06.12.2022, 10:58 Uhr

Europäische Partnerstädte: Vorstellung des deutsch-ukrainischen ÖIF-Gedichtbands in Klagenfurt und Czernowitz (Ukraine)

Gedichte von Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka; gelesen und diskutiert von Prof. Alois Woldan und Ukrainerinnen

Alois Woldan, Julia Pinzenik, Martin Häusl, Olena Chudovets, Mandana Poureh und Alexander Dubowy bei der Lesung in Klagenfurt © Helge Bauer

Die ukrainischen Texte lasen die aus der Ukraine stammenden ÖIF-Mitarbeiterinnen Julia Pinzenik und Olena Chudovets. © Helge Bauer

Der deutsch-ukrainische Gedichtband „Von Sehnsucht und Heimat“ wurde im Klagenfurter Konzerthaus vorgestellt. © Helge Bauer

Am Montag, den 5. Dezember 2022, lud der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) – mit Unterstützung des Landes Kärnten, des Zukunftsfonds Österreich und der Sektion für Auslandskultur des Außenministeriums – zur Vorstellung des deutsch-ukrainischen Gedichtbands „Von Sehnsucht und Heimat“ ins Klagenfurter Konzerthaus. Am 7. Dezember findet mit Unterstützung des Kunstmuseums von Czernowitz die Vorstellung in Klagenfurts Partnerstadt Czernowitz in der Ukraine statt.

Der Band enthält ausgewählte Werke der beiden Lyrikerinnen Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka in Originalsprache mit literarischen Übersetzungen ins Ukrainische bzw. Deutsche, illustriert mit Bildern von Augusta Kochanowska. Rund 80.000 Ukrainer/innen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, befinden sich derzeit in Österreich.

ÖIF-Direktor Franz Wolf: „Die Ukraine hat eine enge historische Verbindung zur Geschichte Österreichs. Viele Ukrainer/innen in Österreich sind sich dessen bewusst. Gemeinsame Geschichte, Kultur und Tradition kann in schwierigen Zeiten Halt geben.“

Von Wien bis in die Bukowina: Gedichte von Lesja Ukrajinka und Rose Ausländer
Beide Dichterinnen stehen exemplarisch für eine nationale wie auch regionale literarische Tradition: Lesja Ukrajinka für die ukrainische Dichtung; Rose Ausländer für die deutsch-jüdische Dichtung der Bukowina, die im 20. Jahrhundert Weltgeltung gewann. Entstanden ist der Gedichtband in Kooperation mit der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten sowie mit Unterstützung von Alois Woldan, Professor für Slawische Literaturen an der Universität Wien. Prof. Alois Woldan stellte die Werke von Rose Ausländer und Lesja Ukrajinka vor. Die entsprechenden ukrainischsprachigen Texte lasen die beiden aus der Ukraine kommenden ÖIF-Mitarbeiterinnen Olena Chudovets und Julia Pinzenik. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom ukrainischen Pianisten Viktor Pelepchuk.

Die Künstlerinnen des Gedichtbands: Drei die Ukraine prägende Frauen
Während Lesja Ukrajinka in der Konvention der Lyrik des 19. Jahrhunderts Reim und Metrum gebraucht, ist Rose Ausländer sehr bald von dieser Konvention abgekommen und hat vor allem unter dem Eindruck des amerikanischen Exils begonnen, Verse in freien Rhythmen zu schreiben. Beide Dichterinnen sind in gleicher Weise wichtig für die ukrainische und für die europäische Literatur, beide verkörpern Traditionen des Landes. Die ukrainische Künstlerin Augusta Kochanowska, geboren in Czernowitz, studierte von 1894 bis 1899 an der Wiener Akademie der Künste. Ihre Zeichnungen, Skizzen und Szenen aus dem Volksleben zeigen die malerische Schönheit der heimischen Natur und Architektur.

Aktuelle ÖIF-Informationsangebote für ukrainische Vertriebene
Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs stellt der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) zahlreiche Angebote für vertriebene Ukrainer/innen zur Verfügung, darunter auch Beratungen im Rahmen der ServicePoints mit Informationen zu den ersten Schritten in Österreich und weiterführenden Informationen zu Deutschkursen und Integrationsangeboten. Für Anfragen zur ersten Orientierung in Österreich stehen neben der ÖIF-Ukraine-Hotline auch der WhatsApp-Info-Service des ÖIF unter der Telefonnummer +43 1 715 10 51 – 120 zur Verfügung. Es werden Fragen zu Deutschkursen, Wohnen, Berufseinstieg, Anerkennung von Qualifikationen, Behördenwegen sowie zu Schulsystem und Bildungsmöglichkeiten beantwortet. Weitere Informationen zu den Angeboten des ÖIF für vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer gibt es unter www.integrationsfonds.at/ukraine.

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