75 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention: Factsheet von ÖIF und UNHCR zeigt aktuelle Entwicklungen zu Flucht, Asyl und Integration
Die Asylanträge und Asylanerkennungen in Österreich sind nach den Höchstständen der vergangenen Jahre zuletzt deutlich zurückgegangen. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Genfer Flüchtlingskonvention veröffentlichen der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) und das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) ein gemeinsames Factsheet mit aktuellen Zahlen und Entwicklungen zu Flucht, Asyl und Integration in Österreich und weltweit. Das Factsheet steht auf der ÖIF-Website zum Download zur Verfügung.
Weltweit rund 28,5 Millionen Flüchtlinge – zwei Drittel stammen aus fünf Herkunftsländern
Seit der Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention vor 75 Jahren ist die Zahl der Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat weltweit deutlich gestiegen. Während 1951 weltweit rund 2,1 Millionen Menschen als Flüchtlinge registriert waren, lag ihre Zahl 2025 bei rund 28,5 Millionen. Im Vergleich zu 1951 lag die Zahl der Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat 2025 mehr als 13-mal so hoch. Rund zwei Drittel aller Flüchtlinge stammen aus nur fünf Herkunftsländern: der Ukraine (5,2 Mio.), Syrien (4,9 Mio.), dem Sudan (2,8 Mio.), Afghanistan (2,7 Mio.) und dem Südsudan (2,4 Mio.). Die größten Aufnahmeländer waren Deutschland (2,7 Mio.), die Türkei (2,4 Mio.) und Uganda (1,9 Mio.).
Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat weltweit seit 1951
8 von 10 Flüchtlingen in Österreich stammen aus Syrien, der Ukraine oder Afghanistan
1951 lebten rund 282.000 Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat in Österreich. Nach einem deutlichen Rückgang in den darauffolgenden Jahrzehnten stiegen die Zahlen infolge der Fluchtbewegungen seit 2015 und insbesondere durch den Krieg in der Ukraine wieder an. 2025 lebten rund 286.700 Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat in Österreich, die häufigsten Herkunftsländer waren Syrien (35 %), die Ukraine (32 %) und Afghanistan (16 %).
Asylanträge und Asylanerkennungen zuletzt deutlich zurückgegangen
Nach dem Höchststand von 112.300 Asylanträgen im Jahr 2022 gingen die Zahlen in Österreich deutlich zurück. Im Jahr 2025 wurden rund 16.700 Asylanträge registriert. Die meisten Anträge entfielen auf Personen aus Afghanistan (5.200), Syrien (4.500) und Somalia (1.000). Gemeinsam machten diese drei Herkunftsländer mehr als 60 % aller Asylanträge aus.
Entwicklung der Asylanträge in Österreich seit 2010
(Skala bis 120.000)
Auch die Zahl der positiven Asylanerkennungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Nach rund 17.300 Asylanerkennungen im Jahr 2023 wurden 2025 rund 8.400 Personen als Flüchtlinge anerkannt. Mehr als 80 % der positiven Entscheidungen entfielen auf Personen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Der Frauenanteil unter den Asylanerkennungen erreichte 2025 mit 54% den höchsten Wert seit 2014
Entwicklung der Asylanerkennungen in Österreich seit 2014
(Skala bis 25.000)
Über die Genfer Flüchtlingskonvention
Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde am 28. Juli 1951 verabschiedet und bildet bis heute das zentrale völkerrechtliche Fundament des internationalen Flüchtlingsschutzes. Sie definiert, wer als Flüchtling gilt, welche Rechte und Pflichten Flüchtlinge haben und wer für deren Umsetzung verantwortlich ist. Die Konvention regelt den Umgang mit Personen, die sich aus begründeter Furcht vor Verfolgung außerhalb ihres Herkunftslandes befinden. Als Verfolgungsgründe nennt die Konvention Rasse, Religion, Nationalität und Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politische Überzeugung. Ursprünglich war die Konvention stark auf europäische Flüchtlinge infolge des Zweiten Weltkrieges ausgerichtet. Durch das Protokoll von 1967 wurde ihr Anwendungsbereich zeitlich und geografisch erweitert. Heute sind 149 Staaten der Genfer Flüchtlingskonvention und/oder dem Protokoll von 1967 beigetreten.
Über den Österreichischen Integrationsfonds
Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) wurde 1960 durch das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und das Bundesministerium für Inneres unter dem Namen „Flüchtlingsfonds der Vereinten Nationen“ gegründet. Der ÖIF ist seit 1998 für die Integrationshilfe nach dem Asylgesetz verantwortlich, seit 2017 für die umfassende Abwicklung von Integrationsmaßnahmen nach dem Integrationsgesetz. Seit dem Jahr 2021 koordiniert der ÖIF die staatlich geförderten Deutschkurse für Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte in ganz Österreich, seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine auch für Vertriebene aus der Ukraine.