Geschlechterrollen im Islam: Tradition, Reform und Feminismus
© Olha Soldatenko_ÖIF
Laut Integrationsbarometer 2025 äußern rund 60 % der Österreicher/innen Sorge über eine mögliche Verbreitung des politischen Islams. Auch Susanne Schröter sieht hier eine gesellschaftliche Herausforderung. In ihrem Seminar „Geschlechterrollen im Islam: Tradition, Reform und Feminismus“ gab sie fundierte Einblicke in die Rolle von Frauen in unterschiedlichen muslimischen Kontexten sowie in Möglichkeiten, Diskriminierung von Mädchen und Frauen zu erkennen und ihr entgegenzuwirken.
Susanne Schröter ist eine renommierte deutsche Ethnologin und Hochschullehrerin. Bis September 2025 war sie Professorin am Institut für Ethnologie sowie Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für politischen Islam, Säkularisierungsprozesse und Geschlechterfragen.
Im Vortrag arbeitete Schröter die Unterschiede zwischen dem Islam als Religion und dem politischen Islam heraus und ordnete diese historisch ein. Darüber hinaus thematisierte sie Frauenrechte in verschiedenen muslimisch geprägten Gesellschaften sowie die Bedeutung von Säkularisierung und Bildung für gesellschaftliche Entwicklungen. Bildung, insbesondere von Mädchen und Frauen, sieht sie als zentralen Motor für mehr Selbstbestimmung und Gleichberechtigung.
Autoritäre gesellschaftliche und politische Strukturen beschrieb Schröter als begünstigenden Faktor für Radikalisierungstendenzen. Diese seien häufig mit rigiden Geschlechterrollen verbunden und könnten problematische Entwicklungen wie Zwangsverheiratungen, “Gewalt im Namen der Ehre“ oder andere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt verstärken.
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