20.04.2026, 12:41 Uhr

Geschlechterrollen im Islam: Tradition, Reform und Feminismus

Ethnologin und Autorin Susanne Schröter gab im Zuge des ÖIF-Seminarprogramms einen Vortrag im Integrationszentrum Wien

Eine Referentin steht an einem Pult und spricht vor einem Publikum in einem Seminarraum. Im Hintergrund ist eine Präsentationsfolie mit dem Titel „Leben Mohammeds“ zu sehen. Die Zuhörer sind größtenteils von hinten zu sehen und konzentrieren sich auf die Vortragende.

© Olha Soldatenko_ÖIF

Laut Integrationsbarometer 2025 äußern rund 60 % der Österreicher/innen Sorge über eine mögliche Verbreitung des politischen Islams. Auch Susanne Schröter sieht hier eine gesellschaftliche Herausforderung. In ihrem Seminar „Geschlechterrollen im Islam: Tradition, Reform und Feminismus“ gab sie fundierte Einblicke in die Rolle von Frauen in unterschiedlichen muslimischen Kontexten sowie in Möglichkeiten, Diskriminierung von Mädchen und Frauen zu erkennen und ihr entgegenzuwirken. 

Susanne Schröter ist eine renommierte deutsche Ethnologin und Hochschullehrerin. Bis September 2025 war sie Professorin am Institut für Ethnologie sowie Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für politischen Islam, Säkularisierungsprozesse und Geschlechterfragen. 

Im Vortrag arbeitete Schröter die Unterschiede zwischen dem Islam als Religion und dem politischen Islam heraus und ordnete diese historisch ein. Darüber hinaus thematisierte sie Frauenrechte in verschiedenen muslimisch geprägten Gesellschaften sowie die Bedeutung von Säkularisierung und Bildung für gesellschaftliche Entwicklungen. Bildung, insbesondere von Mädchen und Frauen, sieht sie als zentralen Motor für mehr Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. 

Autoritäre gesellschaftliche und politische Strukturen beschrieb Schröter als begünstigenden Faktor für Radikalisierungstendenzen. Diese seien häufig mit rigiden Geschlechterrollen verbunden und könnten problematische Entwicklungen wie Zwangsverheiratungen, “Gewalt im Namen der Ehre“ oder andere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt verstärken. 

Jetzt anmelden: ÖIF-Seminarprogramm bietet 50 kostenlose Fortbildungen zu Integration und Migration 

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) bietet mit dem Seminarprogramm kostenlose Weiterbildungen, Workshops und Tagungen zu sieben zentralen Themenfeldern an: Deutsch lernen, Arbeitsmarkt, Frauenförderung und Maßnahmen für Männer, Engagement gegen Antisemitismus, Sicherheit, Radikalisierung und Extremismus, Diskriminierung und Cybermobbing sowie Integration in Schule und Kindergarten.  

Im Frühjahr 2026 werden rund 50 kostenlose Weiterbildungen, Workshops und Tagungen für alle geboten, die in ihrem Berufs- oder Alltagsleben mit Integration zu tun haben – wie etwa Pädagog/innen, Vertreter/innen von Behörden, Gemeinden und Unternehmen, Personal im Gesundheitsbereich oder Lehrkräfte in Deutschkursen.  

Ziel ist es, die Integration von Zuwander/innen gezielt zu fördern, ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und Frauen zu unterstützen, kulturellen Unterschieden professionell zu begegnen und potenzielle Gewaltmuster frühzeitig zu erkennen.  

Weitere Informationen und Anmeldung zum ÖIF-Seminarprogramm unter www.integrationsfonds.at/seminare

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