19.03.2026, 10:36 Uhr

ÖIF-Deutschkurse: Mehr Verbindlichkeit, verpflichtendes Selbstlernen und digitale Kompetenzen als fixer Bestandteil

Start ab April 2026: Neue ÖIF-Deutschkurse an rund 250 Standorten / Deutschlernen und Arbeiten Hand in Hand / Zusätzliche Unterstützung für Frauen und Eltern

Ein Mann mit Glatze sitzt an einem Tisch und studiert ein Buch, während er mit einem Stift Notizen macht. Im Hintergrund sind weitere Personen zu sehen, die ebenfalls lernen. Der Raum ist hell und modern eingerichtet.

Deutsch ist die Grundlage für gelingendes Zusammenleben in Österreich. Eine gemeinsame Sprache verbindet Menschen, schafft Zugehörigkeit und bildet das Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ist gemäß Integrationsgesetz die zentrale Anlaufstelle für das Deutschlernen im Integrationsbereich. Wer in Österreich Schutz erhalten hat oder als Vertriebener hier lebt und Deutsch lernen muss, erhält beim ÖIF flächendeckend qualitätsgesicherte Kurse. Die ÖIF-Deutschkurse werden an rund 250 Kursstandorten in ganz Österreich durchgeführt – von der Alphabetisierung bis zum Sprachniveau C1. Nun entwickelt der ÖIF die Deutschkurse gemeinsam mit dem Bund weiter: Mitwirkung wird gestärkt, Selbstlernen verbindlich, berufsbegleitendes Deutschlernen ausgebaut und digitale Kompetenzen in allen Kursen verankert. Die neuen Deutschkurse starten ab April 2026 in ganz Österreich.

Claudia Bauer, Integrationsministerin: „Integration ist kein Angebot, sondern eine Verpflichtung und Deutsch ist der Schlüssel dazu. Wer in Österreich leben will, muss die Sprache lernen, arbeiten gehen und sich an unsere Regeln und Werte halten. Genau deshalb stellen wir die ÖIF-Deutschkurse mit verpflichtenden Selbstlernzeiten, mehr Flexibilität durch Abend- und Onlineangebote und einem klaren Fokus auf das echte Leben neu auf, von der Kommunikation im Job bis zum Verständnis regionaler Dialekte. Wir erwarten Eigenverantwortung und aktive Mitarbeit, denn Fortschritt entsteht durch Übung und Engagement. Denn wer hier leben will, muss verstehen und verstanden werden.“ 

Roland Goiser, stv. Direktor des ÖIF: „Deutschlernen ist weit mehr als ein Schritt in Richtung Arbeitsmarkt: Eine gemeinsame Sprache ist die Grundlage für Integration und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Der ÖIF stellt in ganz Österreich alltagsnahe Deutschkurse mit einer gesetzlich festgeschriebenen, bundesweit einheitlichen Qualitätssicherung bereit. Aktive Mitarbeit und verpflichtende Selbstlernzeiten sind künftig ein verbindlicher Bestandteil im Sinne eines nachhaltigen Kurserfolgs.“

Neue Deutschkurse machen Selbstlernen und Mitwirkung verbindlich 

Die Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen: Wer durchgehend teilnimmt, aktiv mitarbeitet und eigenständig lernt, macht beim Deutschlernen bessere Fortschritte. Hier setzen die neuen Kursformate an: Der Unterricht vor Ort wird mit verpflichtenden, klar strukturierten und begleiteten Selbstlernzeiten kombiniert. Diese Selbstlernzeiten sind verbindlich, werden dokumentiert und fließen in die Leistungsbeurteilung ein. Damit wird Deutsch auch außerhalb des Unterrichts konsequent geübt und angewendet. Wer nicht regelmäßig teilnimmt, nicht aktiv mitarbeitet oder Selbstlernzeiten nicht einhält, muss mit Konsequenzen bis hin zum Kursausschluss rechnen. Für Teilnehmer/innen, die zu Hause keine guten Lernbedingungen haben, stellen die ÖIF-Kursträger Selbstlernräume vor Ort bereit.

Deutschlernen und Arbeiten sollen Hand in Hand gehen 

Aus Integrationssicht ist entscheidend: Arbeiten und Deutschlernen dürfen kein Gegensatz sein, sie müssen Hand in Hand gehen. Dass Arbeit und Deutschlernen in der Praxis oft parallel stattfinden, zeigt eine aktuelle Auswertung: Über alle Sprachniveaus hinweg gibt eine Mehrheit der Kursteilnehmer/innen an, in Österreich bereits gearbeitet zu haben. Der ÖIF baut das berufsbegleitende Deutschlernen daher gezielt weiter aus – insbesondere mit mehr Kursen am Abend, zu Randzeiten und online. Damit kommen die neuen Deutschkurse gezielt auch jenen entgegen, die bereits arbeiten oder Betreuungsverpflichtungen haben. Zugleich werden die Kursinhalte stärker an beruflichen Anforderungen ausgerichtet.

Digitale Kompetenzen und regionale Dialekte in allen Kursen 

Gleichzeitig werden digitale Grundkompetenzen als fixer Bestandteil verankert: Die Teilnehmer/innen lernen künftig in allen ÖIF-Deutschkursen auch den Umgang mit digitalen Behördenwegen, Online-Bewerbungen oder der Nutzung von Lernplattformen für das eigenständige Lernen. Damit wird selbstständiges Lernen über den Kurs hinaus gestärkt. Ergänzend bereiten die neuen Kurse stärker auf die sprachliche Realität in den Regionen vor – vor allem im Hörverständnis regionaler Dialekte.

Besonderes Augenmerk auf Frauen und Eltern

Für Frauen und Eltern mit Betreuungsverpflichtungen ermöglicht eine bedarfsorientierte begleitende Kinderbeaufsichtigung die Kursteilnahme. Künftig werden auch Kinder während der Betreuung sprachlich gefördert, während ihre Eltern am Kurs teilnehmen. Ergänzend bieten die ÖIF-Frauenzentren Beratungs- und Unterstützungsangebote, die Frauen bei der Integration stärken und im Bedarfsfall auch bei Sprachbarrieren den Zugang zu Hilfe erleichtern.

Transparente Vergabe, effiziente Umsetzung und gesetzlich normierte Kursqualität

Das Ziel der ÖIF-Deutschförderung ist der verantwortungsvolle Einsatz öffentlicher Mittel: Die Vergabe der ÖIF-Deutschkurse erfolgt transparent über die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens nach dem Bestangebotsprinzip, bei dem Qualität und Preis gleich gewichtet werden. Damit sind ein effizienter Mitteleinsatz und hohe Unterrichtsstandards in ganz Österreich sichergestellt. Ein Alleinstellungsmerkmal der ÖIF-Deutschkurse ist die gesetzlich verankerte, bundesweit einheitliche Qualitätssicherung. Diese hohe Qualität wird auch von den Teilnehmer/innen bestätigt: Neun von zehn geben an, mit den ÖIF-Deutschkursen sehr zufrieden zu sein.

Transparenter Datenaustausch: ÖIF stellt Behörden tagesaktuell Kursdaten zur Verfügung

Transparenz ist dabei ein wesentlicher Punkt: Der ÖIF dokumentiert alle relevanten Informationen zu jedem geförderten Deutschkursplatz und übermittelt diese tagesaktuell an die Integrationsschnittstelle des Bundes. Damit können zuständige Stellen wie Sozialhilfestellen der Bundesländer, AMS und andere Behörden tagesaktuell nachvollziehen, welche Maßnahmen beim ÖIF absolviert wurden und ob Integrationspflichten erfüllt werden.

Über den Österreichischen Integrationsfonds

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) unterstützt als Fonds der Republik Österreich die Integration von Asylberechtigten, subsidiär Schutzberechtigten, Vertriebenen sowie Zuwander/innen. Gemäß Integrationsgesetz stellt der ÖIF Deutschkurse, Werte- und Orientierungskurse, individuelle Beratungen und ergänzende Integrationsmaßnahmen bereit. Im Jahr 2025 wurden vom ÖIF rund 56.000 Deutschkursplätze gefördert. Mit Integrationszentren in allen neun Bundesländern gewährleistet der ÖIF ein flächendeckendes Angebot.

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