12.10.2022, 14:48 Uhr

„Von Sehnsucht und Heimat“: neuer deutsch-ukrainischer ÖIF-Gedichtband präsentiert

Gedichte von Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka; gelesen und diskutiert von Prof. Petro Rychlo und Prof. Alois Woldan

© Mylo Makarsaki.

© Mylo Makarsaki.

© Mylo Makarsaki.

© Mylo Makarsaki.

Am Dienstag, den 11. Oktober 2022, lud der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) zur Präsentation des deutsch-ukrainischen Gedichtbands „Von Sehnsucht und Heimat“ ins Palais Pálffy in Wien. Der Band enthält ausgewählte Werke der beiden Lyrikerinnen Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka in Originalsprache mit literarischen Übersetzungen ins Ukrainische bzw. Deutsche, illustriert mit Bildern von Augusta Kochanowska. Beide Dichterinnen stehen exemplarisch für eine nationale wie auch regionale literarische Tradition: Lesja Ukrajinka für die ukrainische Dichtung; Rose Ausländer für die deutsch-jüdische Dichtung der Bukowina, die im 20. Jahrhundert Weltgeltung gewann. Entstanden ist der Gedichtband in Kooperation mit der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten sowie mit Unterstützung von Alois Woldan, Professor für Slawische Literaturen an der Universität Wien.

Von Wien bis in die Bukowina: Ausgewählte Gedichte von Lesja Ukrajinka und Rose Ausländer

Petro Rychlo, Professor für fremdsprachige Literatur und Literaturtheorie an der Nationalen Jurij Fedkowicz-Universität Czernowitz, und Prof. Woldan (Universität Wien) stellten die Werke von Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka vor. Die ukrainischsprachigen Texte lasen die beiden aus der Ukraine kommenden ÖIF-Mitarbeiterinnen Olena Chudovets und Julia Pinzenik. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der ukrainischen Violinistin Vira Zhuk.

80.000 vertriebene Ukrainer/innen in Österreich: Kulturelles Erbe sichtbar machen

Der Österreichischen Integrationsfonds unterstützt seit Beginn des Krieges im Februar 2022 vertriebene Ukrainer/innen unter anderem mit Deutschkursen und Beratungen. ÖIF-Direktor Franz Wolf: „Die Ukraine hat eine enge historische Verbindung zur Geschichte Österreichs und wertvolle Spuren in vielen Bereichen hinterlassen. Viele Ukrainer/innen in Österreich sind sich dessen bewusst.“ Auch Botschafter der Ukraine, Dr. Vasyl Khymynets, betont die Verbundenheit der beiden Dichterinnen zu Österreich mit einem Beispiel „Die Gedenktafel für Lesja Ukrajinka in Wien ist ein Zeichen der Verbundenheit, der gemeinsamen Geschichte zwischen der Ukraine und Österreich. Aber auch die gemeinsame Zukunft ist wichtig, ein freies Europa, das derzeit in der Ukraine verteidigt wird.“ Sektionsleiterin für Auslandskultur im Außenministerium, Dr. Teresa Indjein: „Für unsere Auslandskultur ist natürlich auch die Ukraine seit Jahren ein Thema, seit dem 24. Februar eines mit Schmerzen. Wir versuchen – mehr denn je – die Brücken zur Ukraine zu halten und engagieren uns weiterhin stark.“ Der ukrainisch-deutsche Gedichtband ist auch beim ÖIF erhältlich.

Die Künstlerinnen des Gedichtbands: Drei prägende Frauen für die Ukraine

Während Lesja Ukrajinka in der Konvention der Lyrik des 19. Jahrhunderts Reim und Metrum gebraucht, ist Rose Ausländer sehr bald von dieser Konvention abgekommen und hat vor allem unter dem Eindruck des amerikanischen Exils begonnen, Verse in freien Rhythmen zu schreiben. Beide Dichterinnen sind in gleicher Weise wichtig für die ukrainische und für die europäische Literatur, beide verkörpern Traditionen des Landes.

Die ukrainische Künstlerin Augusta Kochanowska, geboren in Czernowitz, nahm Zeichenunterricht und studierte von 1894 bis 1899 an der Wiener Akademie der Künste. Einen bedeutenden Platz im Werk von Kochanowska nehmen Porträts, Selbstporträts und Genrekompositionen ein. Ihre Zeichnungen, Skizzen und Szenen aus dem Volksleben zeigen die malerische Schönheit der heimischen Natur und Architektur.

Aktuelle ÖIF-Informationsangebote für ukrainische Vertriebene

Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs stellt der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) zahlreiche Angebote für vertriebene Ukrainer/innen zur Verfügung, darunter auch Beratungen im Rahmen der ServicePoints, bei denen Fragen rund um die ersten Schritte in Österreich geklärt und weiterführende Informationen zu Deutschkursmöglichkeiten und Integrationsangeboten vermittelt werden. Für Anfragen zur ersten Orientierung in Österreich stehen neben der ÖIF-Ukraine-Hotline auch der WhatsApp-Info-Service des ÖIF unter der Telefonnummer +43 1 715 10 51 – 120 zur Verfügung. Es werden Fragen zu Deutschkursen, Wohnen, Berufseinstieg, Anerkennung von Qualifikationen, Behördenwegen sowie zu Schulsystem und Bildungsmöglichkeiten beantwortet. Weitere Informationen zu den Angeboten des ÖIF für vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer finden Sie unter www.integrationsfonds.at/ukraine.

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