30.03.2026, 10:23 Uhr

Afghanische Botschafterin Manizha Bakhtari zu Besuch im ÖIF-Frauenzentrum

Frauenrechte, Integration und Selbstbestimmung waren zentrale Themen des Vortrages der afghanischen Botschafterin

Gruppenfoto von etwa 30 Frauen in einem Raum. Die Teilnehmerinnen stehen auf einer roten Stufe und sind in unterschiedlichen Outfits gekleidet. Der Hintergrund zeigt Fenster und eine Präsentationswand mit einem Logo. Sie wirken konzentriert und freundlich.

Die Teilnehmerinnen des Seminars mit Frau Botschafterin Manizha Bakhtari in der Mitte © ÖIF

Eine Person spricht vor einer Gruppe von Menschen in einem Seminarraum. Im Hintergrund steht ein Banner mit dem Schriftzug "Integration in Österreich". Die Anwesenden tragen verschiedene Kopfbedeckungen und hören aufmerksam zu.

Botschafterin Manizha Bakhtari gab den afghanischen Frauen Input. © ÖIF

Im Rahmen eines Seminars im Frauenzentrum des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) war die afghanische Botschafterin Manizha Bakhtari zu Gast. In ihrem Vortrag sprach sie über ihren persönlichen Lebensweg, ihre diplomatische Tätigkeit sowie über die aktuelle Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan. 

Bakhtari lebt seit 2021 in Österreich und befindet sich in einer besonderen Situation: Nach der Machtübernahme der Taliban hat das Außenministerium Bakhtari abberufen, da sie die Regierung nicht anerkennt. Seither setzt sie ihre diplomatische Tätigkeit fort und engagiert sich weiterhin für die Rechte von afghanischen Frauen und Mädchen. In ihrem Vortrag gab sie Einblicke in ihre Arbeit und thematisierte zentrale Fragen rund um Frauenrechte, Chancen und Freiheiten in Österreich – insbesondere im Vergleich zur aktuellen Lage in Afghanistan, wo die Rechte von Frauen seit der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 massiv eingeschränkt sind. 

Ein besonderer Fokus lag in ihrem Seminar auf der Stärkung von Frauen und ihren Perspektiven in Österreich. Rund 40 afghanische Frauen nahmen an der Veranstaltung teil. Bakhtari ermutigte sie, ihr Leben in Österreich aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. Als erfolgreiche Frau mit internationaler Erfahrung fungierte sie als Vorbild und vermittelte Motivation, Selbstvertrauen und zeigte Zukunftsperspektiven auf. 

Herausforderungen und Chancen für afghanische Frauen in Österreich 

Im Jahr 2025 lebten rund 50.000 afghanische Staatsbürger/innen in Österreich. Afghanische Frauen stehen im Integrationsprozess häufig vor besonderen Herausforderungen: Die Erwerbsbeteiligung liegt mit 24,3% deutlich unter jener von Frauen ohne Migrationshintergrund (73,7%). Das liegt unter anderem auch daran, dass Frauen aus Afghanistan im Durschnitt mehr Kinder als Frauen in Österreich haben (2,46 im Vergleich zu 1,22).

Das ÖIF-Frauenzentrum 

Ein zentraler Arbeitsschwerpunkt des ÖIF ist die Förderung und Unterstützung von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Die ÖIF-Frauenzentren bieten Zuwanderinnen eine breite Palette an mehrsprachigen Seminaren, Sprechstunden und Beratungen zu Berufs- und Bildungschancen, Gesundheit und Familie sowie Gewaltprävention und Selbstbestimmung an. In den ÖIF-Frauenzentren in Wien und Graz werden von Gewalt betroffene Frauen mit Fluchthintergrund beraten und direkt an jene Organisationen vermittelt, die sich intensiv mit Gewaltschutz auseinandersetzen und konkrete Hilfestellungen für den Einzelfall bieten. Das ÖIF-Frauenzentrum kann hier eine erste niederschwellige Anlaufstelle sein. Alle Informationen zu den ÖIF-Angeboten zur Stärkung und Förderung von Frauen und den Frauenzentren finden Sie unter www.integrationsfonds.at/frauen

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