etablierte ein speziell zugeschnittenes Beratungs- und Kursangebot für diese Personengruppe. Die aktuellen Daten zeigen: Ukrainische Vertriebene nutzen die Integrationsangebote intensiv – und kommen beim Deutschlernen und bei der Integration gut voran.

Seit 2022 wurden rund 90.000 Kursplätze in ÖIF-Deutschkursen von ukrainischen Vertriebenen in Anspruch genommen. Allein im Jahr 2025 entfielen über 23.000 Kursplätze bzw. 41 % auf Vertriebene – damit waren Ukrainer/innen erstmals die größte Gruppe unter den Teilnehmer/innen an ÖIF-Deutschkursen. Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt auf höheren Sprachniveaus: In fortgeschrittenen Deutschkursen stellen ukrainische Vertriebene mittlerweile die klare Mehrheit. Auch im digitalen Bereich wird das Angebot stark genutzt: Jede Woche finden über 70 Live-Online-Deutschkurse mit zertifizierten Trainer/innen statt, im Jahr 2025 wurden bereits über 300.000 Teilnahmen an Online-Deutschkursen verzeichnet.

Über den Österreichischen Integrationsfonds

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ist die zentrale Anlaufstelle für Integration und Deutschlernen für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte sowie ukrainische Vertriebene gemäß Integrationsgesetz. Der ÖIF stellt österreichweit Deutschkurse, Werte- und Orientierungskurse, Integrationsberatung sowie ergänzende Angebote bereit. Seit Beginn des Krieges haben ukrainische Vertriebene rund 90.000 ÖIF-Deutschkursplätze in Anspruch genommen, im Jahr 2025 nahmen ukrainische Vertriebene die meisten Deutschkursplätze beim ÖIF in Anspruch und kommen beim Deutschlernen gut voran. Darüber hinaus unterstützt der ÖIF beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, bietet Beratungen zu Bildung und Beruf, organisiert Karriereplattformen mit Unternehmen und stellt über das frei zugängliche ÖIF-Sprachportal umfangreiche Online-Deutschlernangebote zur Verfügung.

 

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