09.03.2026, 13:37 Uhr

Neues ÖIF-Seminarprogramm: Fokus auf Deutsch und Arbeit, Frauenförderung, Extremismusprävention und Integration in Bildungseinrichtungen

Fachwissen und Handlungsoptionen aus erster Hand: 50 kostenlose Weiterbildungen und Tagungen mit Fachexpert/innen stärken Integration und Zusammenleben

Broschüre des Seminarprogramms Frühling 2026

Broschüre des Seminarprogramms Frühling 2026

Die Integration von Zuwander/innen gezielt fördern, ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen unterstützen, kulturellen Unterschieden professionell begegnen und Gewaltmuster frühzeitig erkennen: Das neue Seminarprogramm des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bietet im Frühjahr 2026 rund 50 kostenlose Weiterbildungen, Workshops und Tagungen für alle, die in ihrem Berufs- oder Alltagsleben mit Integration zu tun haben – wie etwa Pädagog/innen, Vertreter/innen von Behörden, Gemeinden und Unternehmen, Personal im Gesundheitsbereich oder Lehrkräfte in Deutschkursen. 

Der ÖIF bietet mit dem Seminarprogramm kostenlose Weiterbildungen, Workshops und Tagungen zu sieben zentralen Themenfeldern an: 

  • Deutsch lernen 
  • Arbeitsmarkt
  • Frauenförderung und Maßnahmen für Männer
  • Engagement gegen Antisemitismus
  • Sicherheit, Radikalisierung und Extremismus
  • Diskriminierung und Cybermobbing
  • Integration in Schule und Kindergarten 

Gewaltprävention und Stärkung von Frauen und Mädchen im Fokus

Ein Schwerpunkt des aktuellen Seminarprogramms liegt auf der Förderung eines selbstbestimmten Lebens von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund. Seminare behandeln verschiedene Strategien zur Förderung eines selbstbestimmten Lebens und beinhalten Hintergrundwissen, Ansätze der Gewaltprävention, etwa im Zusammenhang mit weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) und Zwangsheirat, sowie Informationen zur Situation weiblicher Flüchtlinge und Zuwanderinnen. Fachbeiträge von Samra Horić-Kiliç (Gewaltschutzzentrum Wien), Katie Klaffenböck (IOM) und Tamara Schmidt (LEFÖ), Hilde Wolf (FGM/C-Koordinationsstelle), Umyma El-Jelede und Friederike Widholm (FEM Süd) bieten praxisnahe Handlungsempfehlungen und stärken die Handlungssicherheit im beruflichen Alltag. Susanne Schröter (ehem. Leiterin Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam) beleuchtet in ihrem Präsenz-Seminar am 16. April 2026 Geschlechterrollen im Islam und zeigt Möglichkeiten auf, Diskriminierung von muslimischen Mädchen und Frauen zu erkennen und ihr entgegenzuwirken.

Expert/innen-Tagung zur Integration von Männern 

Am 20. Mai 2026 steht im Rahmen der Expert/innen-Tagung „Maßnahmen für Männer – Rollenbilder und Prävention“ das frühe Erkennen von Gewaltmustern und wirksame Prävention im Mittelpunkt. Vier Fachleute bringen praktische Perspektiven ein: Emina Šarić (Integrationsexpertin) und Thomas Franklin (Leiter der Kriminalpolizei Wien-Donaustadt) vermitteln Strategien für den professionellen Umgang mit Konflikten, problematischen Rollenbildern und Gewaltmustern im Alltag. Hamzeh Laila (Leiter Maßnahmen für Männer im ÖIF) und Julia Rothbauer (Leiterin Wissensmanagement im ÖIF) präsentieren wissenschaftliche Ergebnisse zur Integration von Migranten und männlichen Flüchtlingen und daran anknüpfende Impulse für die Praxis.

Gezielt gegen Antisemitismus und Extremismus

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Nahostkonflikt und antisemitischer Vorfälle im Integrationskontext setzt das Seminarprogramm auch im Frühjahr 2026 einen Schwerpunkt auf Antisemitismus- und Radikalisierungsprävention. Am 18. Juni 2026 vermittelt der Extremismus-Präventionsexperte Ahmad Mansour Strategien zur Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention. Weitere Expert/innen wie Claudia Dantschke (Leiterin HAYAT – Beratungsstelle für Angehörige von sich radikalisierenden Personen), Thomas Mücke (Pädagoge und Politologe), Maynat Kurbanova (Autorin und Journalistin), Ferdinand J. Haberl (stv. Direktor der Dokumentationsstelle Politischer Islam) widmen sich in weiteren Seminaren dem Erkennen von Radikalisierungsanzeichen, Indoktrinierungsversuchen über Social Media sowie Ansätzen der Deradikalisierung.

Unterstützung für Lehrkräfte in Deutschkursen 

Das Erlernen der deutschen Sprache ist ein Schlüssel der Integration, daher liegt ein besonderer Fokus auf dem Spracherwerb. Das Fortbildungsangebot greift aktuelle Herausforderungen im Sprachunterricht auf und vermittelt Lehrkräften in Deutsch- und Alphabetisierungskursen didaktische Konzepte, digitale Werkzeuge sowie den sinnvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz für das Deutschlehren und -lernen im Unterricht. Die Themen reichen von der Unterrichtsgestaltung für niedrige Sprachniveaus über interaktive Ansätze bis hin zum Unterrichten von Personen mit Traumaerfahrungen. 

Hohe Zufriedenheit und breites Angebot

Das ÖIF-Seminarprogramm bietet Expertenwissen und Handlungsoptionen aus erster Hand für Praktiker/innen im Feld der Integration: Über 11.700 Personen haben bisher an den kostenlosen Fortbildungen teilgenommen. Neun von zehn Teilnehmer/innen stellen den Kursen ein gutes Zeugnis aus und empfehlen das Seminarprogramm weiter. 

Alle Termine und Anmeldung unter: www.integrationsfonds.at/seminare

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