Pflege als Berufschance: Rund 90 Flüchtlinge und Vertriebene bei Karriereplattform zu Pflege- und Gesundheitsberufen in Villach
Über 90 arbeitssuchende Flüchtlinge und Vertriebene aus ÖIF-Deutschkursen nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über konkrete Jobchancen zu informieren. ©ÖIF
v.l.n.r. Iryna Novopoltseva, Pflegelandesrätin Beate Pretter, Julia Novopoltseva und Martin Häusl (Leitung ÖIF-Integrationszentrum Kärnten) ©ÖIF
Die Kooperationspartner/innen der Karriereplattform Pflege mit Pflegelandesrätin Prettner ©ÖIF
Am Dienstag, 5. Mai 2026, fand eine Karriereplattform des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zum Schwerpunkt Gesundheits- und Pflegeberufe in Kooperation mit dem Land Kärnten und der Stadt Villach statt. Im Rahmen der Veranstaltung hatten rund 90 Flüchtlinge und Vertriebene die Möglichkeit, sich über offene Stellen sowie Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich zu informieren. Das Landeskrankenhaus Villach, das BFI Kärnten, das AMS Kärnten, die Stadt Villach, die Abteilung für Gesundheit und Pflege des Landes Kärnten, sowie die Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege in Villach und Klagenfurt und die Schulen für Sozialbetreuungsberufe in Waiern, Klagenfurt und Wolfsberg, stellten dabei ihre Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten vor.
Der ÖIF informierte zu berufsbegleitenden Deutschlernangeboten. Laut der Pflegepersonalbedarfsprognose der Gesundheit Österreich (GÖG) fehlen bis zum Jahr 2050 in Österreich rund 200.000 Pflege- und Betreuungspersonen.
Pflege- und Gesundheitslandesrätin Dr. Beate Prettner dankt dem ÖIF für das Format der Karriereplattform: „Der Pflegeberuf ist nicht nur sinnstiftend, er ist auch existenzsichernd, zukunfts- und krisensicher. Auch in Kärnten ist der Bedarf an Fach- und Hilfskräften enorm – wir müssen jährlich rund 400 Menschen in diesen Beruf bringen. Ohne Mitarbeitende aus dem Ausland würde dies nicht gelingen. Gute Deutschkenntnisse in der Pflege sind eine Schlüsselqualifikation, denn sie erleichtern die Kommunikation und erhöhen die Qualität der Betreuung. Besonders hat es mich gefreut, dass heute auch zwei Teilnehmer/innen der ersten Karriereplattform, die in Kärnten stattgefunden hat, mit dabei waren und den heutigen Teilnehmer/innen aus erster Hand von ihren Erfahrungen beim Einstieg in Pflegeberufe berichten konnten.“
Vzbgm.Mag. Gerda Sandriesser:„Wir alle wissen, dass der Pflegeberuf immer wichtiger wird und dass es ebenso immer schwieriger wird, passendes Personal zu finden, um die Versorgung Pflegebedürftiger sicherzustellen. Es ist aber nicht einfach nur irgendein Beruf, den man ergreift. Man muss es gerne tun, um es gut machen zu können. Darum setzen wir uns dafür ein, dass Interessierte mit unmittelbarem Migrationshintergrund in Villach die Möglichkeit bekommen, sich aus erster Hand darüber zu informieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten es im Kärntner Zentralraum gibt.“
Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums in Kärnten: „Gerade im Gesundheits- und Pflegebereich besteht ein besonders hoher Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Mit diesen Karriereplattformen schafft der ÖIF in ganz Österreich eine direkte Verbindung zwischen Pflegeeinrichtungen mit Personalbedarf und arbeitssuchenden Teilnehmer/innen aus den ÖIF-Deutschkursen. Heute konnten so rund 90 Zuwander/innen in Villach berufliche Perspektiven im Pflegebereich kennenlernen.“
ÖIF informiert in ganz Österreich über Einstiegsmöglichkeiten in Pflege- und Gesundheitsberufe
Um arbeitssuchende Teilnehmer/innen aus ÖIF-Deutschkursen über Beschäftigungsmöglichkeiten im Pflege- und Gesundheitsbereich zu informieren, organisiert der ÖIF eigene Karriereplattformen in ganz Österreich. Im Rahmen dieser Info-Veranstaltungen informieren Einrichtungen wie das AKH Wien, die Innsbrucker Sozialen Dienste, die KAGes, die AUVA, die Caritas oder das Rote Kreuz über offene Stellen und über Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich. Vor Ort haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, mit Recruiter/innen erste Bewerbungsgespräche zu führen und sich auf offene Stellen bzw. Ausbildungsplätze zu bewerben. Veranstaltungen dieser Art haben bereits in ganz Österreich stattgefunden, es finden laufend Termine in ganz Österreich statt.
Förderungen für Personen im Nostrifizierungsverfahren zu Gesundheits- und Pflegeberufen
Das ÖIF-Integrationsservice für Fachkräfte bietet Fördermöglichkeiten für die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und Qualifikationen im Gesundheits- und Pflegebereich an, damit diese möglichst rasch in Österreich eingesetzt werden können. Refundiert werden Studienbeiträge von einer österreichischen Universität oder einer österreichischen Fachhochschule für Zuwander/innen während der Nostrifizierung von Gesundheitsberufen wie etwa Ärzt/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen oder Hebammen. Erstattungsfähig sind zudem etwa Kosten für die Ausstellung von Anerkennungsbescheiden, Bewertungen und Übersetzungskosten für Dokumente und Zeugnisse.
Breite Palette an Deutschlernangeboten fördert Spracherwerb neben Beruf
Mit einem umfassenden Angebot zum berufsbegleitenden Deutschlernen bietet der ÖIF Zuwander/innen und Flüchtlingen die Möglichkeit, auch neben ihrer Erwerbstätigkeit oder Betreuungsverpflichtungen rund um die Uhr und ortsunabhängig ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Neben klassischen Deutschkursen zu Randzeiten und an Wochenenden können sie auf Sprachportal.at, der größten Online-Deutschlernplattform im deutschsprachigen Raum, kostenlose, berufsspezifische Kurse des ÖIF in Anspruch nehmen, um die fachspezifischen Sprachkenntnisse für ihre Branche zu erweitern und zu vertiefen: So stehen etwa Kurse für Gastronomie, Hotellerie und Tourismus, Lebensmittelhandel oder Pflege zur Verfügung. Der Online-Fachsprachenkurs „Deutsch lernen für die Pflege“ ist ein berufsspezifisches Angebot für alle, die sich für eine Ausbildung im Pflegebereich interessieren, sich bereits in einer Pflegeausbildung befinden oder in einem Pflegeberuf tätig sind. Dazu zählen insbesondere Pflegefachassistent/innen, Pflegeassistent/innen, Personen in Sozialbetreuungsberufen mit Schwerpunkt Altenarbeit, Heimhelfer/innen sowie 24-Stunden-Betreuer/innen. Der Kurs umfasst über 1.000 Übungen und vermittelt praxisnahen, medizinischen Fachwortschatz sowie kommunikative Fähigkeiten anhand praxisbezogener Situationen aus dem Berufsalltag.