Pflege als Berufschance: Über 200 Flüchtlinge und Vertriebene bei ÖIF-Karriereplattform in Innsbruck
Über 200 arbeitssuchende ukrainische Vertriebene und Flüchtlinge erhielten vor Ort die Möglichkeit, sich direkt über offene Stellen, Ausbildungswege und Beschäftigungsmöglichkeiten bei Pflegeunternehmen zu informieren. © ÖIF
v.l.n.r. Lena Weithaler (Leitung Team Veranstaltungen im ÖIF) , Vizebürgermeister Georg Willi, Maria Schöpf (Leitung ÖIF-Integrationszentrum Tirol) , Timo Andreas Bovelino (Bereichsleitung Integrationszentren im ÖIF) © ÖIF
Teilnehmer/innen aus ÖIF-Deutschkursen informierten sich über Einstiegsmöglichkeiten in die Pflege. © ÖIF
Am Mittwoch, 1. April 2026, fand eine Karriereplattform des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Innsbruck zum Schwerpunkt Gesundheits- und Pflegeberufe statt. Über 200 arbeitssuchende ukrainische Vertriebene sowie Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte erhielten vor Ort die Möglichkeit, sich direkt bei Unternehmen über potenzielle Stellen zu informieren. Austragungsort der Veranstaltung war die Stadtbibliothek Innsbruck.
An der Informationsveranstaltung nahmen Einrichtungen wie die Innsbrucker Sozialen Dienste, die Tirol Kliniken GmbH, die Tiroler Sozialen Dienste, die AMG Tirol, das AMS, die Wirtschaftskammer Tirol, ZeMIT sowie das Ausbildungszentrum West / die Fachhochschule Gesundheit teil. Auch Innsbrucks Vizebürgermeister Georg Willi war vor Ort und eröffnete die Veranstaltung.
Georg Willi, Vizebürgermeister: „Gerade im Pflegebereich zeigt sich, wie wertvoll die Karriereplattform des ÖIF ist: Sie bringt motivierte Menschen mit einem Sektor zusammen, der dringend Fachkräfte braucht. Damit schaffen wir nicht nur neue berufliche Perspektiven für Menschen, die in Innsbruck eine neue Heimat gefunden haben, sondern sichern zugleich die Versorgung und Lebensqualität unserer Bürger:innen. Eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt wird so zum Gewinn für alle.“
Timo Andreas Bovelino, Bereichsleitung Integrationszentren im ÖIF: „Vor dem Hintergrund des hohen Fachkräftemangels im Pflegebereich informiert der ÖIF Zuwander/innen in ganz Österreich über Berufschancen im Pflegebereich. Es freut mich, dass heute über 200 Teilnehmer/innen aus ÖIF-Deutschkursen in Innsbruck die Möglichkeit haben, Ausbildungswege im Pflegebereich kennenzulernen und mit potenziellen Arbeitgeber/innen ins Gespräch zu kommen.“
Bewerbungen gleich vor Ort möglich
Die Teilnehmer/innen hatten direkt vor Ort die Möglichkeit sich bei den ausgestellten Betrieben zu bewerben, oder einen Termin für ein weiterführendes Bewerbungsgespräch zu vereinbaren. Seitens des ÖIF wurden CV-Checks durchgeführt, um die Lebensläufe der Teilnehmer/innen zu verbessern und hilfreiche Tipps für ihre weiteren Bewerbungen zu sammeln – auch über die berufsbegleitenden Deutschlernangebote wurde informiert. Laut der Pflegepersonalbedarfsprognose der Gesundheit Österreich (GÖG) fehlen bis zum Jahr 2050 in Österreich rund 200.000 Pflege- und Betreuungspersonen. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in Österreich lag der Fokus der Informationsveranstaltung darauf, einen raschen Einstieg in Pflege- und Gesundheitsberufe zu ermöglichen sowie den Teilnehmer/innen Informationen über das Berufsfeld niederschwellig zugänglich zu machen.
ÖIF informiert in ganz Österreich über Einstiegsmöglichkeiten in Pflege- und Gesundheitsberufe
Um arbeitssuchende Teilnehmer/innen aus ÖIF-Deutschkursen über Beschäftigungsmöglichkeiten im Pflege- und Gesundheitsbereich zu informieren, organisiert der ÖIF eigene Karriereplattformen in ganz Österreich, Termine finden laufend statt. Im Rahmen dieser Info-Veranstaltungen informieren Einrichtungen wie das AKH, die Innsbrucker Sozialen Dienste, die AUVA, die Caritas oder das Rote Kreuz über offene Stellen und über Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheits- und Pflegebereich.
Unterstützung seitens des ÖIF bei der Berufsanerkennung im Gesundheits- und Pflegebereich
Das ÖIF-Integrationsservice für Fachkräfte hat 2024 die Fördermöglichkeit für die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und Qualifikationen im Gesundheits- und Pflegebereich gezielt ausgebaut, damit diese möglichst rasch in Österreich eingesetzt werden können. Refundiert werden Studienbeiträge von einer österreichischen Universität oder einer österreichischen Fachhochschule für Zuwander/innen während der Nostrifizierung von Gesundheitsberufen wie etwa Ärzt/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger/innen oder Hebammen.
Kostenlose Sprachlernmaterialen am ÖIF-Sprachportal
Neben den im Integrationsgesetz festgeschriebenen Deutschkursen stellt der ÖIF allen Zuwander/innen unabhängig vom Aufenthaltstitel am frei zugänglichen ÖIF-Sprachportal ein umfassendes Angebot an Online-Deutschkursen und Lernangeboten zur Verfügung. Dort finden sich über 5.000 interaktive Übungen, mehr als 500 audiovisuelle Features und wöchentlich über 70 Live-Online-Kurse. Zusätzlich bietet der ÖIF auf sprachportal.at den frei zugänglichen Online-Deutschkurs „Deutsch lernen für die Pflege“ an: Der berufsspezifische Kurs richtet sich an Personen, die sich für eine Ausbildung im Pflegebereich interessieren, sich bereits in einer Pflegeausbildung befinden oder sogar einem Pflegeberuf nachgehen. Der Kurs enthält Übungen zu berufsspezifischem, medizinischem Wortschatz und Sprechen mit praxisnahen Situationen aus dem Berufsalltag.